Die besten Buchmacher in Deutschland: Wer auf der Whitelist steht und welcher Anteil vom Einsatz beim Anbieter bleibt
Jeder Buchmacher lebt von einer Zahl, die in keiner Werbung steht. Die Quote sieht der Spieler, die Marge nicht — und die Marge entscheidet, wie viel von einer Serie von Einsätzen überhaupt zurückkommt. Wer sein Konto monatelang bespielt, verliert nicht an den verlorenen Wetten allein, sondern an jedem einzelnen Einsatz, auch am gewonnenen.

Datenstand: 30. Oktober 2026. Die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) abgeglichen.
In Deutschland darf Sportwetten nur veranstalten, wer eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder besitzt. Die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist der einzige belastbare Nachweis, und sie ist kurz: 30 Einträge in der Fassung vom 2. Oktober 2026, davon 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis — zwei davon zusätzlich für Pferdewetten — und drei Anbieter ausschließlich für Pferdewetten. Jede dort geführte Domain endet auf .de, was allein allerdings noch nichts beweist; es ist die Eintragung, die zählt, nicht die Endung.
Diese zehn Anbieter stehen auf dieser Liste, und deshalb geht es hier der Reihenfolge nach um die Kosten, die jeder von ihnen trägt: die Marge in der Quote, die Umsatzbedingungen hinter einem Bonus, die eigene Kontoverbindung bei jeder Einzahlung, das eingeschränkte Live-Programm und die 1.000 €, die ein Monat an Einzahlungen deckelt.
Wo Krypto-Wallets an der deutschen Erlaubnis scheitern
Zahlungen bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis laufen nach § 6b Abs. 4 GlüStV über ein Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind unzulässig. Das ist der ganze Mechanismus, der Bitcoin, Ether und anonyme Prepaid-Karten aus dem lizenzierten deutschen Sportwetten heraus hält — nicht ein Verbot der Coin, sondern die Herkunft des Geldes.

Wer also nach einem Bitcoin-Buchmacher sucht, sucht in Wahrheit nach einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis. Und der kostet den Spieler etwas anderes als eine Marge: keine Anbindung an OASIS, kein gemeinsames Einzahlungslimit, keine deutsche Aufsicht, keine Möglichkeit, sich an eine deutsche Stelle zu wenden, wenn das ausgezahlte Guthaben ausbleibt. Dafür höhere Limits — ein Tausch, der für die meisten Konten schlecht ausgeht. Die Behörde warnte am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten „wie etwa Platincasino“.
E-Wallets sind ein anderes Paar Schuhe. Nicht der Kontotyp ist das Problem, sondern die Frage, ob die Einzahlung nachvollziehbar von einem Konto stammt, das auf den Kontoinhaber läuft. Wo eine Zahlungsmethode in den Bedingungen eines lizenzierten Anbieters auftaucht und wo nicht, steht in dessen eigenen Zahlungsbedingungen, und das ist die einzige Stelle, an der es verlässlich steht.
Nebenbei: Die selten gestellte Frage lautet nicht, ob ein Anbieter anonyme Einzahlungen erlaubt, sondern ob er schnelle Auszahlungen leistet. Die erste erspart dem Spieler eine Verifikation, die zweite erspart ihm Wartezeit. Nur eine der beiden ist in Deutschland überhaupt verhandelbar.
Was ein Bonus unter dem Strich verlangt: Umsatz, Mindestquote, Frist
Ein Bonus ist ein Vorschuss von Aufmerksamkeit, den der Spieler zurückzahlt. Bezahlt wird in Umsatz, und der Umsatz entsteht an der Marge. Wer einen 100-€-Bonus mit einem Zehnfachen umsetzt, setzt 1.000 € um; ein Prozent Marge ist dabei schon zehn Euro, die an den Anbieter gehen, bevor die Wetten überhaupt entschieden sind.

Die Umsatzbedingungen, die Mindestquote und die Frist stehen in den Teilnahmebedingungen des jeweiligen Anbieters, und das Glücksspielrecht setzt dafür nach dem GlüStV keine Obergrenze. Gute Bedingungen sind demnach eine Anbietereigenschaft, kein Recht des Spielers, und die Spanne zwischen einem milden und einem harten Paket ist groß. Der Ausdruck „Gratiswette“ — im Gesetzestext taucht er nicht auf — trifft es selten: Eine Freiwette zahlt im Regelfall nur den Gewinn aus, der Einsatz selbst kommt nicht zurück. Wer 10 € Freiwette bei Quote 2,00 gewinnt, sieht 10 €, nicht 20 €. Der zweite Satz ist die ganze Geschäftsgrundlage.
Manche Aktionen tragen harmlose Namen und harte Bedingungen. Eine Quoten-Verstärkung sieht aus wie ein Geschenk, ist aber eine Wette mit einem Bonusgeld-Betrag obendrauf, für den weiter Umsatz gilt — der verstärkte Anteil ist nicht frei. Eine Kombi-Absicherung greift nur, wenn genau ein Tipp danebengeht; zwei Fehler, und sie zahlt nichts. Ein Cashback-Satz klingt nach Versicherung, aber Cashback kommt als Gutschrift zurück, nicht als Geld auf dem Konto. Und wer für ein Paket erst einzahlen muss, um einen Zusatzbetrag zu bekommen, hat nicht ein Geschenk, sondern eine Staffel bekommen.
