Wettanbieter ohne Steuer im Vergleich: Wer den Steuerabzug trägt und wer ihn weiterreicht
Stand: 30. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in der Fassung vom 2. Oktober 2026.

Die Suche nach einem Wettanbieter ohne Steuer führt in Deutschland auf eine falsche Fährte, und der Grund ist unspektakulär. Die Sportwettensteuer schuldet nicht der, der wettet. Sie schuldet der Veranstalter der Wette, und er entscheidet anschließend allein, ob er sie aus seiner Marge bezahlt oder sie an einer von drei Stellen wieder hereinholt: am Einsatz, an der Quote oder am Gewinn. „Ohne Steuer“ ist deshalb kein Rechtszustand, sondern eine Preisfrage. Ein Anbieter, der auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht und mit null Prozent Wettsteuer wirbt, trägt die Steuer selbst und hat sie in seine Quoten eingerechnet. Ein Anbieter, der einen Quotenabschlag ausweist, zeigt denselben Betrag offen auf dem Wettschein. Nur wer ohne deutsche Erlaubnis anbietet, zahlt keine deutsche Steuer im Spielbetrieb mit den deutschen Regeln — und liefert dafür die Spielerschutzmechanismen gleich mit ab. Der Vergleich auf diesen Seiten nimmt zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis und ordnet sie danach, was ihr Umgang mit der Steuer den Wettschein kostet.
| Anbieter | Status auf der Whitelist und Inhaber der Erlaubnis | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| 888sport | Erlaubnis für Sportwetten; Inhaber 888 Germany Limited | 30.06.2021 |
| Betano | Erlaubnis für Sportwetten; Inhaber Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| Tiptorro | Erlaubnis für Sportwetten; Inhaber Torro Tec Limited | 30.06.2021 |
| LeoVegas | Erlaubnis für Sportwetten; Inhaber LVSports Limited | 21.10.2024 |
| AdmiralBet | Erlaubnis für Sportwetten; Inhaber Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| bpremium | Erlaubnis für Sportwetten; Inhaber Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| NEO.bet | Erlaubnis für Sportwetten; Inhaber Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
| Sportingbet | Erlaubnis für Sportwetten; Inhaber Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Sportwetten.de | Erlaubnis für Sportwetten; Inhaber NetX Betting Limited | 19.11.2020 |
| bwin | Erlaubnis für Sportwetten; Inhaber bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
Dass die Tabelle in acht von zehn Zeilen ein Datum aus dem Herbst 2020 oder dem Frühjahr 2021 trägt, ist kein Zufall und auch kein Zeichen besonderer Verdienste. Diese Betriebe gehörten zur ersten Welle nach Inkrafttreten des GlüStV 2021, und die Liste führt nur das Ausgabedatum der Erlaubnis, niemals ein Enddatum. Eine Erstgenehmigung läuft fünf Jahre, danach verlängert der Regulierer sie stillschweigend durch eine Folgeerlaubnis. LeoVegas sitzt mit dem 21.10.2024 allein am anderen Ende der Spanne, was schlicht bedeutet, dass dieser Anbieter später in den deutschen Sportwettenmarkt eingestiegen ist. Wer aus dem Alter einer Erlaubnis auf Qualität schließt, schließt aus einem Datum auf ein Gefühl. Aussagekräftig ist dagegen die zweite Spalte in ihrer nüchternen Vollständigkeit: Bei jedem der zehn Anbieter liegt die Sportwetten-Erlaubnis bei einer anderen Gesellschaft als dem Markennamen, und das ist weder Tarnung noch Versehen, sondern die Standardkonstruktion einer Lizenzvergabe, bei der der Konzern die Genehmigung hält und die Marke sie ausführt. Der Leser sollte die Inhaberzeile gleichwohl ernst nehmen, denn sie ist der einzige Punkt, an dem er selbst überprüfen kann, ob sein Wettanbieter dort steht, wo er behauptet zu stehen.
Wie die Wettsteuer auf Quote, Einsatz und Gewinn trifft
Die Steuer kennt nur einen Schuldner, und er sitzt auf der anderen Seite des Wettscheins. Nach §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes ist die Sportwettensteuer vom Veranstalter der Wette zu entrichten, nicht von den Spielenden. Daraus folgt der ganze Rest: Wie viel von der Steuer beim Wettenden ankommt, hängt nicht am Gesetz, sondern an der Kalkulation eines Unternehmens, und die ist nicht öffentlich. Sichtbar wird sie nur dort, wo der Anbieter sie ausdrücklich ausweist — im Wettschein, in den Wettregeln, in einer Zeile oder garnicht.

Bemessungsgrundlage ist nach §§ 17 und 18 RennwLottG der Einsatz, der nach Abzug der Steuer übrig bleibt. Der Satz beträgt 5,3 Prozent dieses Nettobetrags, und weil die Steuer in ihrer eigenen Bemessungsgrundlage steckt, sind das etwa 5,03 Prozent des tatsächlich eingezahlten Betrags. Die Steuer sitzt also auf einer Grundlage, die sich selbst verkleinert — ein Konstrukt, das einem Fiskus gefällt und einer Rechnung nicht; deshalb steht in dieser Angelegenheit keine Zeile, die pauschal von „5,3 Prozent des Einsatzes“ spricht. Wer so rechnet, rechnet fünf Zehntelprozent zu hoch, und bei einem Einsatz von 100 € ist das fast ein halber Euro, der in Wirklichkeit gar nicht anfällt.
