Cricket-Wetten in Deutschland: Zehn Anbieter, ihre Erlaubnis und der Preis der Wette

Updated Oktober 2026
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Cricket ist hierzulande keine Massensportart, und genau das macht die Sache unübersichtlich. Wer zum ersten Mal versucht, auf ein Test-Match oder ein T20-Spiel zu setzen, merkt schnell, dass er nicht wirklich zwischen dreißig Anbietern wählt, sondern zwischen einer Handvoll, die die Sportart überhaupt führen. Dazu kommt eine zweite Einschränkung, die schwerer wiegt als jede Quotendifferenz: Ohne deutsche Erlaubnis ist das Angebot verboten, egal wie professionell die Seite aussieht.

Ein weites grünes Cricketfeld mit einem hellen Streifen in der Mitte, tief stehende Sonne, im Hintergrund eine leere Tribüne.
Den Cricket World Cup 2023 gewann Australien, Gastgeber war Indien; die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert.

Seit 30. Oktober 2026 aktuell, geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).

Der Grundgedanke dieser Seite ist ein kaufmännischer. Ein Cricket-Turnier dauert je nach Format einen Abend, einen Tag oder fünf Tage, und der Ausgang hängt von Faktoren ab, die kein Mensch vorhersagt — Regen, ein Wurf, der die Richtung eines ganzen Spiels kippt, ein Super Over nach einem Gleichstand. Wer darauf Geld setzt, sollte wissen, was er dafür zahlt. Nicht nur in Form des Einsatzes, sondern in Form der Marge, die in jedem Preis steckt, der Steuer, die den Wetter ohnehin nicht trifft, und der Bedingungen, die ein Anbieter an seine Werbegeschenke knüpft.

Spielplan und Turniere: wann Cricket überhaupt auf dem Wettschein steht

Ein Wettangebot auf Cricket existiert nicht im Luftleeren. Es hängt daran, ob gerade gespielt wird, und das Cricket-Jahr hat eine Struktur, die sich deutlich von der des Fußballs unterscheidet.

Ein Cricketschläger aus hellem Holz und ein roter Lederball liegen auf kurzem Rasen, weiches Abendlicht.
Im Cricket stehen sich zwei Mannschaften mit je 11 Spielern gegenüber; ein Spiel hat zwei oder vier Innings, ein Over besteht aus sechs regulären Bällen.

Die zwei Grundformen sind schnell erklärt. Zwei Mannschaften mit je elf Spielern stehen sich gegenüber, ein Spiel besteht aus zwei oder vier Innings, und ein Over umfasst sechs reguläre Bälle. Aus diesen Bausteinen ergeben sich die drei Formate, die auch die Wettmärkte gliedern.

Ein Test-Match ist die lange Form. Es dauert bis zu fünf Tage, mit täglich drei Sessions von etwa zwei Stunden. Ein One-Day International, kurz ODI, umfasst in der Regel 50 Overs pro Innings. Twenty20 oder T20 schließlich bringt es auf 20 Overs pro Innings, mit höchstens 75 Minuten je Innings. Wer die Formate verwechselt, verwechselt auch die Zeit, die eine Wette unterwegs ist. Bei einem Test-Match liegen zwischen Einsatz und Abrechnung unter Umständen fünf Tage plus Regenpausen; bei einem T20 ist die Sache an einem Abend erledigt.

Der Cricket World Cup der Männer findet alle vier Jahre statt und wird mit 50 Overs pro Innings gespielt — eine Regel, die seit 1987 gilt, zuvor waren es 60 Overs. Die erste Austragung war 1975 in England, Rekordsieger ist Australien mit sechs Titeln. Den World Cup 2023 gewann Australien, Gastgeber war Indien. Die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert.

Diese Erweiterung ist mehr als eine Fußnote. Sie verschiebt den Spielplan in Richtung mehr Partien, mehr Außenseiter und mehr Märkte, die ein Anbieter überhaupt aufsetzen kann. Wer heute bei einem Buchmacher prüft, ob Cricket im Programm steht, prüft faktisch, ob der Anbieter in zwei Jahren eine WM mit vierzehn Teilnehmern abbilden kann oder nur die drei Favoritenspiele.

Das Format entscheidet auch über die Merkwürdigkeiten des Spiels. Ein Cricket-Spiel endet als Tie, wenn alle Innings beendet sind und der Punktestand gleich ist — das gilt als sehr selten. Ein Draw dagegen entsteht, wenn die Zeit vor dem Ende aller Innings abläuft. Zwei verschiedene Wörter, zwei verschiedene Ausgänge, und in einem Fall zahlt eine Wette auf den Sieger aus, im anderen nicht.

Am deutlichsten wird das an einem Datum, das in keinem Wettanbieter-Werbetext fehlt. Das Finale des Cricket World Cup 2019 stand nach 50 Overs 241:241 und im Super Over 15:15. Gewinner war England, nicht wegen eines Runs mehr, sondern anhand der Zahl der Boundaries. Ein Wettschein auf „England gewinnt“ hätte ausbezahlt, ein Schein auf ein Ergebnis nach Runs hätte nichts gewonnen. Wer das nicht weiß, wundert sich über einen Ausgang, der in den Statistikseiten plötzlich anders aussieht als auf dem eigenen Wettschein.

Für den laufenden Betrieb sind es dann die Ligen und Turniere, die den Kalender füllen. Die Indian Premier League (IPL) ist das bekannteste Beispiel einer nationalen Twenty20-Liga mit internationalen Spielern. Sie steht exemplarisch dafür, was abseits der Weltmeisterschaft an Programmmasse entsteht: viele Spiele in kurzer Zeit, überwiegend am Abend, und damit genau die Form, für die Live-Wetten gemacht sind.