Was ein geschenkter Betrag unter dem Strich wert ist, folgt aus der eigenen Wette und nicht aus der Ziffer in der Werbung. Ein Bonus wird nicht frei, sondern günstiger.
Konto auf den eigenen Namen: wie Zahlungswege die Auszahlung bestimmen
Die Wahl der Zahlungsmethode ist in Deutschland keine Geschmacksfrage, sondern eine Folge des § 6b Abs. 4 GlüStV. Jede Einzahlung muss von einem Konto auf den eigenen Namen kommen, und dieselbe Herkunft wird bei jeder Auszahlung wieder geprüft. Deshalb ist die erste Frage nicht, was der Anbieter akzeptiert, sondern was der Spieler nachweisen kann.
PayPal, Trustly, Paysafecard, Zimpler, Klarna, Skrill, Kreditkarte — welche dieser Wege ein Anbieter öffnet, ist seine eigene Entscheidung und steht nur in seinen Bedingungen. Die vertraglich entscheidende Wegbeschreibung liegt in § 6b Abs. 6 und 7 GlüStV: Spielerguthaben liegt auf einem treuhänderisch geführten, insolvenzgeschützten Konto, und bei Kontoschließung wird das Guthaben ohne Gebühren innerhalb von fünf Werktagen ausgezahlt. Das ist die einzige Auszahlungsfrist, die in Deutschland für alle lizenzierten Anbieter gilt — alles andere ist Anbietergnade.
Wie schnell ein konkreter Anbieter tatsächlich auszahlt, steht in seiner Zahlungsübersicht, und genau dort lohnt der Blick vor der Registrierung. Zwei Dinge kosten den Spieler hier am meisten: die Verifikation, die eine Auszahlung verzögert, weil sie vor der ersten Auszahlung abgeschlossen sein muss, und eine abweichende Kontoverbindung, die das Geld erst nach Rückfrage freigibt.
Ein angenehmer Nebenfall: Werden Auszahlungsgebühren überhaupt nicht berechnet, wie es § 6b Abs. 7 bei Kontoschließung vorschreibt, ist das keine Kulanz, sondern Gesetz. Bei einer Gebühr mitten im laufenden Betrieb ist es Verhandlungssache und häufig eher ein Grund, woanders zu spielen.
Live-Wetten, Cash-out und die Grenze des deutschen Regelwerks
Live-Wetten sind nach § 21 Abs. 4 GlüStV deutlich enger als international üblich. Während eines laufenden Ereignisses sind nur das Endergebnis und außergewöhnliche Einzelereignisse wählbar: das nächste Tor im Fußball ja, der nächste Satz im Tennis ja — der nächste Punkt im Tennis oder der nächste Korb im Basketball nicht. Wer es gewohnt ist, in-play den Spielverlauf zu bespielen, findet in Deutschland ein anderes Produkt als bei einem Anbieter auf Malta ohne deutsche Erlaubnis.
Cash-out ist keine gesetzlich geregelte Funktion, sondern eine freiwillige Zusatzleistung des Veranstalters. Nichts verpflichtet einen lizenzierten Anbieter, sie anzubieten, und wenn er sie anbietet, darf er den angebotenen Betrag jederzeit anders berechnen oder die Funktion für ein Ereignis aussetzen. Ein Buchmacher mit Cash-out wirbt also mit einem Werkzeug, das er selbst bedient.
Und was kostet das den Spieler? Der Ausstieg vor Schluss wird zu einem Kurs angeboten, der die Marge wieder einrechnet. Bei einer Wette, die im Verlauf bereits gut stand, liegt dieser Kurs fast immer unter dem, was ein Abwarten einbringen würde; bei einer Wette, die schlecht steht, liegt er über dem, was sie noch wert ist. Der Ausstieg ist deshalb kein Werkzeug gegen den Buchmacher, sondern ein zweites Geschäft.
Wer live dabei sein will, sollte zuerst prüfen, ob die gewünschte Sportart im Whitelist-Programm überhaupt laufend angeboten wird, und erst danach die Quoten der Anbieter vergleichen. Bei den zehn unten steht für jede Domain eine Sportwetten-Erlaubnis, aber nicht jeder Anbieter pflegt Live-Tennis oder Live-Darts gleich tief. Das steht im Wettprogramm und nirgends sonst.
Tipps, Favoriten und die Quoten der WM 2026: warum Prognosen kein Preis sind
Es gibt im Sportwettenhandel eine Ziffer, die völlig zuverlässig ist, und das ist die Marge. Prognosen gehören nicht dazu. Ein Favorit ist eine Einschätzung aus Form und Quotenlage, ein Versprechen ist er nicht, und die Quoten der WM 2026 und der EM 2028 sagen allein, wie der Markt die Wahrscheinlichkeiten gewichtet — nicht, was passiert.
Wer die Quotenverläufe beobachtet, sieht Europas Buchmacherlage oft innerhalb weniger Minuten auseinanderlaufen. Das ist kein Zeichen dafür, dass einer von beiden die Zukunft kennt, sondern dass unterschiedliche Buchmacher unterschiedliche Limite zulassen. Genau daher rührt, dass in der Masse der Abstand zwischen den ausgewiesenen Quoten so viel kleiner ist als der Abstand zwischen den Gewinnen.
Wer nach einer Strategie sucht, die auf Dauer sicher trägt, sucht nach einer Zahl, die es nicht gibt. Was es gibt, ist die einfache Buchführung: Wer pro Monat 200 € setzt und über Preisvergleiche im Schnitt zwei Prozentpunkte besseren Quotenschlüssel erwischt, hat in zwölf Monaten 48 € weniger an die Marge abgegeben — mehr, als die meisten Willkommensboni nach den Bedingungen übrig lassen.