Was der Anbieter daraus macht, sind vier verschiedene Geschäftsmodelle. Das erste: Er trägt die Steuer tatsächlich und rechnet sie in die Quoten ein, sodass der Wettende weder auf dem Wettschein noch beim Auszahlungsbetrag etwas davon sieht. Das zweite: Er weist die Steuer gesondert neben dem Einsatz aus, sodass der Wettende sie bezahlt, aber auch sieht. Das dritte: Er behält einen prozentualen Abschlag vom Gewinn ein, der auf dem Wettschein nicht als Steuer bezeichnet sein muss. Das vierte: Er kürzt die Quote selbst, sodass die Steuer in der Preisstellung verschwindet und nie als Zahl erscheint. Zwei dieser vier Wege sind für den Wettenden rechnerisch identisch, zwei nicht — und welchen ein Anbieter gewählt hat, ist aus der Bewerbung nicht zuverlässig zu erkennen, weil sich beide Preismodelle als „0 % Wettsteuer“ verkaufen lassen.
Warum „0 % Wettsteuer“ keine Aussage über den Preis ist
Winamax wirbt mit dem Slogan „0% Wettsteuer und die besten Quoten“. Zwei Versprechen in fünf Wörtern, und mindestens eines davon ist von Natur aus unhaltbar: Der Anbieter mit den besten Quoten eines Marktes setzt eine Auszahlungsquote, die von jedem anderen in diesem Markt übertroffen werden kann, und er müsste es täglich neu behaupten. Wer null Prozent Steuer verspricht, sagt nichts darüber, wo die 5,3 Prozent geblieben sind. Sie sind nicht verschwunden, sie sind eingepreist, und was eingepreist ist, zahlt der Wettende über den Preis statt über den Steuerposten. Der Unterschied ist buchhalterisch, nicht finanziell — bis zu dem Moment, in dem ein Anbieter die Steuer weder trägt noch vollständig weitergibt und sie stattdessen aus einem Werbebudget bezahlt. Solche Zeiträume existieren, sie sind aber befristet, und ein befristeter Steuererlass ist kein Geschäftsmodell, sondern eine Kampagne.
ODDSET formuliert die Gegenposition ausdrücklich: Der Anbieter erklärt, weder den Einsatz noch den Gewinn der Spielenden mit einem Steuerabzug zu belegen, sodass Gewinne auf den kompletten Einsatz weitergegeben werden. Das ist die klarste Aussage, die auf diesem Feld überhaupt möglich ist, und sie ist genau deshalb wertvoll, weil sie sich nachprüfen lässt: Ein Wettender sieht am Ende, ob seine Auszahlung dem Produkt aus Einsatz und Quote entspricht. Genau diesen Test kann jeder selbst anstellen, und er sollte es tun, bevor er einen Anbieter für längere Zeit nutzt.
Betway geht den umgekehrten Weg und macht die Steuer sichtbar: Im abschließenden Prüfschritt des Wettscheins erscheint sie als eigener Posten neben den ausgewählten Spielen und dem jeweiligen Wettsystem. Das ist unbequem und in Ordnung. Ein Kostenposten, der im letzten Schritt vor der Bestätigung auftaucht, erlaubt eine Entscheidung; eine Steuer, die in einer Quotenzahl verschwindet, erlaubt nur Vertrauen — und Vertrauen ist in einem Geschäft, dessen Preise sich stündlich ändern, keine belastbare Rechengrundlage.
Der Quotenabschlag von Interwetten: ein Modell, das teuer wird, wo andere billig sind
Interwetten schreibt in seinen AGB, Abschnitt G.8, dass die Sportwettensteuer nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz von Interwetten getragen wird, und zum Ausgleich ein Quotenabschlag in Höhe von 5,3 % vorgenommen wird. Ein zweiter Absatz derselben Bedingungen macht die Mechanik explizit: Im Gewinnfall reduziert sich die Auszahlungsquote und damit der Wettgewinn um 5,3 %, ausgenommen Cash-Out-Gewinne, während vom Einsatz nichts abgezogen wird. Das ist die ehrlichste Gestalt eines Steuerabschlags, die es gibt. Nichts wird versteckt, die Steuer wird als Quote umgelegt, und der Wettende kann sie sich ausrechnen, bevor er unterschreibt.
Nur rechnet sie sich nicht überall gleich. Greift man die Mechanik des Auszahlungsabschlags auf, dann bleibt von einem Einsatz, der bei Quote 2,00 eigentlich 200 € zurückbringt, in der Größenordnung von 190 € übrig, weil die Quote im Gewinnfall auf ein Niveau von rund 1,90 zurückgeht. Aus 100 € Bruttogewinn werden rund 90 €. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Größenordnung, die auf der Seite mit den AGB steht und im Kleingedruckten üblicherweise nicht nachgerechnet wird. Wer Einzelwetten mit kurzen Quoten spielt, verliert durch einen prozentualen Abschlag auf den Gewinn wenig, denn bei Quote 1,20 fällt ohnehin kaum Gewinn an, auf den man abschlagen könnte. Wer auf lange Quoten setzt, verliert proportional dasselbe, absolut aber ein Vielfaches. Der Abschlag trifft nicht jede Wette gleich, er trifft die, die am meisten zu verlieren hat, am härtesten — und genau deshalb ist die Regel nicht neutral formuliert, sondern als Prozentsatz des Gewinns.
