Die besten Wettanbieter mit deutscher Lizenz – wer die Erlaubnis hat und was sie den Spieler kostet
Stand: 30. Oktober 2026. Die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen, die amtliche Übersicht erlaubter Anbieter.

Eine deutsche Erlaubnis ist kein Qualitätssiegel, sondern eine Eintrittskarte. Sie sagt, dass der Anbieter Sportwetten veranstalten darf, ohne dass ein Gericht ihm das später vorhält. Sie sagt nichts über seine Quoten, nichts über seine Basketball-Auswahl und nichts darüber, ob sein Bonus ein Geschenk oder eine Rechenaufgabe ist. Wer die zehn Namen auf der folgenden Liste liest, sollte deshalb zwei Fragen getrennt halten: Ist der Anbieter zum Wetten zugelassen? Und rechnet sich, was ich dort mache? Nur die erste Frage beantwortet die Whitelist.
Um die zweite kümmert sich dieser Text. Der Aufbau folgt dem Blick auf die Kosten – nicht auf die Versprechen. Zugegeben, das ist der langweiligere Blick. Es ist auch der, mit dem man sein Geld behält.
Die Rangliste: woran sich zehn erlaubte Anbieter wirklich unterscheiden
Wer eine Liste dieser Art aufstellt, steht vor einem Problem, das die Marketingseiten der Branche verschweigen: Bei Sportwetten mit deutscher Erlaubnis gleichen sich die Produkte stärker, als der Namensstreit vermuten lässt. Fester Kurs, Einzelwette, Kombiwette, Livewette auf begrenzte Ereignisse, Einzahlung vom eigenen Konto, Kontrolle gegen OASIS. Der Rahmen ist gesetzt, und er ist für alle derselbe, weil er aus dem GlüStV kommt und nicht aus dem Geschmack der Firmen. Was bleibt, sind die Ränder: Bedienung, Tiefe des Wettprogramms, Auszahlungstempo, Bonusbedingungen.

Genau darum öffnet die Reihenfolge hier mit der Rangliste und nicht mit der Rechtslage. Ein Vergleichsmaßstab, der die Zulassung zur ersten Kategorie macht, führt dazu, dass zehn Anbieter zehn Mal dieselbe Bestnote erhalten. Interessant wird es an den Stellen, an denen die Erlaubnis nichts regelt.
Der deutsche Sportwettenmarkt trug 2024 Bruttospielerträge von 1.963 Mio. Euro – ein Plus von 12 % zum Vorjahr – bei Wetteinsätzen von 8,2 Mrd. Euro. Die durchschnittliche Auszahlungsquote lag bei 76 %. Dieses Verhältnis ist die wichtigste Zahl des ganzen Abschnitts, wichtiger als jede Note: Von 100 €, die 2024 in deutsche Lizenz-Sportwetten flossen, kamen 76 € als Gewinn zurück – und 2023 war die Quote mit 78 % noch etwas höher. Wo das Geld geblieben ist, sagt der Text, wenn er auf die Steuer und die Marge zu sprechen kommt. Wer heute über „beste Quoten“ liest, darf diesen Rahmen getrost im Kopf behalten.
Überblick: Whitelist-Status, Erlaubnisinhaber und das Erstdatum
Die folgende Übersicht nennt für jeden der zehn Anbieter, was die Whitelist hergibt: den Inhaber der Sportwetten-Erlaubnis und das Datum, unter dem die Erlaubnis dort zuerst verzeichnet ist. Stand der Liste ist der 2. Oktober 2026. Mehr steht dort nicht – die Whitelist hält kein Enddatum fest, und wer eines nennt, hat es sich ausgedacht.
| Wettanbieter | Inhaber der Erlaubnis laut Whitelist | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| Bet3000 | I.B.C. Sportsbetting Limited | 22.04.2026 |
| Winamax | WINAMAX Société anonyme | 29.06.2021 |
| Tipico | Tipico Co. Limited | 09.10.2020 |
| Sportingbet | Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Sportwetten.de | NetX Betting Limited | 19.11.2020 |
| LeoVegas | LVSports Limited | 21.10.2024 |
| AdmiralBet | Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| bet-at-home | Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020 |
| Betano | Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| NEO.bet | Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
Der Blick auf die Spalte mit den Inhabern ist der eigentliche Nutzen der Tabelle. Hinter einer deutschen Marke steht in der Regel eine maltesische Gesellschaft – bei Bet3000 die I.B.C. Sportsbetting Limited, bei Sportwetten.de die NetX Betting Limited, bei Betano die Betkick Sportsbetting Limited, um drei Beispiele zu nennen. Das ist kein Makel, sondern die normale Struktur: Die Erlaubnis liegt bei der Gesellschaft, nicht bei dem Wort auf dem Trikot. Wer einen Anspruch durchsetzen will, muss wissen, gegen wen er ihn richtet, und das ist nicht die Domain, sondern der Rechtsträger, der dort eingetragen steht.