Und wer sich an den bevorstehenden Turnieren orientiert, macht gut daran, sportlich zu argumentieren und nicht numerisch. Form und Kader sind eine Einschätzung, die man haben darf. „Sure bet“ sind zwei Wörter, die in der ernsthaften Sprache des Handels nicht vorkommen, und ein System, das angeblich gegen die Buchmacher gewinnt, ist meistens eine Wette auf die, die es glauben.
Quoten, Einzelwette, Kombi: was die Marge aus einer Wette macht
Feste Quoten sind der Preis, den ein Buchmacher für ein Ereignis stellt. Die Marge sitzt darin, und deshalb sind Quoten nicht neutral. Ein Beispiel, und es ist ausdrücklich ein Rechenbeispiel und keine gestellte Quote: Bei einem Zwei-Weg-Markt mit 1,90 auf beiden Seiten liegt der Quotenschlüssel nach der Formel 1 ÷ (1 ÷ 1,90 + 1 ÷ 1,90) bei 95 Prozent, die Marge also bei fünf Prozent. Fünf Prozent sind in diesem Rechenbeispiel die Größe, nicht die Regel — je nach Sportart, Liga und Markt liegt der Wert darüber, bei großen Fußball-Ligen darunter. Und je mehr Ausgänge ein Markt hat, desto mehr Felder trägt die Rechnung.
Das ist die Zahl, die hinter jedem Tipp steht. Bei einer Einzelwette über 10 € zu Quote 2,10 zahlt ein Treffer 21 € zurück — 11 € Nettogewinn, wie die Wette es immer ausweist. Bei Kombiwetten multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Beine zu einem Preis; aus drei Beinen zu je 2,00 werden 8,00, und die Marge jeder einzelnen Wette wird mitvervielfacht. Aus einem Spiel mit fünf Prozent Buchmacheranteil werden drei Spiele hintereinander schnell ein deutlich größerer Anteil, den der Spieler trägt, während sein Risiko genauso schnell wächst.
Systemwetten wie Heinz oder Goliath sortieren dieselbe Frage anders. Sie zerlegen eine Liste von Auswahlen in alle möglichen Kombinationen über eine bestimmte Anzahl von Beinen — das vervielfacht die Anzahl der kombinierten Wetten, die der Spieler tatsächlich hält, und damit auch den Preis, den er an Marge zurücklässt. Der Reiz liegt darin, mit wenigen richtigen Tipps noch etwas zu treffen; der Preis wird durch die vielen kleinsten Wetten bezahlt, die selten genug Beine erwischen. Und wer Quoten vergleicht, sollte nicht auf die einzige Zahl starren, die auf der Startseite steht — interessant ist die Quote in dem Markt und der Liga, in dem er wirklich spielt.
Wer nach dem besten Quotenschlüssel sucht, findet ihn also nicht in einem Slogan, sondern in der Summe, die über alle möglichen Ergebnisse immer etwas unter 100 Prozent bleibt. Das ist der Preis des Buchmachers und die einzige sichere Zahl an einer einzelnen Wette.
Fußball, Tennis, Darts, Boxen, NFL — und die Lücke beim E-Sport
Das Sportwettprogramm in Deutschland ist breit und ausdrücklich umgrenzt. Fußball, Tennis, Darts, Boxen, Eishockey, American Football sind der Regelfall. Was der Anbieter in seinem Programm führt, steht in seinem Sportwettprogramm, und das wird von der Behörde freigegeben. Einzelwetten, Kombiwetten und Systemwetten sind dort ebenso geregelt wie die Frage, was überhaupt Gegenstand einer Wette sein darf.
E-Sport fällt heraus. Die Behörde stellt fest, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt wird. Wer also bei einem lizenzierten deutschen Anbieter nach E-Sport-Märkten sucht, sucht vergeblich; wer sie findet, ist bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis gelandet. Das ist einer der Fälle, in denen die Regulierung dem Spieler eine Tür zumacht, die international weit offen steht.
Ausgeschlossen sind weiterhin Wettbewerbe, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen — in der Praxis bedeutet das beim Fußball alles unterhalb der 3. Liga —, manipulationsanfällige Wettarten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind ebenfalls nicht zulässig.
Das ist mehr als Formalie: Die Beschränkung schützt den Wettbewerb, an dem der Spieler teilnimmt. Auch deshalb variiert der Quotenschlüssel: In einer großen Liga mit viel Liquidität ist die Marge enger, in einem Nebenmarkt oder einer unterklassigen Liga weiter. Wer die Quoten verschiedener Anbieter in derselben Liga vergleicht, sieht den Unterschied sofort. Wer sie über Sportarten hinweg vergleicht, sieht ihn nicht mehr.
Neue Buchmacher und die Frage, wann „neu“ erlaubt heißt
Ein neuer Name auf dem deutschen Sportwettenmarkt ist nicht automatisch ein erlaubter. Erlaubt ist ein Anbieter erst, wenn die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder ihn in die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV eingetragen hat. Ein unbekannter Anbieter ohne Eintrag ist in Deutschland nicht zugelassen, so gut sein Marketing auch klingen mag.