Zu diesem Abschlag gesellt sich eine zweite Bedingung, die nichts mit Steuer zu tun hat und trotzdem den Wettschein prägt: Bei Interwetten ist es nicht möglich, Wetten mit einer Quote unter 1,10 als Einzelwette zu platzieren; niedrigere Quoten müssen als Kombi- oder Systemwette gespielt werden. Für Sparer unter den Wettenden ist das eine relevante Einschränkung, denn die kurze Einzelwette auf einen klaren Favoriten ist das Instrument, mit dem kleine Einsätze mit großer Erfolgswahrscheinlichkeit arbeiten. Wer sie spielen will, muss sie an einen zweiten Ausgang hängen und damit genau das Risiko wieder hinzufügen, das er vermeiden wollte. Der Mindestquoten-Klausel fällt damit eine Vorentscheidung zu, die tiefer greift als der Steuerabschlag selbst.
Was die Rechnung an einem Beispiel zeigt
Nehmen wir den Fall, den jede Werbung vermeidet: 100 € auf eine Einzelwette zu Quote 2,00, beim Anbieter, der die Steuer trägt und den Gewinn um 5,3 % kürzt. Vor jeder Steuerbetrachtung stehen 200 € Rückzahlung im Raum. Das zugrunde liegende Steueraufkommen beträgt 5,3 Prozent des Einsatzes netto Steuer, was einem Satz von etwa 5,03 Prozent des eingezahlten Betrags entspricht, also etwas über 5 € auf die 100 €. Das sind die Zahlen, die in Eingang und Ergebnis feststehen; alles Weitere ist eine Bandbreite, weil sie davon abhängt, an welcher Stelle ein Anbieter den Abzug ansetzt und wie er seine Marge daneben stellt. Für dieselbe Wette auf demselben Markt liegen die Rückzahlungen deshalb in einem Korridor von ungefähr 190 € auf der einen Seite bis in die Nähe der vollen 200 € auf der anderen, je nachdem, ob der Abschlag auf die Auszahlungsquote, den Bruttogewinn oder die Angebotsquote trifft. Diese Spanne ist die eigentliche Information dieses Vergleichs: Zwischen dem großzügigsten und dem ungünstigsten Steuermodell liegen bei einem Einsatz von 100 € rund 10 €, und das ist bei jeder einzelnen Wette derselbe Betrag — nicht einmalig, sondern immer wieder.
Die Rechnung beschreibt einen statistischen Mittelwert über viele Wetten unter der Annahme, dass sich der Abschlag auf den Bruttogewinn bezieht. Sie verspricht keinen Gewinn und keine Auszahlung, denn ob die Wette überhaupt gewinnt, steht in keiner Steuerregel. Ein Wettender, der sein Konto über ein Jahr führt und monatlich 100 € umsetzt, gibt bei einem Modell mit vollem Abschlag rechnerisch rund 120 € im Jahr an den Steuerposten, bei einem Modell mit voller Übernahme rund nichts. Das ist die Größenordnung, um die es bei der Frage nach dem Anbieter ohne Steuer tatsächlich geht. Es ist kein Grund, zu einem illegalen Anbieter zu gehen, aber es ist ein guter Grund, die Quoten zweier Anbieter mit unterschiedlichem Steuermodell nebeneinander zu legen, bevor man sich für einen entscheidet.
Steuerpflicht, Whitelist und die deutsche Rechtslage
Deutschland reguliert Sportwetten über den Glücksspielstaatsvertrag 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021, und die zuständige Aufsicht ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis für das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV, sie überwacht und sie ahndet nach § 28a. Die Steuer dagegen ist Sache der Finanzverwaltung, nicht der Glücksspielaufsicht — wer also eine Auskunft über die Belastung seines Wettscheins will, fragt die falsche Behörde, wenn er bei der GGL anruft.
Der einzige belastbare Nachweis einer Erlaubnis ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. In der Fassung vom 2. Oktober 2026 führt sie 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, und drei Inhaber, die ausschließlich Pferdewetten anbieten dürfen. Jede dort gelistete Domain endet auf .de, und das ist der Punkt, an dem regelmäßig falsch geschlossen wird: Eine .de-Domain beweist für sich genommen gar nichts, weil sie jedem zur Verfügung steht. Belastbar ist allein der Eintrag in der Liste, und belastbar ist die Zuordnung zwischen Marke und Inhaber, die dort steht. Ein Anbieter mit Sitz in Malta ist deshalb kein ausländisches Angebot, sondern ein deutscher Veranstalter mit einer Konzerntochter in Malta, die im Besitz der Genehmigung ist.
Was auf dieser Erlaubnis gespielt werden darf, ist enger gezogen, als die Wettscheine vermuten lassen. Nach § 21 Abs. 1 GlüStV sind Festquotensportwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts daraus sowie auf Vorfälle während des Ereignisses erlaubt, als Einzel- oder Kombinationswette. Nach § 21 Abs. 5 dürfen nur Wettarten angeboten werden, die die GGL in ihr Sportwettprogramm aufgenommen hat. Livewetten sind nach § 21 Abs. 4 nur eingeschränkt zulässig: Während eines laufenden Ereignisses darf auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten gewettet werden, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball fällt darunter, der nächste Satz im Tennis auch, der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball nicht. Ausgeschlossen sind nach § 21 Abs. 1a Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren — nach der Praxis der GGL gilt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport —, manipulationsträchtige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung; Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht erlaubt. Zu E-Sport hält die GGL fest, dass eine Bewettung nicht möglich ist, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt wird; ein legales E-Sport-Wettangebot existiert in Deutschland damit nicht.