Cricket-Regeln, die jede Wette berühren

Die Duckworth-Lewis-Stern-Methode berechnet das Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft in durch Wetter unterbrochenen Limited-Overs-Spielen. Das ist kein Randfall, sondern der Normalfall eines verregneten Cricket-Tags. In 50-Over-Spielen muss jedes Team mindestens 20 Overs spielen, im Twenty20 mindestens fünf — sonst wird das Spiel als „No Result“ gewertet. Die Ausnahme: ein Team ist all out oder erreicht sein Ziel früher.

Was das für den Wettschein bedeutet, ist die eigentliche Geschichte. Wird ein Spiel zum „No Result“ erklärt, steht dort ein Verhältnis, das der Wetter nicht beeinflusst hat und nicht in seiner Hand lag. Ob ein Anbieter in diesem Fall den Einsatz zurückgibt oder die Wette als verloren behandelt, regelt kein Gesetz, das ein Buchmacher nicht ohnehin beachten müsste — es steht in den Teilnahmebedingungen des jeweiligen Anbieters. Die Mindest-Over-Zahl ist damit ein Verbraucherkriterium, das kaum einer liest und das an einem Regentag über den ganzen Einsatz entscheidet.

Die Methode selbst hat ebenfalls Geschichte. Sie wurde 1997 eingeführt und 1999 vom International Cricket Council (ICC) offiziell übernommen. Seit November 2014 trägt sie nach Steven Stern den Namen Duckworth-Lewis-Stern. Für den Wetter ist die Versionsnummer irrelevant; für die Quote ist sie es nicht, weil eine revidierte Zielberechnung das Verhältnis zwischen den Mannschaften mitten im Spiel verschieben kann und Live-Preise darauf reagieren.

Vergleich: die deutschen Cricket-Anbieter im Überblick

Bevor einzelne Häuser bewertet werden, lohnt eine nüchterne Ausgangstabelle. Die drei Spalten, die hier zählen, sind die, die man in zehn Minuten selbst prüfen kann: Wer steht auf der Whitelist, wer ist der Inhaber der Erlaubnis, und seit wann läuft sie. Alles weitere — Quoten, Märkte, Bonusbedingungen — steht ausführlich im Abschnitt „Die zehn Anbieter im Einzelnen“.

Anbieter Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
Tipico Erlaubnis erteilt, Inhaber Tipico Co. Limited 09.10.2020
ODDSET Erlaubnis erteilt, Inhaber Oddset Sportwetten GmbH 18.11.2020
NEO.bet Erlaubnis erteilt, Inhaber Greenvest Betting Limited 09.10.2020
Tiptorro Erlaubnis erteilt, Inhaber Torro Tec Limited 30.06.2021
DAZN Bet Erlaubnis erteilt, Inhaber DZBT Operations Limited 22.08.2023
Sportwetten.de Erlaubnis erteilt, Inhaber NetX Betting Limited 19.11.2020
888sport Erlaubnis erteilt, Inhaber 888 Germany Limited 30.06.2021
Betway Erlaubnis erteilt, Inhaber Betway Limited 09.03.2021
bwin Erlaubnis erteilt, Inhaber bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020
Interwetten Erlaubnis erteilt, Inhaber Interwetten Gaming Limited 02.11.2020

Was auffällt, ist die Homogenität der ersten Spalte. Sie ist das Ergebnis einer strengen Zulassungspraxis und einer kleinen Zahl von Amtsakten: Zwischen 2020 und 2023 wurden die Sportwetten-Erlaubnisse in Wellen erteilt, mit zwei auffälligen Daten — 31.10.2020 und 27.12.2022 tauchen mehrfach auf, weil damals ganze Antragsstapel abgearbeitet wurden. Sicherheitshalber sei ergänzt: Nur der Bereich vor dem Schrägstrich, also die Sportwetten-Erlaubnis, zählt hier. Eine Erlaubnis für Automaten oder Casino sagt über die Sportabteilung eines Hauses nichts aus.

Die zweite Spalte zeigt, dass hinter nahezu jedem dieser Namen eine Konzerngesellschaft sitzt, die nicht mit dem Betreiber identisch ist. Der deutsche Markt ist überwiegend über mittelständische Strukturen mit Sitz in Malta und anderen EU-Ländern organisiert. Für den Wetter ist das kein Nachteil, aber es ist ein Hinweis darauf, wo er im Konfliktfall Ansprüche geltend machen müsste.

Die dritte Spalte enthält keinen Endtermin, und das ist kein Versäumnis meiner Übersicht. Die Whitelist weist ausdrücklich nur Erteilungsdaten aus, keine Ablaufdaten. Eine erste Erlaubnis läuft in der Regel fünf Jahre, aber wer aus einem Datum eine Restlaufzeit ableitet, rechnet munter drauflos. Laufen Verlängerungen durch, verlängert der Behördenakt, und zwar ohne dass die Liste deshalb aktualisiert werden muss.

Was Cricket-Wetten in Deutschland erlaubt sind

Cricket ist auf der Whitelist kein eigenes Thema. Kein Gesetz nennt die Sportart. Man muss also die Regeln, die für alle Sportwetten gelten, auf Cricket anwenden, und genau das ist der Punkt, an dem sich Anbieter praktisch unterscheiden.