Das macht den Markt mutlos, was die Auswahl angeht, und es macht ihn verlässlich. Die Markteintritte der letzten Jahre gehen in zwei Formen: ein bekannter Name erweitert sein deutsches Angebot, oder eine Malteser Gesellschaft bringt eine Marke über das Regierungspräsidium Darmstadt an den Start. Der Blick auf zwei Kennzahlen reicht nicht: Der Erlaubnisinhaber steht hinter einer Domain, die in der Liste steht — aber nur die dort eingetragene Domain darf Sportwetten anbieten.
Ein weiterer Punkt, der leicht überlesen wird: Eine Casino-Erlaubnis sagt nichts über das Sportwettenangebot eines Anbieters. Ein Halter kann für Automatenspiele eines anderen Produkts zugelassen sein und dessen ungeachtet selbstverständlich für sein Sportwettenangebot eine eigene Erlaubnis brauchen. Beides wird getrennt geprüft und getrennt geführt.
Wer also einen Anbieter findet, der ihm unbekannt erscheint, geht in die Whitelist: Die Liste trägt den Inhaber und die Domain samt Erstdatum der Erlaubnis. Wer dort nicht auftaucht, bietet in Deutschland keine erlaubten Sportwetten an. Diese Prüfung kostet zwei Minuten, und sie beantwortet die einzige Frage, die vor der Registrierung wirklich zählt.
Was ein Buchmacher ist und wie sein Geschäftsmodell funktioniert
Ein Buchmacher im Sinne dieser Seite ist ein Veranstalter von Sportwetten, der feste Quoten für Ereignisse stellt und Gewinne nach dem offiziellen Ende des Ereignisses auszahlt. Die Auszahlung nach dem Ende, nicht nach dem Treffer, ist kein Zufall, sondern Regel: Der Zwischenstand eines Spiels erzeugt keinen Anspruch auf das Geld.
Wer „Buchmacher“ sagt, meint umgangssprachlich jeden Sportwettenanbieter. In der Sprache des Rechts ist der Buchmacher dagegen der Pferdewetten-Buchmacher nach § 2 RennwLottG, und der deutsche Sportwettenmarkt spricht offiziell von Wettanbietern und Veranstaltern von Sportwetten. Der Unterschied ist nicht nur Kosmetik, weil sich daran zeigt, wo die Grenze zwischen Sportwette und Rennwette verläuft.
Das Geschäftsmodell folgt dann einer geraden Linie: Der Anbieter legt Quoten so an, dass die Summe der implizierten Wahrscheinlichkeiten über 100 Prozent liegt. Dieser Überschuss ist die Marge, und sie wird mit jedem Einsatz kassiert, mit dem gewonnenen ebenso wie mit dem verlorenen. Deshalb ist der gefühlte Vergleich „Buchmacher gegen Spieler“ schief: Der Anbieter muss keine Wette gewinnen, um zu verdienen.
Wer dennoch gewinnt, bekommt das Geld nach dem offiziellen Ende des Ereignisses auf sein Guthaben — ein Guthaben, das bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis auf einem treuhänderisch geführten Konto liegt. Die Regeln, die vom Spieler Belege verlangen und wissen wollen, wer tatsächlich spielt, sind nicht Teil dieser Geschäftsidee, sondern ihr deutscher Rahmen.
An einem Detail lassen sich die zehn übrigen Karten dieses Vergleichs lesen: Die Erlaubnis, wie sie in der Whitelist steht, ist der gemeinsame Nenner. Ab diesem Punkt ist die Auswahl eine Frage dessen, was der Anbieter in den eigenen Bedingungen zusagt.
Zehn lizenzierte Anbieter: die Rangliste für die Auswahl
Die Rangfolge ist keine Empfehlung, sondern eine Prüfliste. Zehn Domains, zehn Betreibergesellschaften und zehn Daten, an denen eine Erlaubnis erstmals erteilt wurde — alles einheitlich mit Stand der Whitelist.
| Anbieter | Whitelist-Status und Inhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit | Was die Domain im Vergleich leistet |
|---|---|---|---|
| MERKUR BETS | Sportwetten-Erlaubnis für MERKUR BETS; Inhaberin: Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 | Führt neben MERKUR BETS auch merkur-sports.de, xtip.de und merkurslots.de |
| Betway | Sportwetten-Erlaubnis für Betway.de; Inhaberin: Betway Limited | 09.03.2021 | Früheste Erlaubnis der Runde; Folgeerlaubnis vom 23.12.2022 |
| Tipwin | Sportwetten-Erlaubnis für Tipwin.de; Inhaberin: Tipwin Limited | 09.10.2020 | Familienbetrieb unter Tipwin Ltd., Geschäftsführung Dr. Damir Böhm |
| 888sport | Sportwetten-Erlaubnis für 888sport; Inhaberin: 888 Germany Limited | 30.06.2021 | Konzern der 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar |
| Betano | Sportwetten-Erlaubnis für Betano.de; Inhaberin: Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 | Betkick Sportwettenservice gehört zu Stoiximan |
| LeoVegas | Sportwetten-Erlaubnis für Leovegas.de; Inhaberin: LVSports Limited | 21.10.2024 | Spätester Eintrag der Runde, Programm dadurch unbekannter Breite |
| NEO.bet | Sportwetten-Erlaubnis für NEO.bet; Inhaberin: Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 | Eines der ältesten Erstdaten unter den zehn Domains |
| VBet | Sportwetten-Erlaubnis für Vbet.de; Inhaberin: SCGO Limited | 05.12.2023 | SCGO Limited ist auch für maxi333.de geführt |
| Winamax | Sportwetten-Erlaubnis für Winamax.de; Inhaberin: WINAMAX (Société anonyme) | 29.06.2021 | Erlaubnis und Folgebescheid kamen von der Darmstädter Behörde |
| Tipico | Sportwetten-Erlaubnis für Tipico.de; Inhaberin: Tipico Co. Limited | 09.10.2020 | Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan, gegründet 2004 |
Zehn Erstdaten zwischen dem 09.10.2020 und dem 21.10.2024, alle über verschiedene Betreibergesellschaften — das ist die eigentliche Nachricht dieser Tabelle. Die deutsche Erlaubnis ist nicht an einen Konzern gebunden, sondern an eine Domain, und hinter einer Domain steht jeweils genau ein Halter, der bereits geprüft wurde.