Wer sein Geld auf einen Anbieter außerhalb dieses Systems setzt, verzichtet auf mehr als auf die Steuerzeile. Ohne deutsche Erlaubnis ist das Veranstalten von Sportwetten für Menschen in Deutschland unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta entfaltet in Deutschland keine Wirkung, und die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt und dabei Platincasino namentlich genannt. Strafrechtlich relevant ist das Veranstalten nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe und die Werbung dafür mit bis zu einem Jahr, die Teilnahme nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe — ein Muster von Verfolgung einzelner Spielender, das den einen oder anderen Anbieter dieser Gruppe abschrecken sollte, ist gleichwohl nicht feststellbar, und aus einer unklaren Verfolgungslage folgt weder ein Freibrief noch eine Drohung.
Hinzu kommt die zivilrechtliche Spur, und sie ist die unbequemste Entwicklung für die Anbieter ohne Erlaubnis. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 unter dem Aktenzeichen I ZR 90/23 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Generalanwalt Nicholas Emiliou hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich gehalten, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten, mit einer Ausnahme dort, wo Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das ist keine Rückzahlungszusage an irgendeinen Wettenden, sondern eine offene Rechtsfrage, deren Ausgang niemand kennt. Wer heute bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, spekuliert auf einen Rückzahlungsanspruch, den es vielleicht geben wird und der dann jahrelang vor Gericht liegt.
Die Erlaubnis selbst sagt allerdings nichts über die Höhe der Steuer, die auf dem Wettschein landet — und hier liegt das Missverständnis, das dieser Vergleich auflösen soll. Auch ein legaler deutscher Anbieter kann die Steuer weitergeben, und kein Gesetz verbietet ihm das. Das GlüStV regelt, wer die Steuer schuldet, nicht wer sie trägt. Eine Regelung, die einem Anbieter die Weitergabe untersagt oder einen Bonus bei Sportwetten begrenzt, existiert nicht; Bedingungen wie Mindestumsatz, Mindestquote und Frist ergeben sich ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Wer also nach einem Anbieter sucht, bei dem die Steuer nicht ankommt, sucht nicht nach einem legalen Sonderfall, sondern nach einem Preismodell — und Preismodelle wechseln, sobald die Marge es verlangt.
Was aus den Steuereinnahmen über das Geschäft zu lernen ist
Die Steuer ist keine Fußnote der Sportwettenbranche, sie ist eine der stabilsten Einnahmequellen, die der deutsche Fiskus aus dem Glücksspiel zieht. Im Jahr 2023 gingen die steuerlichen Einnahmen aus Sportwetten gegenüber dem Vorjahr um 5,2 % auf 409 Millionen Euro zurück, nachdem sie 2013 bei 189 Millionen Euro gelegen hatten; damit lagen die Einnahmen des Jahres 2023 um 116,8 % höher als zehn Jahre zuvor. Der aktuelle Rückgang ist also kein Einbruch eines jungen Marktes, sondern eine Delle in einer stark gewachsenen Größe. Zum Vergleich: Die gesamten Steuereinnahmen aus Glücksspiel beliefen sich 2023 auf rund 2,48 Milliarden Euro, ein Minus von 3,6 % gegenüber dem Vorjahr, und die Lotteriesteuer machte mit rund 1,77 Milliarden Euro 71 % davon aus. Sportwetten sind damit der kleinere Bruder, aber der am stärksten gewachsene.
Erhoben wird die Sportwettsteuer in Deutschland seit dem 1. Juli 2012. Wer sich fragt, warum vor 2012 niemand über Quotenabschläge diskutiert hat, hat damit die Antwort: Es gab keine Steuer, auf die man hätte abschlagen können. Den Preis für eine Steuer trägt am Ende immer der, dessen Rechnung sie berührt, und die Frage ist nur, ob er es auf dem Wettschein sieht oder eine Quote vorfindet, die stillschweigend kleiner gerechnet ist.
Spielerschutz: Was die Null-Prozent-Werbung nicht ändert
Am Verlustrisiko ändert die Steuerzeile nichts, und das ist der Punkt, an dem die Werbung am meisten verspricht und am wenigsten kann. Ein Anbieter, der mit null Prozent Wettsteuer wirbt, wirbt nicht mit besseren Gewinnchancen. Er wirbt mit einem Preis, und der Markt, auf dem gewettet wird, bleibt derselbe: Jede Quote trägt den Quotenschlüssel in sich, also den Anteil aller Einsätze eines Marktes, den dieser Markt nach Abzug der Marge zurückzahlt. Wird der Steuerabschlag zusätzlich in die Quote gerechnet, verteuert sich der Markt; wird er am Gewinn abgezogen, verschiebt sich die Belastung nur in einen anderen Schritt der Rechnung. Der Spielerschutz nach dem GlüStV bleibt davon vollständig unberührt, und zwar in beiden Fällen.

Die Regeln, die den deutschen Markt von seinen Alternativen unterscheiden, sind andere Regeln. Mit der Teilnahme an Sportwetten ist man ab 18 Jahren dabei, nach § 4 Abs. 3 GlüStV. Es gilt ein Konto pro Anbieter mit vollständiger Verifizierung nach § 6a; vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Nach § 6c Abs. 1 GlüStV gilt ein Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, das über die Limitdatei LUGAS durchgesetzt wird. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, darf die Grenze für eine einzelne Person höher setzen — bis zu 10.000 €, und zwischen 10.000 € und 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler —, aber nur auf nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hin; eine Selbstauskunft genügt nicht. Die Senkung des Limits wirkt sofort, die Anhebung erst nach 7 Tagen. Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist nach § 6h über die Aktivitätsdatei untersagt.