Erlaubt sind Festquoten-Wetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Ereignisse in dessen Verlauf — als Einzelwette oder als Kombiwette nach § 21 Abs. 1 des Glücksspielstaatsvertrags. Es zählt außerdem ausschließlich, was die GGL als Betreiberin geprüft und zugelassen hat: das Sportwettprogramm nach § 21 Abs. 5. Wer sich früher über fehlende Cricket-Märkte geärgert hat, ärgert sich über eine Zulassungsfrage, nicht über die Lust des Buchmachers.

Live-Wetten sind nach § 21 Abs. 4 eine deutlich schmalere Angelegenheit. Während eines laufenden Ereignisses sind nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente zulässig, und zwar nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor beim Fußball ist erlaubt, der nächste Satz beim Tennis auch; der nächste Punkt beim Tennis oder der nächste Korb beim Basketball nicht. Auf Cricket übertragen: Wer live auf ein einzelnes Over, den nächsten Wicket-Fall oder die Runs eines Schlagmanns setzen will, wird auf dem deutschen Markt kaum fündig. Die gesetzlich zulässige Schnittmenge liegt beim Spielausgang und bei größeren Spielabschnitten.

Ausgeschlossen sind nach § 21 Abs. 1a Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind — die GGL-Praxis rechnet den Fußball unterhalb der 3. Liga dem Amateurbereich zu. Dazu kommen manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig.

Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Bei einem Test-Match über fünf Tage ist das keine Formalität, sondern ein Liquiditätsfaktor: Wer am dritten Tag seinen Gewinn weiterspielen will, muss warten, bis der fünfte Tag vorbei ist.

Einen gesetzlichen Höchstbetrag pro Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht. Wer eine vierstellige Summe auf ein ODI setzen möchte, darf das tun, sofern der Anbieter mitspielt — und genau dort liegt die Grenze, denn die Annahmegrenzen sind Sache des Betreibers.

Was eine Cricket-Wette an Marge kostet: ein Rechenbeispiel

Quotenschlüssel und Marge sind die Begriffe, mit denen sich das Geschäft am ehrlichsten beschreiben lässt. Der Quotenschlüssel, auch Auszahlungsquote genannt, ist der Anteil aller Einsätze, den ein Markt an die Wetter zurückgibt. Er ergibt sich aus eins geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten des Marktes. Die Marge ist das Gegenstück: Die Differenz zwischen 100 Prozent und dem Quotenschlüssel bleibt beim Anbieter.

Für einen Markt mit zwei Ausgängen zu je 1,90 — ein Beispiel, kein Zitat aus einem Wettprogramm — sieht die Rechnung so aus. Die Summe der Kehrwerte ist 1/1,90 + 1/1,90, also rund 1,0526. Der Quotenschlüssel beträgt eins geteilt durch diesen Wert, also etwa 95,0 Prozent. Die Marge ist damit rund 5,0 Prozent des Einsatzes.

Diese Zahl ist der eigentliche Preis eines Wettscheins, und sie ist in der Praxis nicht konstant. Sie hängt davon ab, wie viele Ausgänge ein Markt hat, wie populär er ist und wie sich die Quoten bewegen. In gut besetzten Cricket-Märkten auf große Turniere liegt der Quotenschlüssel üblicherweise am oberen Ende dieses Bereichs, in exotischen Nebenmärkten mit mehreren Dutzend Ausgängen fällt er deutlich ab — die Marge in einem Sechs-Wege-Markt kann ein Vielfaches dessen betragen, was ein einfacher Zwei-Weg-Markt kostet. Wenn das Angebot mit drei oder mehr Ausgängen mit je rund 1,90 gelistet ist, ist die Hälfte dieser knappen Quote der Anteil des Buchmachers.

Wer sein Geld verteilen will, muss das wissen: Bei einer Kombination aus zwei Ausgängen mit je 5,0 Prozent Marge wirkt die Marge mehrfach. Der Quotenschlüssel multipliziert sich über die Kombinationsstufen, sodass eine Dreifachkombination bei gleicher Einzelmarge schon deutlich mehr von der Auszahlung abzieht als die Einzelwette. Für den Cricket-Fan, der drei Vier-Weg-Märkte zu einem langen Schein zusammenklickt, kann das den Unterschied zwischen einem attraktiv bepreisten Angebot und einem teuren Schein ausmachen — und die Cricket-Spezifika, etwa ein möglicherweise abgebrochenes Test-Match, verschärfen das Risiko zusätzlich.

Zum Vergleich mit dem Steuerabzug: 5,3 Prozent sind die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 Rennwett- und Lotteriegesetz, und sie fällt nach den §§ 17 und 18 auf die Grundlage „Einsatz, der um die Steuer selbst vermindert ist“, was etwa 5,03 Prozent des tatsächlich eingezahlten Betrags entspricht. Geschuldet wird sie dem Gesetz nach von der Veranstalterin, also vom Wettanbieter, nicht vom Wetter (§ 19). Wer die 5,3 Prozent als Aufschlag auf den Einsatz auf dem Wettschein sucht, sucht an der falschen Stelle; die Steuer ist im Preis enthalten, weil sie in der Kalkulation des Anbieters steckt. Und sie gilt auch bei nicht erlaubten Anbietern — gezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis.

Was ein Anbieter tatsächlich anbietet, welchen Quotenschlüssel und welche Minusverzinsung seine Preise haben, muss man schon im eigenen Wettprogramm nachlesen. Verlässliche Angaben dazu finden sich in den Tarifbestimmungen des jeweiligen Anbieters. So viel zur Bandbreite, die in der Praxis beim deutschen Wettangebot zu beobachten ist: Zwischen einem gut bewerteten Zwei-Weg-Markt und einem schlecht bewerteten Exotenmarkt mit sechs Ausgängen liegen schnell sechs bis zehn Prozentpunkte Differenz im Quotenschlüssel.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Zehn Häuser, alle mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis. Die Reihenfolge folgt dem Aufbau der Vergleichstabelle im Abschnitt „Vergleich: die deutschen Cricket-Anbieter im Überblick“, nicht einer Rangfolge.