Was die Tabelle nicht zeigt, ist der Kern der Alltagserfahrung: die Marge. Sie unterscheidet sich zwischen zwei Anbietern in einem Markt oft nur um Zehntel, aber sie ist in der Langfristrechnung teurer als jede Bonusdifferenz. Wenn zehn Buchmacher bewertet werden, ist die Marge der einzige Wert, der nicht mit der Zeit verschwindet, während Boni und Aktionen jede Woche andere Formen annehmen.
Die Daten der folgenden Prüfliste stammen aus der Fassung der Whitelist vom 2. Oktober 2026 und aus den jeweiligen Betreiberangaben; zur Kontrolle vor einer Registrierung ist beides der richtige Ort.
Die zehn Anbieter im Vergleich nach Erlaubnis und Profil
MERKUR BETS: zwei Sportwetten-Domains unter einem Halter
Die Whitelist führt die Merkur Bets Malta Limited mit Sitz in Level 3, St Julians Business Centre, Triq Elija Zammit, STJ 3155, St. Julian’s, Malta, als Inhaberin der Sportwetten-Erlaubnis für MERKUR BETS seit dem 6. November 2023. Derselbe Halter ist außerdem für merkur-sports.de und xtip.de geführt, erstmals am 9. Oktober 2020 mit Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022, sowie für merkurslots.de mit Sportwetten ab dem 6. November 2023.
Der technische Aufwand, das eigene Spielerlebnis auf drei Sportsbook-Domains zu verteilen, ist der interessanteste Teil an diesem Kartenbild. Der Halter wurde mehrfach geprüft, und die Erstdaten liegen bis zu drei Jahre auseinander. Wer in der App auf das eine Angebot stößt, sieht einen Anbieter, den die Behörde bereits mehrfach zugelassen hat.
Wer die Merkur-Gruppe anhand ihres Automatenspielangebots kennt, sollte die Registereinträge nicht durcheinanderbringen. Die Sportwetten-Erlaubnis steht für die Sportsbook-Domains, nicht für das, was unter demselben Namen automatenmäßig schimmert. Für den Spieler, der das Sportsbook sucht, heißt das, dass er auf der richtigen Domain landet, und das ist in einem so verästelten Konzern keine Kleinigkeit.
Betway: die früheste Erlaubnis und die kürzeste Nachweiskette
Betway.de wird von der Betway Limited betrieben, der die Sportwetten-Erlaubnis am 09.03.2021 erteilt wurde; eine Folgeerlaubnis folgte am 23.12.2022, und seit dem 02.10.2026 besteht zudem eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele. Betway erhielt am 9. März 2021 vom Regierungspräsidium Darmstadt die Erlaubnis für Online-Sportwetten, die das Angebot an Kunden in ganz Deutschland erlaubt; Geschäftsführer Anthony Werkman bestätigte sie in einer Mitteilung vom 10. März 2021.
Die früheste Erlaubnis und die kürzeste Nachweiskette unter den zehn, und das ist wörtlich zu nehmen. Wer die Betway-Erlaubnis nachschlagen will, hat einen einzigen Halter, eine Domain und ein Datum. Es gibt wenig zu entwirren, und das hat einen eigenen Wert. Das Datum 02.10.2026 für die virtuellen Automatenspiele ist außerdem ein gutes Beispiel dafür, wie schnell ein Anbieter nach einer neuen Erlaubnis in der Liste auftaucht — drei Tage, nachdem der Eintrag in der geprüften Behördenfassung steht.
Ein Vergleich, der nur Sportwetten betrifft, hat außerdem nichts mit der Casino-Erlaubnis zu tun. Die Whitelist führt beides, und der Spieler sollte nur den Eintrag als Beweis nehmen, der zur Sportwette gehört.
Tipwin: ein Familienunternehmen mit zwei Folgeerlaubnissen
Tipwin.de wird von der Tipwin Limited betrieben, die seit dem 09.10.2020 über eine Sportwetten-Erlaubnis verfügt, ergänzt durch Folgeerlaubnisse vom 27.12.2022 und 09.01.2024. Die Tipwin Ltd. ist ein Familienunternehmen; Geschäftsführer ist Dr. Damir Böhm.
Die zwei Folgeerlaubnisse sind der Punkt. Ein Anbieter, der seine Erlaubnis zweimal verlängert hat, hat zwei Bewertungsrunden der Behörde ohne Beanstandung durchlaufen — aus Sicht des Spielers ist das ein Kontinuitätssignal, das schwerer wiegt als jede Marketingzahl. Und wer in einem Umfeld internationaler Konzerne als Familienunternehmen auftritt, hat sehr viel weniger Puffer, um regulatorische Fehler zu kompensieren. Ein Fehler in der Erlaubnisführung wäre für einen kleinen Anbieter merkbar teuer als für ein Tochterunternehmen einer Holding.