Wer aufhören will, findet das Werkzeug dafür ebenfalls im Regime. OASIS nach §§ 8 und 8a ist das bundesweite Sperrsystem, das bei der Registrierung und beim Login abgefragt wird. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn die spielende Person einen Zeitraum nennt, andernfalls mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 Absatz 3 löst einen sofortigen 24-Stunden-Block aus. Anbieter ohne deutsche Erlaubnis sind an OASIS und LUGAS nicht angebunden — eine Sperre bei einem deutschen Anbieter, die den Spieltrieb nicht vom nächsten Angebot fernhält, ist keine unwahrscheinliche Lage, sondern die Regel für alle, die sich dort anmelden.
Auch die Bezahlwege sind Teil des Spielerschutzes. Nach § 6b Abs. 4 GlüStV sind Einzahlungen nur von einem auf den eigenen Namen laufenden Zahlungskonto bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut zulässig, und anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem legalen deutschen Sportwettenmarkt heraushält, und er ist der Grund, warum die Suche nach einem Wettanbieter ohne Steuer mit PayPal-Spekulationen häufig bei Anbietern endet, die es mit der Legitimation weniger genau halten. Spielguthaben liegen nach § 6b Abs. 6 auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben nach § 6b Abs. 6 und 7 binnen fünf Werktagen kostenfrei ausgezahlt. Das ist ein konkretes Versprechen mit einer Frist, und es ist mehr, als ein Anbieter ohne Erlaubnis zusätzlich zu seinen sonstigen Risiken geben wird.
Bei der Werbung ist die Lage differenzierter, als das Schlagwort von der Null-Prozent-Kampagne nahelegt. Werbung darf nach § 5 Abs. 7 GlüStV nur von Erlaubnisinhabern betrieben werden. Das Verbot von 6:00 bis 21:00 Uhr betrifft nach § 5 Abs. 3 Satz 1 Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casino — nicht den Sportwettenbereich. Für Sportwetten gilt anderes: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während dessen Liveübertragung im selben Sender, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz, jeweils nach § 5 Abs. 3 und 6. Wer auf einer Seite mit Fußballwerbung und prominent platziertem aktiven Profi stolpert, hat deshalb nicht automatisch ein illegal beworbenes Angebot vor sich, sondern möglicherweise nur eine Regelverletzung — was den Anbieter nicht attraktiver macht, aber die Rechtslage richtig einordnet.
Die Anbieter im Vergleich: Zehn Sportwetten-Erlaubnisse und zehn Steuermodelle
Der Vergleich ordnet zehn Anbieter, die alle auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder stehen, und keine Bewertung, die hier folgt, ist eine Empfehlung zum Wetten. Was die Reihenfolge bestimmt, ist das Kriterium dieser Seite: wie viel von einem Wettschein beim Wettenden ankommt. Wo eine Zahl fehlt, fehlt sie, und dann steht im Text, was über den Anbieter tatsächlich festgehalten werden kann.
1. 888sport: über die Börse geprüfter Konzern, noch ohne ausgewiesenes Steuermodell
Bei 888sport steht hinter der Marke ein Konzern, der seine Zahlen jeden Quartalsbericht veröffentlichen muss. Die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie notiert seit September 2005 an der London Stock Exchange. Für die Frage nach dem Steuerumgang ist das erst einmal weder gut noch schlecht — es heißt, dass ein Wettender, der es genau wissen will, in den Geschäftsberichten dieses Unternehmens nach margenwirksamen Posten suchen kann, während er bei einer rein privaten Marke auf die Wettregeln angewiesen bleibt.
Bei 888sport ist der Umgang mit der Sportwettensteuer kein ausgewiesenes Modell, das sich pauschal benennen ließe. Wer den Anbieter prüft, schaut am besten in die Wettregeln oder den letzten Schritt des Wettscheins vor der Bestätigung, denn dort taucht ein Steuerposten auf, falls das Modell ihn vorsieht. Die Erlaubnis besteht seit dem 30.06.2021, was den rechtlichen Rahmen bestätigt, aber nichts über den Preis aussagt, den der Anbieter für seine Steuer weiterreicht.
2. Betano: Erlaubnis mit frühem Datum, Steuerbehandlung im Wettschein zu klären
Bei Betano läuft die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 19.02.2021, und der Inhaber ist die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan auf Malta. Eine frühe Erlaubnis in einem Markt, der gerade erst geöffnet war, war seinerzeit mit dem Aufbau eines deutschen Wettprogramms verbunden, und entsprechend etabliert ist das Angebot heute.
Für die Kostenfrage ist bei Betano kein pauschaler Steuerabschlag, Quotenschnitt oder Gewinnabzug ausgewiesen. Was ein Wettender tun kann, ist unaufwendig: Er setzt einen kleinen Betrag, wartet auf einen Gewinn und vergleicht den Auszahlungsbetrag mit dem Produkt aus Einsatz und Quote. Weicht das Ergebnis nach unten ab, steckt die Steuer in der Differenz; stimmt es, trägt der Anbieter sie vollständig. Ein Test, der in zwei Wetten mehr Klarheit bringt als jede Steuerseite. Die Legalität des Angebots bestätigt die Whitelist, in der der Anbieter mit seiner Erlaubnis geführt ist.
3. Tiptorro: App-Anbieter mit Whitelist-Erlaubnis, Steuerumgang nicht ausgewiesen
Tiptorro tritt als App-Anbieter auf, und dieser Kanal prägt das Bild. Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta angeboten, die sich selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beschreibt. Die Whitelist führt die Torro Tec Limited als Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis für Tiptorro, die am 30.06.2021 erstmals ausgegeben und am 27.12.2022 als Folgeerlaubnis bestätigt wurde.