Tipico: der Allrounder mit eigenem Entwicklerhaus

Tipico betreibt sein deutsches Angebot unter der Marke Tipico.de. Inhaberin der Sportwetten-Erlaubnis ist nach der Whitelist der GGL und der zugrunde liegenden GlüStV-Regelung die Tipico Co. Limited, erstmals erteilt am 09.10.2020, mit einer Folgeerlaubnis vom 09.12.2022. Wie überall auf dieser Liste weist die Whitelist nur Erteilungsdaten aus; ein Ablaufdatum gibt es dort nicht.

Ein Detail, das über die Lizenzangabe hinausreicht: Die Tipico Sportwetten App wird im Apple App Store vom Entwickler Tipico B2B Ltd angeboten. In der Entwicklerbeschreibung finden sich „Tipico Cashout“ als Kontrolle über den Wettschein sowie Live-Wetten, und zwar auch während eines Fußballspiels. Der Cash-Out ist damit kein Marketingversprechen, sondern eine Funktion des Wettscheins.

Was das für Cricket bedeutet, ist eine Frage der Zeit. Cricket-Märkte auf der ganzen Welt finden zu Uhrzeiten statt, die für deutsche Wetter mitten in der Nacht oder am frühen Morgen liegen. Ob Tipico für ein ODI aus Australien einen vorbörslichen Cash-Out-Wert anbietet oder nur die Position „Wette läuft“ zeigt, hängt davon ab, ob der Markt bewertet wird. Das probiert man vor dem ersten Einsatz mit einem kleinen Betrag aus; nachträglich hilft die Erkenntnis nicht.

Wer den Cash-Out als Ausstieg aus einem Schein schätzt, wird bei Tipico fündig. Wer ihn als Notausgang versteht, sollte die Finger von der Funktion lassen: Die angebotenen Werte liegen unter dem rechnerischen Wert des Scheins, weil der Anbieter ein Sicherheitspolster einrechnet. Der Ausstieg kostet also.

ODDSET: die staatlich geprägte Traditionsmarke

ODDSET tritt als Oddset.de auf. Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte der ODDSET Sportwetten GmbH mit Bescheid vom 15.12.2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb. Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, Hansering 15, 06108 Halle (Saale). Inhaberin ist damit die ODDSET Sportwetten GmbH selbst, die Erlaubnis ist seit dem 18.11.2020 in der Liste. Die Geschichte der Marke mag an das staatliche Zahlenlotto erinnern, die Lizenzlage macht daraus aber keinen Sonderfall.

Erwähnenswert ist der Bezug zur Amateur- und Breitensport-Regel nach § 21 Abs. 1a des Glücksspielstaatsvertrags. Die GGL-Praxis rechnet den Fußball unterhalb der 3. Liga dem Amateurbereich zu, und dort sind Wetten ausgeschlossen. Bei einer Marke, deren Publikum traditionell über die Sportarten und Ligen verteilt ist, ist das eine relevante Einschränkung.

Die Differenzierung gegenüber den Konzernmarken liegt woanders: ein deutscher Anbieter mit einer überschaubaren Zahl an Töchtern, dafür mit einem Programm, das sich auf Massensportarten konzentriert. Wer ein Cricket-Test-Match in voller Länge begleiten will, muss vorher prüfen, ob die Sportart angeboten wird.

NEO.bet: die schlanke Sportwetten-Tochter auf der Whitelist

Bei NEO.bet führt die Whitelist als Betreiberin für NEO.bet die Greenvest Betting Limited, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Damit teilt das Haus das Erstgenehmigungsdatum mit der größten Gruppe des Marktes, was zeigt, wie stark die Lizenzierung hier von einigen wenigen Charge-Entscheidungen geprägt ist.

NEO.bet ist ein Produkt der jüngeren Markengeneration und tritt ohne die Wohnzimmer-Metaphern älterer Wettanbieter auf. Das ist kein Wett-Argument, es ist ein Hinweis auf die Zielgruppe: Wer den schlanken Auftritt sucht, ist hier richtig; wer eine Beratung am Telefon will, eher nicht. Auf jeden Fall sollte man einen Testschein auf ein weniger populäres Cricket-Spiel platzieren, um zu sehen, wie tief der Markt geht, bevor man sich auf eine Marke festlegt.

Tiptorro: ein Nutzerkonto ohne Umwege

Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta angeboten, die sich in ihrer Beschreibung als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL bezeichnet. Auf der Whitelist finden sich für Tiptorro.de die Erlaubnisdaten 30.06.2021 für den Ersterlaubnis und 27.12.2022 für die Folgeerlaubnis.

Wer ein Konto anlegen will, tut gut daran, das vor einem Testlauf zu machen. Die Verifikation ist nach § 6a des Glücksspielstaatsvertrags ohnehin Pflicht, aber bei einem Anbieter ohne Filialnetz kann sie sich ziehen, und ohne verifiziertes Konto gibt es keine Auszahlung. Dass Tiptorro sich selbst als Anbieter unter GGL-Aufsicht beschreibt, ist eine Angabe aus der eigenen App-Beschreibung — nachprüfbar ist die Erlaubnis ohnehin nur in der Whitelist selbst, nicht in einem App-Store-Text.