Insofern liest sich die Zweizahl der Folgeerlaubnisse als Erwartungsmanagement. Wer Kontinuität sucht, hat hier ein Geschäft mit zwei Prüf-, für den Nutzer keine andere Rolle als bei jedem anderen Whitelist-Anbieter: Die Domain ist erlaubt, der Spieler muss selbst vergleichen.
888sport: Börse in London, Erlaubnis aus Darmstadt
888sport wird von der 888 Germany Limited betrieben, die am 30.06.2021 die Sportwetten-Erlaubnis erhielt, mit einer Folgeerlaubnis vom 15.12.2022. Die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert.
Börsennotierung und Aufsicht ergänzen sich hier, weil beide Berichtspflichten verlangen. Einem Unternehmen, das seit 2005 an einer Börse notiert ist und seine Zahlen vierteljährlich offenlegt, sieht man in der Erlaubnisprüfung weiter in die Kasse als einer Gesellschaft, deren Berichtswesen klein bleibt. Das ist keine Garantie — es ist Information, und die ist im Sportwettenhandel wertvoller als Werbung.
Für den Vergleich der zehn ist 888sport außerdem der Fall, in dem ein großer Konzern seine deutsche Tochter separat führt. Die Erlaubnis gehört der deutschen Tochtergesellschaft und nicht etwa der Gruppe. Wer also die Whitelist nutzt, um sich die Anbieter zu erschließen, sollte die Struktur nicht zu einer einzigen Angabe zusammenziehen: Der Halter, der dort steht, ist der Halter, der beim Nachweis zählt.
Betano: drei Erlaubnisstufen unter österreichischer Führung
Betano.de wird von der Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta, betrieben, der am 19.02.2021 die Sportwetten-Erlaubnis erteilt wurde; eine Folgeerlaubnis kam am 16.12.2022 hinzu. Die Betkick Sportwettenservice, ein österreichisches Unternehmen im Besitz von Stoiximan, erhielt im Februar 2021 vom Regierungspräsidium Darmstadt eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis und bietet über die Domain Betano.de Wetten an.
Der Weg ist etwas ungewöhnlich: Ein österreichischer Betreiber im Besitz eines griechischen Unternehmens führt eine Marke über eine maltesische Gesellschaft auf eine deutsche Domain. Für den Spieler zählt nur ein Umstand: Dass die Whitelist die Betkick Sportsbetting Limited als Inhaberin der Erlaubnis trägt. Ob über Betano Sportwetten angeboten werden, hängt allein an dieser Zuordnung und nicht an der Markenherkunft.
Ein Markenkleid, das auf drei Ländern gebaut ist, mag optisch glatt erscheinen. In der Registrierung sieht der Spieler davon nichts, wohl aber in Zahlungsbedingungen und Ansprechpartnern, die über die Marke hinausgehen.
LeoVegas: der jüngste Sportsbook-Eintrag der Runde
Für Leovegas.de ist die LVSports Limited als Betreiberin geführt, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. Das Sportwetten-Erstdatum ist damit das jüngste der zehn Anbieter in dieser Prüfliste, rund dreieinhalb Jahre nach dem Eintrag der ältesten Erlaubnis.
Das Datum des Sportwetten-Eintrags bildet den offiziellen Startpunkt der Erlaubnis ab. Bei LeoVegas liegt dieser Zeitpunkt im Oktober 2024, was den Anbieter als einen der neueren Einträge in dieser Liste ausweist. Die genaue Ausgestaltung des Wettprogramms ist wie bei jedem anderen Whitelist-Anbieter in den jeweiligen Wettbedingungen einsehbar.
Was für die Bewertung von LeoVegas fehlt, sind deutsche Kennzahlen aus dem Sportwettenbetrieb. LVSports Limited ist über die Whitelist belegt, der Rest bleibt Aufgabe des Wettprogramms.
NEO.bet: eines der ältesten Erstdaten, wenig darüber hinaus
Für NEO.bet ist die Greenvest Betting Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Damit liegt das Erstdatum auf dem Tag, an dem auch Tipwin und Tipico erstmals eingetragen wurden — einer der frühesten Tage der deutschen Sportwetten-Erlaubnis überhaupt.
Es ist verlockend, aus diesem Datum viel zu lesen, und genau deshalb lohnt die Zurückhaltung. Ein früher Eintrag belegt, dass der Halter zu den ersten gehörte, die den Weg durch die Behörde geschafft haben. Er belegt nicht, wie das Angebot heute aussieht. Über Zahlungswege, Bonusbedingungen und Quotenschlüssel sagt die Whitelist nichts, und das ist auch nicht ihre Aufgabe.
NEO.bet bleibt damit eine Karte, die sich zuerst über das Sportsbook selbst entscheiden muss. Wer den Anbieter prüft, sollte mit der Whitelist anfangen und danach das Wettprogramm aufschlagen.
VBet: eine eigenständige Gesellschaft und ein Schwesterprojekt
Für Vbet.de ist die SCGO Limited als Inhaberin der Sportwetten-Erlaubnis geführt, erstmals am 5. Dezember 2023. Die SCGO Limited, Veranstalterin der Sportwetten unter Vbet.de, hat ihren Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, STJ 4010, St. Julian’s, Malta. Dieselbe Gesellschaft ist in der Whitelist auch mit der Domain maxi333.de vertreten, für virtuelle Automatenspiele mit Erstdatum 21. Juni 2024.