An der Steuerzeile ändert die App nichts. Ein Quotenabschlag, ein Gewinnabzug oder ein separater Steuerposten ist für Tiptorro ebenso wenig ausgewiesen wie die Übernahme. Wer den Anbieter nutzt, erfährt den Umgang mit der Steuer über den Wettschein — und hat bei einem reinen App-Anbieter den zusätzlichen Vorteil, dass der letzte Prüfschritt dort selten in zwei Klicks übersprungen wird. Überzeugend ist daran die Konstruktion, nicht die Kommunikation: Ein Anbieter, der sich in der App als zugelassen darstellt und tatsächlich in der Liste steht, hat den Test bestanden, an dem viele Anbieter ohne Erlaubnis scheitern. Was offenbleibt, ist der Preis. Und genau das ist bei dieser Seitenlänge die relevante Aussage: Die Lizenz ist gesichert, der Steuerposten ist es nicht.
4. LeoVegas: die jüngste Erlaubnis im Feld und ein ungeklärter Steuerweg
LeoVegas sticht in der Tabelle durch ein Datum heraus, das zehn Jahre jünger wirkt als der Rest: Die Whitelist der GGL führt für LeoVegas die LVSports Limited als Betreiberin, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. Diese beiden Daten sollten nicht vermischt werden. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln als eine Sportwetten-Erlaubnis, und ein Anbieter, der im Casino-Bereich lange vor Ort war, betritt den Sportwettenmarkt damit nicht automatisch früher.
Für die Kostenfrage ist bei LeoVegas kein Steuermodell festgehalten. Der junge Markteintritt macht die Frage aber interessanter als bei den Anbietern von 2020, denn ein neuer Veranstalter in einem wettbewerbsintensiven Markt braucht einen Grund, warum ein Wettender zu ihm wechseln sollte — und ein Quotenvorteil, der aus einem günstigeren Steuermodell stammt, wäre ein solcher Grund. Ob LeoVegas den Steuerabzug trägt oder weitergibt, zeigt sich im Wettschein und in den Wettregeln. Wer die Entscheidung zwischen diesem Anbieter und einem etablierten treffen muss, hat damit ein Prüfkriterium, aber noch keinen geprüften Wert und sollte den Vergleich der Auszahlungen nicht auf die Erlaubnisdaten stützen.
5. AdmiralBet: Erlaubnis mit mehreren Folgegenehmigungen, Steuerposten offen
AdmiralBet gehört zu den Anbietern, deren Genehmigungshistorie mehrere Stationen kennt. Auf der Whitelist der GGL ist für AdmiralBet die Greentube Betting Malta Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und vom 29.07.2024. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine Erlaubnis seit dem 28.09.2022. Zwei Folgegenehmigungen im Sportwettenbereich sind kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Verwaltungsvorgang, der regelmäßig anfällt, wenn eine Erstgenehmigung ausläuft oder das Geschäft eine neue Fassung braucht; interessant sind sie für den Wettenden nur deshalb, weil sie zeigen, dass die Aufsicht den Anbieter über Jahre begleitet hat.
Was AdmiralBet mit der Sportwettensteuer macht, ist nicht gesondert ausgewiesen. Ein Wettender, der den Anbieter prüft, sollte vor der ersten größeren Wette den letzten Prüfschritt des Wettscheins lesen, und zwar bei einer gewonnenen Wette: Dort zeigt sich, ob die Auszahlung dem Produkt aus Einsatz und Quote entspricht oder darunter bleibt. Die Casino-Erlaubnis auf einer eigenen Subdomain ist rechtlich getrennt und gehört nicht in die Bewertung des Sportsbooks. Wer Sportwetten spielt, sollte sich nicht von der Casino-Präsenz beeinflussen lassen, denn die Regeln, Limits und Steuerbehandlungen beider Bereiche sind grundverschieden.
6. bpremium: Gebühren bei Auszahlungen sind bankspezifisch, Steuerfrage ungeklärt
Bei bpremium lohnt ein Blick auf die Nebenkosten, weil dieser Punkt in Steuerdiskussionen gern untergeht. Die Auszahlungsgebühren hängen von der gewählten Zahlungsmethode ab; bei Banküberweisungen in Euro innerhalb des SEPA-Raums fallen die regulären Inlandsgebühren der Banken an, auf die der Anbieter keinen Einfluss hat. Das ist korrekt formuliert und trotzdem für die Rechnung wichtig: Ein Anbieter mit gutem Steuermodell und einer Gebührenpolitik, die bei jeder Auszahlung fünf Euro kostet, kann über ein Jahr teurer sein als ein Anbieter mit Quotenabschlag und kostenfreier Auszahlung.
Inhaber der Sportwetten-Erlaubnis für bpremium ist nach der Whitelist die Ladbrokes (Deutschland) Limited, ausgegeben am 09.10.2020, mit Folgeerlaubnis vom 21.12.2022. Die Behandlung der Sportwettensteuer ist für diesen Anbieter nicht ausgewiesen. Damit bleiben zwei Posten offen — Nebenkosten und Steuerweg —, und wer bpremium ernsthaft in Betracht zieht, sollte beide zusammen prüfen und nicht nur die beworbene Quote. Der Testfall ist einfach: eine Auszahlung per SEPA-Überweisung, eine Einzahlung in vergleichbarer Höhe, danach der Vergleich des Saldos mit der Erwartung.
7. NEO.bet: früher Listenplatz und keine Auskunft über die Steuerbehandlung
NEO.bet zählt zu den Anbietern, deren Genehmigung auf den 09.10.2020 zurückgeht. Auf der Whitelist der GGL ist für NEO.bet die Greenvest Betting Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022.