DAZN Bet: der Sport-Sender als Buchmacher

Die DZBT Operations Limited, Veranstalterin der Sportwetten unter DAZN Bet, hat ihren Sitz in MRO Frank Galea Street, ZBG 9019, Zebbug, Malta. Die GGL verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis für DAZN Bet seit dem 22. August 2023 — der jüngste Ersteintrag unter den zehn hier betrachteten Häusern. Das ist ein Vorteil in einem Punkt: Die Marke ist von Anfang an digital gedacht und nicht auf eine über Jahrzehnte gewachsene Filialstruktur aufgesetzt.

Der zweite Punkt betrifft die Zahl der Cricket-Märkte. Wer sein Programm auf eine international ausgerichtete Zielgruppe ausrichtet, hat einen Anreiz, auch Randsportarten zu bepreisen. Für einen Anbieter, der das Sport-Streaming-Geschäft einer global aufgestellten Plattform als Hintergrund hat, gilt das in besonderem Maß. Ob und in welchem Umfang Cricket-Streams und Cricket-Wetten zusammenkommen, muss man im jeweiligen Angebot prüfen; die rechtlichen Grenzen der Live-Vermarktung gelten für alle Anbieter gleichermaßen.

Sportwetten.de: der Name als Programm

Bei Sportwetten.de ist in der GGL-Übersicht erlaubter Anbieter die NetX Betting Limited mit Sitz in 170 Pater House, Level 1 (Suite A168), Psaila Street, Birkirkara, Malta, geführt. Die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 19.11.2020, die Folgeerlaubnis datiert vom 16.12.2022. Der Name ist hier Programm: eine Marke, die sich selbst nach dem Gegenstand benennt, statt eine eigene Bildwelt aufzubauen.

Das hat einen praktischen Nebeneffekt. Der deutsche Markt kennt eine Reihe von Marken, deren Namen nichts mit dem Produkt zu tun hat; die Verwechslungsgefahr mit anderen Anbietern ist hier geringer. Für den Wetter zählt das erst dann, wenn eine Seite auftaucht, die so heißt wie eine bekannte Marke, aber nicht dieselbe ist. Der Blick in die Whitelist löst den Fall in zwei Minuten, und genau dafür ist diese Liste da.

888sport: die börsennotierte Konzernmutter im Hintergrund

Die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Für das deutsche Angebot unter 888sport ist in der Whitelist der GGL die 888 Germany Limited als Inhaberin der Sportwetten-Erlaubnis eingetragen, erstmals erteilt am 30.06.2021, mit Folgeerlaubnis vom 15.12.2022.

Die Börsennotierung ist kein Wettvorteil, aber ein Transparenzfaktor. Ein Konzern mit Berichtspflichten veröffentlicht Zahlen, die ein kleiner Wettbetreiber nicht offenlegen muss. Wer wissen will, wie stabil der Geschäftspartner hinter einer Einzahlung ist, hat hier eine öffentlich nachlesbare Quelle, die über die Whitelist hinausgeht. Für den Cricket-Wetter zählt das dann, wenn es um die Frage geht, ob eine Auszahlung ankommt.

Betway: Commodity-Cash-Out und Wettkonfigurator

Beim Betway-Cash-Out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“; der Wert der Wette wird angezeigt, ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Betway bietet zudem einen Wettkonfigurator für Fußballspiele, der Konfigurator+ genannt wird und Auswahlen aus verschiedenen Partien kombiniert. In der Whitelist ist für Betway.de die Betway Limited als Inhaberin geführt, mit Ersterlaubnis vom 09.03.2021 und Folgeerlaubnis vom 23.12.2022.

Der Teil-Cash-Out ist das interessantere Detail. Wer bei einer Kombination aus fünf Spielen vier gewonnen und eines verloren hat, kann den Wert des Scheins vor dem letzten Spieltag realisieren, statt auf einen Ausgang zu warten, der nicht mehr erreichbar ist. Bei langen Cricket-Kombinationen über verschiedene Turniere hinweg ist das ein relevanter Punkt: Die Wetterei über mehrere Tage kann früh beendet werden, wenn sich ein Markt ungünstig entwickelt. Der Preis dieser Bequemlichkeit ist der Wertabschlag, den Betway bei der Auszahlung einrechnet — die Wette wird dem Anbieter zu einem Preis ausgezahlt, der unter dem rechnerischen Wert liegt.

Der Konfigurator+ ist kein automatischer Vorteil für Cricket-Fans: Sein Name verrät, dass er auf Fußballpartien gemünzt ist. Ein Baustein aus verschiedenen Cricket-Spielen lässt sich damit deshalb noch lange nicht bauen.

bwin: die größte Marke des Klassikersegments

Als Anbieter von Bwin.de führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta. Die Erlaubnis ist seit dem 09.10.2020 registriert, mit Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. bwin gehört damit zu den Häusern, die von der ersten Charge der deutschen Sportwetten-Erlaubnisse profitiert haben.

Das ist mehr als eine Formalie. Wer seit 2020 durchgehend auf der Whitelist steht, hat die Anforderungen an Spielerschutz, Datenhaltung und Verifikation aus der Gründungsphase des regulierten Marktes mitgebracht. Marken, die erst später dazukamen, mussten dieselben Auflagen erfüllen, aber ohne die eingespielten Prozesse. Für Cricket-Wetter ist der Unterschied bei Auszahlungen und Limits gering, beim Service kann er spürbar sein.

Interwetten: österreichische Wurzeln, deutsche Marke

Als Anbieter von Interwetten.de führt die Whitelist die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigné Point, Sliema, Malta. Die Erlaubnis ist seit dem 02.11.2020 in der Übersicht geführt, die Folgeerlaubnis datiert vom 27.12.2022. Damit ist Interwetten eines der drei Häuser dieser Liste, deren Erlaubnis im Herbst 2020 in der zweiten Charge erteilt wurde.