Zwei Domaintypen unter einer Gesellschaft sind kein Widerspruch, sondern der Normalfall einer Gruppe, die Sportwetten und Automatenspiele getrennt aufstellt. Wer die beiden Angebote vergleicht, sollte aber nicht denselben Maßstab anlegen: Die Sportwetten-Erlaubnis beschreibt das Wettprogramm, die Casino-Erlaubnis ein anderes Produkt mit eigenen Sperr- und Einzahlungsregeln.
Dass die beiden Einträge fast ein halbes Jahr auseinanderliegen, ist ein weiteres Beispiel für den Rhythmus des Marktes: Eine Gesellschaft etabliert zuerst das eine Produkt und holt die zweite Erlaubnis nach.
Winamax: Erlaubnis vom Regierungspräsidium, Aufsicht bei der GGL
Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte der WINAMAX SA am 29.06.2021 eine Erlaubnis für Online-Sportwetten und verlängerte sie mit Bescheid vom 08.12.2022. Beaufsichtigt wird das Unternehmen von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, Hansering 15, 06108 Halle (Saale).
Zwei Dinge sind an Winamax bemerkenswert, und beide betreffen den Weg, nicht das Produkt. Erstens liegt bei diesem Anbieter die Erlaubnis selbst vor, nicht nur die Domain: Die Whitelist führt die WINAMAX (Société anonyme) als Inhaberin. Zweitens ist das Paar aus Erlaubnis und Folgebescheid ein schönes Beispiel dafür, wie zwei Instanzen zusammenspielen — Erteilung über die Landesbehörde, Aufsicht und Whitelist-Pflege über die GGL. Für den Spieler ist dieser Aufgabenteilung wichtig, weil Beschwerden und Nachfragen zur Aufsicht gehören, nicht zur Genehmigungsbehörde.
Wer einen Streit mit einem Anbieter ausfechten muss, findet in der GGL die richtige Stelle. Wer nur die Erlaubnis prüfen will, findet sie in der Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Beide Wege führen für Winamax zu diesem Eintrag.
Tipico: im Markt seit 2004, in der Whitelist seit 2020
Für Tipico.de ist die Tipico Co. Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 09.12.2022. Die Tipico Co. Ltd. hat ihren Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta und wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet.
Die Spanne zwischen der Gründung 2004 und dem Erlaubniseintrag 2020 ist der eigentliche Punkt. Sechzehn Jahre lang war das deutsche Sportwettenrecht für einen Anbieter dieses Formats kein einfaches Feld, und die Geschichte des Marktes erklärt, warum viele deutsche Spieler diesen Namen seit ihrer ersten Wette kennen. Für die Bewertung ist die Vorgeschichte trotzdem kein Ersatz für die Whitelist: Der Eintrag vom 9. Oktober 2020 und die Folgeerlaubnis vom 9. Dezember 2022 sind der Nachweis, die Gründungsgeschichte ist Kontext.
Das Urteil über Tipico fällt damit zwischen zwei Daten und nicht über den Namen. Wer heute dort spielt, braucht die Whitelist, nicht die Markenhistorie.
Prüfliste für die Auswahl: die eigene Karte, nicht die Werbung
Wer die zehn Karten liest, gewinnt am Ende einen einzigen Eindruck: Alle zehn sind erlaubt, alle zehn tragen eine Sportwetten-Erlaubnis. Der Unterschied liegt in der Zahl der Jahre und in dem, was über den Anbieter dokumentiert ist.
Wer sich auf die Whitelist verlässt, sollte außerdem nicht vergessen, dass sie nur den Status zum Stichtag kennt und keine Enddaten nennt. Eine Erlaubnis ohne Enddatum heißt nicht, dass sie ewig gilt — eine erstmalige Erlaubnis läuft fünf Jahre nach § 4c Abs. 1 GlüStV, danach braucht es eine Folgeerlaubnis. Der Spieler, der auf Nummer sicher gehen will, prüft die Domain also, bevor er einzahlt, und nicht einmal für immer.
Was eine Erlaubnis kostet und was ein Offshore-Angebot kostet
Die vorigen Abschnitte haben schon vieles angerissen. Hier stehen die Regeln noch einmal zusammen, in der Reihenfolge, in der sie den Spieler treffen: erst die Erlaubnis, dann die Registrierung, dann das Einzahlungskonto, dann das Limit, dann das Wettprogramm, dann die Auszahlung.
Eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis erlaubt es einem Anbieter, im gesamten Bundesgebiet Sportwetten im Internet zu veranstalten und zu vermitteln (§ 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV). Sie unterliegt Aufsicht und Bußgeldtatbeständen (§ 28a), und die Whitelist der GGL ist der einzige offizielle Nachweis nach § 9 Abs. 8 GlüStV, den ein Spieler ohne Rückfrage auswerten kann.
Wer ohne deutsche Erlaubnis Sportwetten anbietet, betreibt unerlaubtes Glücksspiel. Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Lizenz hilft in Deutschland nicht weiter. Das Organisieren ist nach § 284 StGB strafbar, das Bewerben nach derselben Vorschrift, die Teilnahme nach § 285 StGB. Ob einzelne Spieler tatsächlich verfolgt werden, ist nicht belegt — das ist weder eine Erlaubnis noch ein Grund, es zu dramatisieren. Und die Steuer: Die 5,3 % nach §§ 16-25 RennwLottG schuldet der Veranstalter, nicht der Spieler; gemessen an der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus Steuer“ sind das rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Ein bezahlter Steuerbetrag ist kein Nachweis für eine Erlaubnis — die Steuer trifft auch unerlaubte Anbieter.