In der Steuerfrage zeigt sich bei diesem Anbieter, was der Wettschein vorgibt. Ein gesonderter Steuerposten, ein Quotenabschlag oder die vollständige Übernahme sind für NEO.bet nicht pauschal zu belegen. Für den Vergleich zählt etwas anderes: NEO.bet gehört zu der Gruppe, die schon seit 2020 in Deutschland zugelassen ist und damit eine Erlaubnis führt, die älter ist als manche der groß beworbenen Neuzugänge. Diese Kontinuität ist der belastbare Teil des Profils. Der Steuerweg sollte im Wettschein gesucht werden und nicht in der Werbung.
8. Sportingbet: Steuer in den eigenen Wettregeln ausgewiesen
Sportingbet ist der Anbieter in diesem Feld, der die Steuer in seinen eigenen Regeln am ausführlichsten benennt — und die Zahl, die dort steht, ist keine Kleinigkeit. In den Wettregeln nennt Sportingbet eine Steuer von „5% des Wetteinsatzes“ nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes; bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen 5 % des Bruttogewinns, also des Produkts aus Einsatz und Quote, vom Gewinn ein. Das ist ein doppelt ausgewiesener Posten: eine Angabe auf den Einsatz und ein Abzug am Gewinn. Wer rechnen will, sollte beachten, dass der Satz in den Regeln selbst mit „5 % des Wetteinsatzes“ beschrieben wird, während das Gesetz 5,3 Prozent auf den um die Steuer verminderten Einsatz vorsieht — die Differenz zwischen beiden Lesarten ist klein, aber sie existiert, und der Wettschein entscheidet, welche gilt.
Der zweite Teil der Regel ist für die Praxis der relevante. Ein Abzug von 5 % auf den Bruttogewinn trifft jede gewonnene Wette gleichmäßig in Prozent, aber ungleichmäßig in Euro, und in Kombinationswetten multipliziert sich der Effekt über die einzelnen Legs. Ein Wettender, der eine Kombiwette mit drei Ausgängen spielt, sollte in seinen Erwartungswert von vornherein den Gewinnabzug einbeziehen und nicht erst nach dem Treffer staunen. Das ist die Information, die hier trägt. Die Erlaubnis selbst ist unauffällig: Inhaber für Sportingbet ist die Sportingbet (Deutschland) Limited, erstmals ausgegeben am 09.10.2020, mit Folgeerlaubnis vom 21.12.2022.
9. Sportwetten.de: Kostenpolitik über sieben Wege, Steuerposten nicht beziffert
Sportwetten.de ist der Anbieter dieses Vergleichs, über den die meisten konkreten Kostensätze in den eigenen Bedingungen stehen — nur betreffen sie die Zahlungswege, nicht die Steuer. Als Zahlungsmethoden führt der Anbieter Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung über Trustly, Kreditkarte von Visa und Mastercard, Banküberweisung, Skrill und Aircash; für alle ist „Keine“ Gebühr und „Sofort“ als Bearbeitung angegeben, als Mindestbetrag gelten 10,00 € bei Trustly, Skrill und Aircash. Einzahlungen über Dritte sind nicht gestattet. Für die Kostenfrage ist das eine gute Nachricht mit einer Einschränkung: Wer über diese Wege ein- und auszahlt, hat neben dem Einsatz und einer etwaigen Steuerumlage keine weiteren Gebühren zu erwarten, muss aber mit einem Mindestbetrag von 10,00 € je Transaktion rechnen. Bei kleinen Einsätzen ist der Weg über Kreditkarte und Banküberweisung deshalb der günstigere, während Trustly, Skrill und Aircash den Betrag erhöhen, bevor sie überhaupt greifen.
Inhaber der Sportwetten-Erlaubnis für Sportwetten.de ist nach der Whitelist die NetX Betting Limited, erstmals ausgegeben am 19.11.2020, mit Folgeerlaubnis vom 16.12.2022. Wie der Anbieter die Sportwettensteuer behandelt, lässt sich aus dem festgehaltenen Material nicht sagen; es bleibt bei dem, was der Wettschein zeigt. Die Verbindung der beiden Punkte ist für die Bewertung entscheidend: Ein Anbieter mit gebührenfreien Zahlungswegen und einem Steuerabschlag kann günstiger sein als einer mit Quotenübernahme und Gebühren auf jeder Auszahlung. Wer zwischen beiden wählt, sollte nicht nur die Quote vergleichen, sondern die Gesamtrechnung aus Einsatz, Steuerbehandlung und Auszahlungskosten. Und drittens: Die akzeptierten Einzahlungswege sind marktüblich breit — der Hinweis auf PayPal rettet die Erwartung, die manche an ein Angebot ohne Steuer knüpfen, jedenfalls in der Bezahlfrage.
10. bwin: große Marke, Erlaubnis seit dem ersten Vergabejahr, Steuerweg in den Wettschein zu prüfen
bwin gehört zu den bekanntesten Namen dieses Feldes, und die Whitelist ordnet ihn nüchtern ein: Als Anbieter von bwin führt sie die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira auf Malta, mit einer erstmals am 09.10.2020 ausgegebenen Sportwetten-Erlaubnis und einer Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. Dass eine Marke bekannt ist, macht sie nicht steuergünstig, und das ist der Satz, der an dieser Stelle stehen muss: Bekanntheit ist kein Preisargument.