Aufschlussreich ist auch das Muster in der letzten Spalte. Sechs der zehn Erlaubnisse gehen auf Oktober und November 2020 zurück – jene Wochen, in denen die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse für Sportwetten überhaupt vergeben werden konnten. Sie waren lange blockiert: Gerichtsverfahren verhinderten den Start bis Oktober 2020. Ein Erlaubnisdatum aus jenem Herbst ist also kein Zeichen besonderer Tugend, sondern ein Zeichen von Pünktlichkeit am Anfang. Spannender ist der umgekehrte Fall, LeoVegas mit dem 21.10.2024 – hier ist der Anbieter neu im Sportsbook-Geschäft, während seine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele schon aus dem Februar 2023 stammt. Dass Bet3000 mit dem 22. April 2026 das jüngste Erstdatum der Liste trägt, rundet das Bild: Die Whitelist ist keine geschlossene Riege von Gründungsmitgliedern, sie wächst weiter.
Nach der Erlaubnis kommt die Rechnung – und die wechselt von Anbieter zu Anbieter. Deshalb steht im nächsten Abschnitt, was eine Wette bei diesen zehn überhaupt kostet, bevor in „Die Anbieter im Vergleich: von Bet3000 bis NEO.bet“ jeder einzelne von ihnen auf den Prüfstand kommt.
Was eine deutsche Erlaubnis dem Spieler bringt – und was nicht
Eine Erlaubnis ist erst einmal eine Aussage über den Veranstalter, nicht über den Spieler. Sie sagt: Dieses Angebot darf bestehen, dieses nicht. Wer das verkennt, verwechselt einen amtlichen Status mit einem Produktversprechen – als hielte man ein Führungszeugnis für eine Kochkunst.
Das Prüfkriterium ist schmal und unbestechlich. Die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist der einzige verlässliche Test der Erlaubnis; wer dort nicht steht, hat keine. Die Übersicht, die am 2. Oktober 2026 galt, führte 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich für Pferdewetten, und drei Anbieter nur für Pferdewetten. Ein Jahr zuvor lag die Zahl der Veranstalter mit GGL-Erlaubnis bei 32, davon 13 für stationären und Internetvertrieb zusammen und 19 ausschließlich für den Internetvertrieb; 27 dieser Erlaubnisinhaber betrieben ein aktives Angebot. Fünf Anbieter mit gültiger Erlaubnis also, die sie schlicht nicht oder nicht mehr nutzten. Eine Erlaubnis in einem Register bedeutet nicht, dass auf der Seite etwas läuft – und die zweite Zahl der Liste sagt mehr über den Markt als die erste.
Diese Zahlen gehören zusammen mit einer zweiten: Nach Angabe der GGL hatten im September 2026 insgesamt 129 Veranstalter und Vermittler eine Erlaubnis und standen auf der amtlichen Whitelist, für 229 Glücksspielseiten insgesamt. Die gängigen Bestenlisten ignorieren das gern, weil 129 Namen keine schöne Schlagzeile sind – nur 27 davon betreffen Sportwetten, und über das Wetten selbst entscheidet von diesen 129 Einträgen nur die kleine Gruppe mit Sportwetten-Erlaubnis.
Der Vertriebsweg zeigt, wohin das Feld tatsächlich läuft: Sportwetten wurden 2024 online über 28 aktive Internetseiten angeboten, stationär über rund 2.300 Wettvermittlungsstellen. Zum Vergleich: Die rund 12.000 ODDSET-Annahmestellen hatten für ihren Vertriebsweg nur noch eine Übergangsregelung bis zum 30. Juni 2024. Die Sportwette zieht sich an den Annahmetresen zusammen und in den Browser. Wer über die Zukunft der Wette reden will, redet über Bildschirme, nicht über Ladengeschäfte.
Und dann ist da die Lizenz, die für Deutschland nichts zählt. Curaçao, Anjouan, Malta: Alles, was ausländische Stellen an Gesellschaften vergeben, entfaltet für ein Angebot an Menschen in Deutschland keine Wirkung. Wer Sportwetten in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis anbietet, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel, und die GGL warnt die Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme daran – namentlich etwa vor Platincasino, im September 2026. Die Aufsicht sitzt das nicht aus: 287 Untersagungsverfahren im Jahr 2025 gegen 68 im Jahr 2022, und 1.843 illegale Websites waren 2025 infolge von Untersagungen oder Netzsperren aus Deutschland nicht mehr erreichbar. Das ist eine Behörde, die aufdreht.