Der Anbieter ist für eine vergleichsweise breite Sportartenpalette bekannt. Das ist für Cricket-Fans die interessanteste Eigenschaft des Hauses, weil ein Wettprogramm, das Fußball, Tennis, Basketball und Wintersport zugleich abdeckt, auch eher Außenseiter-Sportarten führt als ein auf eine Kernsportart fokussierter Buchmacher. Wie tief das Cricket-Programm tatsächlich reicht — ob nur Weltmeisterschaft und IPL oder auch bilaterale Länderspiele —, ist in jedem Fall eine Einzelfallprüfung.

Was die Erlaubnis bringt — und was sie kostet

Die Whitelist ist, so unbequem das klingt, kein Serviceversprechen. Sie sagt, dass ein Anbieter überhaupt in Deutschland handeln darf, und sie benennt den Inhaber der Erlaubnis. Sie sagt nichts über Quotenqualität, Auszahlungsdauer oder Stressresistenz auf Kundenseite. Diese Verbraucherpunkte betreffen den zweiten Schritt, und die Spielregeln für Kundengeld sind deshalb ein eigener Abschnitt wert.

Das Einzahlungslimit von 1.000 €

Nach § 6c Abs. 1 des Glücksspielstaatsvertrags gilt ein Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, als Standardwert. Abgewickelt wird das über die LUGAS-Limitdatei. Wer nur bei einem einzigen Anbieter spielt, wird selten an die Grenze stoßen; bei mehreren Konten und einer Einzahlung über die ein Dutzend Standardtarife wird es eng.

Ein Anbieter mit entsprechender Erlaubnis kann für einzelne Personen ein höheres Limit setzen, bis zu 10.000 € — und 10.000 bis 30.000 € für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spieler. Das setzt jedoch einen nachweisbaren Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit voraus; eine Selbstauskunft reicht nicht. Eine Absenkung des Limits greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Wer sein Limit verdoppeln will, wartet also mindestens eine Woche — und wer sich kurzfristig bremsen will, kann das sofort.

Die Sperrdatei und der Panikbutton

OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem nach §§ 8 und 8a, das bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt wird. Wer sich dort einträgt und dabei einen Zeitraum nennt, sperrt sich mindestens drei Monate; ohne Zeitangabe mindestens ein Jahr. Wichtig ist die Reichweite: Offshore-Anbieter sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen. Eine Selbstsperre wirkt auf dem deutschen Markt, aber nicht überall.

Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Das ist eine Notbremse, kein Erziehungsinstrument: Wer sie drückt, verschafft sich einen Tag Abstand, ohne sein Konto zu verlieren. Für jemanden, der bei einem langen Test-Match über fünf Tage mehr setzt, als er sich vorgenommen hat, ist die Existenz dieser Bremse ein Argument für den regulierten Anbieter.

Ein Konto, ein Name, ein Zahlungsweg

Nach § 6a gilt: ein Konto pro Anbieter, vollständig verifiziert. Vor der Verifikation darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, und zwar mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer in dieser Frist einzahlt und dann die Verifikation nicht schafft, hat 100 € geparkt und kann nicht auszahlen — genau die Konstruktion, die man in den Nutzungsbedingungen vor der ersten Einzahlung liest und nicht danach.

Nach § 6h ist das parallele Spielen verboten, überwacht wird das über die Aktivitätsdatei. Gemeint ist das gleichzeitige Setzen bei mehreren Anbietern während desselben Ereignisses — eine Regel, die vor der ersten Anmeldung selten gelesen und nach der ersten Kontosperre schmerzhaft verstanden wird.

Bei den Zahlungen nach § 6b Abs. 4 gilt: nur von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem regulierten deutschen Wettmarkt heraushält. Der Spieler sitzt also zwangsläufig auf einem nachvollziehbaren Zahlungsweg.

Spielergelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben nach § 6b Abs. 6 und 7 innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit, ist aber der praktisch wichtigste Satz für jeden, der 200 € auf einem Anbieterkonto parkt. Bei einem nicht lizenzierten Anbieter gibt es diesen Satz nicht.

Die Rechtslage: Whitelist, Offshore und der Rückzahlungsstreit

Die Erlaubnis erteilt die GGL nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 des Glücksspielstaatsvertrags, der seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist. Sie überwacht und ahndet Verstöße nach § 28a. Die Steuer ist Sache des Finanzamts, nicht der GGL.

Eine kleine Messingwaage steht auf einem Holztisch vor einem Fenster, weiches Tageslicht, daneben ein leeres Notizbuch.
Die GGL warnte am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten.

Das Angebot von Sportwetten an Personen in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis ist unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 Glücksspielstaatsvertrag. Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Lizenz hat in Deutschland keine Bedeutung, und die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten — in einer Mitteilung vom 17. September 2026 nannte sie dabei ausdrücklich unter anderem Platincasino und begrüßte ein Vorgehen gegen illegales Glücksspiel in Milliardenhöhe.

Strafrechtlich steht das Veranstalten nach § 284 Strafgesetzbuch unter Strafe, bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, die Werbung dafür bis zu einem Jahr. Die Teilnahme nach § 285 StGB kann mit bis zu sechs Monaten bestraft werden. Wer daraus ableitet, jeder deutsche Cricket-Wetter sitze im Gefängnis, liegt falsch: Verfolgungen einzelner Spieler sind nicht belegt, und ebenso falsch ist das Gegenteil einer Freigabeerklärung. Die Vorschrift existiert, ihre praktische Durchsetzung gegen Wetter ist eine andere Frage.