Ein ausgewiesenes Steuermodell ist für bwin nicht festgehalten. Wer die Marke wegen ihres Bekanntheitsgrades wählen will, tut das auf einer Grundlage, die mit der Steuerfrage nichts zu tun hat, und sollte die Kostenfrage separat klären: im letzten Prüfschritt des Wettscheins, bei einer gewonnenen Wette, anhand der Differenz zwischen Auszahlung und Produkt aus Einsatz und Quote. Für den Gesamtvergleich bleibt bwin damit ein Anbieter mit gesicherter Rechtsposition und offenem Preisposten — kein schlechtes Profil, aber eines, das man nicht mit dem Etikett einer groß beworbenen Null-Prozent-Regel verwechseln sollte.
Was der Steuerabschlag die schmale Kasse kostet
Die Rechnungen dieses Vergleichs treffen nicht alle Wettenden gleich, und wer mit kleinen Beträgen arbeitet, sollte die Größenordnung kennen. Ein Quotenabschlag von 5,3 % auf den Gewinn kostet bei einer Einzelwette zu Quote 2,00 und 10 € Einsatz rund einen Euro, bei 100 € Einsatz rund 10 €. In Prozent ist das identisch, im Haushaltsbudget nicht. Wer monatlich 50 € einsetzt, gibt unter dem ungünstigsten Modell im Jahr etwa 60 € an den Steuerposten; wer dieselbe Summe unter einem Modell mit vollständiger Übernahme spielt, gibt dafür null. Bei 500 € monatlich werden daraus mehrere Hundert Euro pro Jahr, und das ist die Größenordnung, in der die Wahl des Steuermodells eine Entscheidung über mehrere hundert Euro ist und nicht über eine Quote hinter dem Komma.
Daraus folgt keine Empfehlung für einen bestimmten Anbieter, sondern eine Reihenfolge. Zuerst klärt der Wettende, ob die Erlaubnis stimmt, weil daran nichts zu optimieren ist und alles andere darauf aufbaut. Dann liest er den letzten Prüfschritt des Wettscheins und vergleicht die Auszahlung mit dem Produkt aus Einsatz und Quote. Erst danach lohnt der Blick auf die Höhe der Quoten — denn die Quotenhöhe und die Steuerbehandlung sind zwei Seiten derselben Marge, und ein Anbieter mit hohen Quoten und voller Steuerübernahme schlägt in der Gesamtrechnung keinen Anbieter mit niedrigeren Quoten, der die Steuer trägt. Wer bei einem Anbieter wettet, der unter einer Mindestquote von 1,10 keine Einzelwette zulässt, sollte zusätzlich einplanen, dass die kurze Einzelwette auf einen klaren Favoriten dort nicht zu haben ist. Das ist keine Steuerfrage, sondern eine Produktfrage, und sie trifft genau die vorsichtigen Spieler, die mit kleinen Einsätzen bei kurzen Quoten arbeiten.
Häufige Fragen zur Sportwettensteuer
Wie hoch ist die Sportwettensteuer in Deutschland, und auf welche Bemessungsgrundlage wird sie berechnet?
Der bundesweite Satz liegt bei 5,3 Prozent auf den Einsatz, der nach Abzug der Steuer selbst übrig bleibt. Weil die Steuer in ihrer eigenen Grundlage steckt, entspricht das ungefähr 5,03 Prozent des tatsächlich eingezahlten Betrags. Vorschrift ist die Regelung in den §§ 17 und 18 des Rennwett- und Lotteriegesetzes.
Wer schuldet die Sportwettensteuer, der Anbieter oder die Spielenden?
Schuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht die Person, die den Wettschein abgibt. Nach § 19 des Rennwett- und Lotteriegesetzes trifft die Zahlungspflicht den, der das Wettangebot organisiert. Ob und wie er sie an die Spielenden weitergibt, steht nicht im Gesetz, sondern in seinen Bedingungen, und liegt damit ganz bei ihm.
Was bedeutet die Werbung mit „0 % Wettsteuer“ für Quote und Auszahlung?
Sie beschreibt, dass der Anbieter die Steuer selbst trägt statt sie als Posten auf dem Wettschein auszuweisen. Ein Geschenk ist das nicht. Wo keine Steuer abgezogen wird, ist sie in der Preisstellung enthalten, die der Anbieter für seine Quoten wählt, und mit der Steuer selbst trägt er sie aus einer Marge, die er über viele Wetten zurückholt.
Wie wird ein Gewinn berechnet, wenn der Anbieter einen Quotenabschlag von 5,3 % vornimmt?
Bei einem Abschlag von 5,3 % auf den Gewinn sinkt die effektive Quote einer Wette im Gewinnfall. Aus 100 € Einsatz zu Quote 2,00 werden statt 200 € rund 190 €, weil die Auszahlungsquote auf etwa 1,90 fällt. Der Einsatz selbst bleibt unangetastet; gekürzt wird nur der Gewinnanteil, und bei Cash-Out-Gewinnen greift der Abschlag nicht.
Warum bieten Seiten ohne deutsche Erlaubnis Wetten ohne Steuer an, und was fehlt dort?
Eine deutsche Sportwettensteuer fällt dort nicht an, dafür fehlt alles, was an die deutsche Erlaubnis geknüpft ist: kein Eintrag auf der Whitelist, keine Anbindung an OASIS oder LUGAS, keine deutschen Aufsichts- und Rechtsschutzwege. Hinzu kommen mögliche Rückforderungen auf dem Zivilweg, deren Ausgang offen ist, und ein Aufenthalt im Bereich des unerlaubten Glücksspiels.
Lizenz – Wettanbieter
Inhalt erstellt vom Team «Wettanbieter»