Im Zivilrecht geht es anders weiter. Mehrere Gerichte haben Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und der Bundesgerichtshof legte dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Der Kläger dort fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — es sei denn, Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.
Ein Zurückfordern von Verlusten ist damit nicht ausgeschlossen, aber es ist auch kein Versprechen. Wer in Deutschland bei einem erlaubten Anbieter spielt, kauft nicht nur ein Wettprogramm, sondern auch die Sicherheit, dass Streit und Auszahlung über deutsches Recht laufen.
Altersgrenze, Verifizierung, OASIS und das Einzahlungslimit
Die zehn Anbieter sind erlaubt, und mit der Erlaubnis kommt ein Regelwerk, das jeden Spieler gleich trifft. Man kann das als Gängelung lesen; man kann es als Preis dafür lesen, dass Streitfälle nicht nach maltesischem Recht entschieden werden.
Spielen darf, wer 18 Jahre alt ist (§ 4 Abs. 3). Ein Spieler darf pro Anbieter nur ein Konto halten, und das Konto muss vollständig verifiziert sein (§ 6a). Vor Abschluss der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlung. Das ist kein Erlebnisdesign, sondern eine harte Grenze.
Das gemeinsame Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 liegt bei 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für einzelne Spieler ein höheres Limit setzen — bis zu 10.000 €, und 10.000-30.000 € für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spieler — aber nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Das Limit senken wirkt sofort, das Anheben nach sieben Tagen. Paralleles Spielen ist über die Aktivitätsdatei (§ 6h) untersagt, und das gilt branchenweit, nicht pro Anbieter.
OASIS (§§ 8, 8a) ist das bundesweite Sperrsystem und wird bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Dauer angibt; ohne Angabe mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus.
Offshore-Angebote hängen an keinem dieser Systeme. Und ein Satz, der bei allen Warnungen vor illegalen Anbietern untergeht: Der Rausch des Verbots ist ein schlechter Ratgeber in beide Richtungen. Wer in Deutschland spielt, findet bei der Anbieterwahl Hilfe genug; wer im Ausland spielt, hat sie nicht.
Wer das eigene Spiel beobachten will, kann eine Sperre verhängen, und sie gilt ab dem Moment, in dem sie einträgt. Wer Hilfe bei einem problematischen Spiel sucht, findet sie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und in der Suchtberatung vor Ort, anonym und ohne Anmeldung. Diese Wege sind wichtiger als jede Quote auf dieser Seite.
Häufige Fragen zu Buchmachern in Deutschland
Was unterscheidet einen lizenzierten Buchmacher von einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis?
Nur Anbieter mit einem Eintrag in der GGL-Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV dürfen in Deutschland Sportwetten anbieten. Sie stehen unter deutscher Aufsicht, müssen OASIS und das gemeinsame Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat beachten und dürfen nur von Konten auf den eigenen Namen abbuchen. Ein Angebot ohne Eintrag fällt unter § 4 Abs. 1 GlüStV und wird als unerlaubtes Glücksspiel gewertet.
Wie legen Buchmacher ihre Quoten fest, und was bedeutet die Marge?
Der Anbieter setzt die Quoten so, dass die Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten über 100 Prozent liegt. Der Überschuss ist die Marge. Bei einem Zwei-Weg-Markt mit 1,90 auf beiden Seiten beträgt der Quotenschlüssel 95 Prozent, die Marge fünf Prozent. Je nach Sportart, Liga und Markt liegt dieser Anteil darüber oder darunter.
Woran erkenne ich anhand der GGL-Whitelist, ob ein Buchmacher in Deutschland erlaubt ist?
Die Whitelist führt den Inhaber der Erlaubnis und die Domain, für die sie gilt, mit dem Erstdatum. Nur die unter der Sportwetten-Erlaubnis eingetragene Domain darf Sportwetten anbieten. Jede gelistete Domain trägt die Endung .de; die Endung allein beweist keine Erlaubnis. Die Whitelist nennt kein Enddatum.
Was bedeuten OASIS, LUGAS und das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat?
OASIS ist das bundesweite Sperrsystem, das bei Registrierung und Login abgefragt wird; eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, ohne Angabe mindestens ein Jahr. LUGAS ist die Limitdatei, die das Einzahlungslimit über alle Anbieter hinweg durchsetzt: standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat. Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist nicht erlaubt.
Wer trägt die Sportwettensteuer von 5,3 %, und wie wirkt sie sich auf die Quote aus?
Die Steuer schuldet der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler — geregelt in §§ 16-25 RennwLottG, bemessen nach §§ 17, 18 auf den Einsatz abzüglich der Steuer selbst, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Ob und wie sie in die Quote eingerechnet wird, entscheidet jeder Anbieter selbst; sie ist also nicht automatisch 5,3 % des Einsatzes.
Welche Rolle spielen Umsatzbedingungen und Mindestquote bei einem Bonus?
Sie entscheiden darüber, was der Bonus unter dem Strich wert ist. Umsatzbedingungen legen fest, wie oft der Betrag in Wetten umgesetzt werden muss, die Mindestquote schließt Wetten mit kleiner Quote aus. Das Glücksspielrecht setzt dafür keine Obergrenze; die Bedingungen stammen allein aus den Teilnahmebedingungen des Anbieters und sollten vor der Annahme gelesen werden.
Vergleich – Wettanbieter
Inhalt erstellt vom Team «Wettanbieter»