Durchgesetzt wird stattdessen auf anderen Wegen: durch Untersagungsverfügungen, Zahlungsblockaden und Netzwerkblockaden nach § 9. Für den Leser heißt das, dass ein nicht erlaubter Anbieter für einen Nutzer in Deutschland jederzeit unerreichbar werden kann — mit offenem Guthaben.

Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Verfahren, das seit Jahren läuft. Der Bundesgerichtshof legte dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou hielt es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 für grundsätzlich möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.

Wer jetzt hofft, seine alten Verluste zurückzuholen, sollte den Ausgang abwarten. Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und die Frage ging schließlich vom BGH zum EuGH. Ein Rückzahlungsanspruch ist damit kein Automatismus, sondern eine Frage, die ein Gericht entscheidet. Geschuldet ist nichts per Gesetz, garantiert ist nichts.

Nüchtern gegenübergestellt sieht das so aus: Der nicht erlaubte Anbieter bietet keine deutsche Aufsicht, keinen Anschluss an OASIS oder LUGAS und keine deutschen Rechtsschutzwege — dafür unter Umständen höhere Limits und ein breiteres Live-Programm. Der Anbieter auf der Whitelist bietet Rechtssicherheit, Spielerschutz und deutsche Ansprüche — dafür das Standardlimit von 1.000 €, ein eingeschränktes Live-Angebot, volle Verifizierung und Zahlungen nur vom eigenen Konto. Wer Cricket live und ohne Grenzen erleben will, wird an dieser Stelle merken, dass der legale Weg mehr kostet als den Einsatz auf dem Schein.

Worauf die Whitelist nicht antwortet

Ein wiederkehrender Irrtum verdient eine eigene Zeile: Eine Whitelist-Zugehörigkeit sagt nichts über die Qualität des Cricket-Programms. Man kann die Legalität eines Anbieters in zwei Minuten nachprüfen und trotzdem bei einem Haus landen, das Cricket nur während der WM führt. Beide Prüfungen braucht der Leser: erst die Erlaubnis, dann das Wettprogramm.

Was Cricket-Wetten auf der Bank kosten

Die Kostenfrage ist zu Beginn dieser Seite gestellt worden, und sie ist jetzt zu beantworten — aus den Mechanismen, die oben stehen, nicht aus einer Empfehlung.

Die Marge in einem Markt mit zwei Ausgängen zu je 1,90 liegt bei etwa 5,0 Prozent. Wer auf ein T20-Spiel 20 € in einem solchen Markt setzt, zahlt damit im statistischen Mittel eine Gebühr von rund einem Euro für diese Wette — nicht auf dem Wettschein sichtbar, aber im Preis enthalten. Über hundert Wetten dieser Art summiert sich das auf etwa 100 €. Für einen Gelegenheitswetter ist das die zweitrangige Größe; für jemanden, der monatlich einige Hundert Euro bewegt, ist es die erste.

Die kleinere Position ist die Steuer, soweit sie den Wetter überhaupt trifft. Die Sportwettensteuer von 5,3 Prozent auf die um die Steuer verminderte Bemessungsgrundlage entspricht rund 5,03 Prozent des eingezahlten Betrags, und geschuldet wird sie von der Veranstalterin des Wettangebots, nicht vom Wetter. Ob und wie sie an ihn weitergegeben wird, ist Entscheidung des Anbieters und steht in dessen eigenen Bedingungen.

Die dritte und meist unterschätzte Position ist der Bruch. Ein Long-Trip über fünf Tage bindet Kapital; ein Regentag kann ein Spiel als „No Result“ enden lassen, und ob der Einsatz zurückkommt, entscheidet kein Gesetz, sondern die Wettregeln des Anbieters. Ein Cash-Out-Feld löst dieses Problem nur zum Preis des Abschlags, den der Anbieter einrechnet. Wer langfristig setzt, sollte die Teilnahmebedingungen zu „No Result“ vorher lesen — das ist die Verbraucherinformation mit dem besten Verhältnis von Lesedauer zu Ersparnis.

Die beste Kostenkontrolle ist unspektakulär: Man spielt mit kleinen Einsätzen, kennt seine Kombinationsquote und weiß, was ein langer Schein an mehrfacher Marge kostet. Wer das tut, zahlt am Ende weniger als derjenige, der einer Bonusaktion hinterherjagt, deren Bedingungen er nicht gelesen hat.

Verantwortungsvolles Spielen: die Regeln, die den Leser schützen

Die Altersgrenze liegt bei 18 Jahren (§ 4 Abs. 3). Das ist die einzige Schutzregel, die offen kommuniziert wird und trotzdem regelmäßig als Nebensatz verschwindet.

Das gemeinsame Einzahlungslimit über alle Anbieter hinweg beträgt 1.000 € pro Kalendermonat, abgewickelt über die LUGAS-Limitdatei. Wer ein höheres Limit braucht, muss einen Nachweis seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit vorlegen; eine bloße Selbstauskunft genügt nicht. Diese Hürde ist bewusst gesetzt, und sie ist der Grund, warum sich der deutsche Markt für einen spleenigen Cricket-Sonderling wie für einen Großwetter verhält und nicht nur nach dessen eigenem Geschmack richtet.

OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem, in dem sich jeder eintragen lassen kann, der Abstand braucht. Die Sperre gilt für den regulierten Markt; sie erreicht keine Anbieter außerhalb der Whitelist. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus und ist damit die niedrigschwelligste Option: kein Gespräch, kein Papier, ein Tag Ruhe.

Wer mehr wissen will, findet Beratung bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, bei der Drogen- und Suchtberatung der Kommunen und über die entsprechenden Landesstellen. Der regulierte Anbieter muss diese Hinweise führen; wer sie im Fußbereich der Seite sucht, findet sie meist in einem Abschnitt zur Spielverantwortung. Bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis sucht man sie vergeblich, und das ist für sich genommen ein aussagekräftiges Merkmal.

Wie ich bei einer Cricket-Wette vorgehe

Wer zum ersten Mal auf Cricket setzen will, braucht keine Prognose. Er braucht einen Ablauf, der ihn vor dem teuersten Fehler bewahrt: einem Schein auf ein Format, dessen Regeln er nicht kennt.

Zuerst wird der Anbieter geprüft, nicht der Koeffizient. Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ist die einzige Prüfung, die zählt — ein deutsches Domainende beweist nichts. Wer einen Anbieter dort nicht findet, hat die weitere Rechnung schon beendet.

Dann wird das Format festgelegt. T20 für den Abend, ODI für den Tag, Test-Match für die Woche. Die Wahl bestimmt, wie lange das Geld gebunden ist und welche Live-Märkte überhaupt zulässig sind. Wer live auf einzelne Overs oder den nächsten Wicket-Fall setzen will, wird bei einem deutschen Anbieter wegen § 21 Abs. 4 des Glücksspielstaatsvertrags selten fündig.

Vor dem ersten Schein steht ein Blick in die Teilnahmebedingungen. Zwei Fragen: Was passiert bei einem „No Result“? Und wie verhält sich ein Cash-Out zum rechnerischen Wert des Scheins? Die Antworten darauf bestimmen mehr über den tatsächlichen Preis einer Wette als die Quotendifferenz zwischen zwei Häusern.

Erst danach kommt der Einsatz. Ein niedriger Erstbetrag auf einen gut bepreisten Markt prüft den Anbieter praktisch: Einzahlung, Quotendarstellung, Wettschein und Auszahlung — vier Schritte, die ein Haus entweder kann oder nicht.

Und zum Schluss bleibt eine Regel, die nicht verhandelbar ist: Bei einem Spiel, dessen Ausgang von Regen, einem Super Over oder einem Barely-Run abhängt, ist keine Wette sicher. Der Bericht zu einem Spiel entsteht aus Form, Aufstellung, Platzverhältnissen und Wettervorhersage — vier Größen, die alle falsch sein können. Wer das akzeptiert, setzt mit einem Betrag, dessen Verlust er verkraftet.

Häufige Fragen zu Cricket-Wetten in Deutschland

Bei welchem Anbieter kann ich mit deutscher Erlaubnis auf Cricket setzen?

Bei einem der Betreiber, die in der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit einer Sportwetten-Erlaubnis geführt werden — Stand der Liste: 2. Oktober 2026, mit 27 Haltern und einem Sportwetten-Schein. Ob ein Haus Cricket überhaupt im Programm führt, ist eine zweite und unabhängige Frage, die nur dessen eigenes Wettprogramm beantwortet.

Was unterscheidet Test-Match, ODI und T20 für Märkte und Quoten?

Die Spieldauer. Ein Test-Match läuft bis zu fünf Tage mit täglich etwa zwei Sessions von je zwei Stunden; ein ODI hat in der Regel 50 Overs pro Innings, ein T20 deren 20, mit höchstens 75 Minuten je Innings. Je länger ein Format dauert, umso mehr Marktabschnitte und umso länger gebundenes Kapital.

Wie wirkt sich die Duckworth-Lewis-Stern-Methode bei Regen auf meine Wette aus?

Sie berechnet das Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft in unterbrochenen Limited-Overs-Spielen. In 50-Over-Partien müssen beide Teams mindestens 20 Overs spielen, im T20 mindestens fünf — sonst gilt das Spiel als „No Result“. Ob dann der Einsatz zurückkommt, steht in den Teilnahmebedingungen des Anbieters, nicht im Gesetz.

Welche Livewetten auf Cricket sind in Deutschland zulässig?

Nach § 21 Abs. 4 des Glücksspielstaatsvertrags sind während eines laufenden Ereignisses nur Wetten auf das Endergebnis oder auf den nächsten größeren Spielabschnitt zulässig und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Wett-Tipps auf einzelne Overs oder den nächsten Wicket-Fall lassen sich im regulierten deutschen Programm daher kaum platzieren; Prämisse bleibt immer die Erlaubnis des Anbieters.

Wie entsteht eine Cricket-Prognose, und warum ist keine Wette sicher?

Eine Prognose verbindet Form, Aufstellung, Platzverhältnisse und Wettervorhersage. Alle vier Größen sind unsicher, und im Cricket kommen Regen und die Zielberechnung nach Duckworth-Lewis-Stern hinzu — ein Format, in dem das Finale der WM 2019 im Super Over 15:15 stand und anhand der Boundaries entschieden wurde. Wer eine sichere Wette verspricht, verkauft eine Geschichte, keine Rechnung.

Wie berechne ich die Auszahlung, und was ändert die Sportwettensteuer von 5,3 %?

Auszahlung ist Einsatz mal Quote; bei einer Kombination werden die Quoten der Einzelwetten zu einem Preis multipliziert. Die 5,3 Prozent Sportwettensteuer nach den §§ 16 bis 25 Rennwett- und Lotteriegesetz greifen auf die um die Steuer selbst verminderte Bemessungsgrundlage, was rund 5,03 Prozent des eingezahlten Betrags entspricht. Geschuldet wird sie der Veranstalterin des Angebots, nicht dem Wetter.

Inhalt erstellt vom Team «Wettanbieter»