Trotzdem bleibt ein Rest, und er gehört auf den Tisch: Für 2024 nennt die GGL für den Online-Glücksspielmarkt eine Kanalisierungsquote von 77 %. 23 % des Marktvolumens liefen also auf unerlaubte Angebote. Bei Sportwetten sah es 2022 noch deutlich besser aus – eine Auswertung von Steuerdaten ergab damals eine Kanalisierungsquote von über 95 % und einen Anteil illegaler Anbieter von unter fünf Prozent. Die beiden Messungen liegen zwei Jahre auseinander und messen unterschiedlich; die Diskrepanz dürfte weniger an den Spielern liegen als an der Frage, wen man fragt und wie man rechnet. Was bleibt: Wer heute eine Sportwette platziert, findet jedenfalls innerhalb der erlaubten Anbieter eine so breite Auswahl, dass die Risiken einer Offshore-Seite kein Preisvorteil aufwiegen.
Und der Umfang der Erlaubnis ist eng. Ein Inhaber, der Sportwetten anbieten darf, darf damit noch keine virtuellen Automatenspiele anbieten, kein Online-Poker, kein Online-Casino. Es sind getrennte Erlaubnisse mit getrennten Regeln – Sportingbet etwa mit einer Sportwetten-Erlaubnis vom 21.12.2022 und einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele vom 15.11.2022, AdmiralBet mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Erlaubnis für die Slots unter der eigenen Automatenspiel-Adresse seit dem 28.09.2022, LeoVegas mit Sportwetten seit dem 21.10.2024 und virtuellen Automatenspielen seit dem 27.02.2023. Wer auf einer dieser Seiten landet, prüft, welches Produkt er gerade vor sich hat. Die Erlaubnis, die den Sportwetten gilt, deckt das Automatenspiel daneben nicht.
Die Rechtslage: Aufsicht, Erlaubnis und was in Deutschland gewettet werden darf
Seit dem 1. Juli 2021 gilt der GlüStV 2021, und über seine Einhaltung wacht die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Sie erteilt die länderübergreifende Erlaubnis für das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet und beaufsichtigt die Inhaber, bis hin zum Bußgeld. Die Steuer ist nicht ihre Sache – dafür ist das Finanzamt zuständig. Wer sich bei einer Beschwerde an die GGL wendet, um eine Steuerfrage zu klären, ist in der falschen Behörde.
Erlaubnisse bekommt nicht jeder, der fragt. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre, und man erhält sie nicht auf Lebenszeit, sondern auf Widerruf im Rahmen der Vorschriften. Die Whitelist nennt dazu nur die Erstdaten, wie die Übersicht oben zeigt – kein Ablaufdatum, nirgends. Wer im Netz ein „gültig bis“ für einen Whitelist-Eintrag findet, hat ein Zahlenspiel vor sich und keinen Registerauszug.
Der Umfang dessen, was erlaubt ist, ist eng umrissen – und er ist die Stelle, an der ein deutscher Anbieter spürbar weniger Programm hat als eine ausländische Konkurrenz ohne Erlaubnis. Erlaubt sind feste Wetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Begebenheiten darin, als Einzel- oder Kombinationswette, und nur in den Wettarten, die im behördlich zugelassenen Sportwettprogramm stehen. Wer ein Spiel aus dem Ausland kennt, in dem der Anbieter jede Ecke und jede Karte bepreist, sieht hier ein aufgeräumtes Angebot. Das ist kein Zufall, sondern die Regel.
Für Live-Wetten gilt die härteste Einschränkung. Während ein Ereignis läuft, sind nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Begebenheit in Sportarten erlaubt, in denen solche Ereignisse selten sind. Im Fußball ist „nächstes Tor“ also möglich, im Tennis der nächste Satz. Im Tennis der nächste Punkt dagegen nicht, im Basketball der nächste Korb nicht. Das klingt nach Detailkrämerei, ist aber der Grund, weshalb eine Live-Wette bei einem deutschen Anbieter technisch ganz anders aussieht als bei einem Anbieter, der sich dieser Grenze nicht verpflichtet fühlt.
Gesperrt sind Wetten auf Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind – nach der Praxis der Behörde zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich –, außerdem manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sport schließlich erkennt die GGL nicht als Sport an, und Sportwetten darauf sind nicht möglich. Eine genehmigte E-Sport-Wette gibt es in Deutschland nicht, unabhängig davon, was eine Werbeseite behauptet.
Cash Out reguliert der GlüStV nicht. Es gibt weder eine gesetzliche noch eine von der Behörde erlassene Regel dazu; ob und wie ein Anbieter eine Wette vorzeitig auszahlen lässt, steht in seinen Bedingungen – und die unterscheiden sich zwischen den zehn hier besprochenen deutlich. Ein Anbieter mit Cash Out verlangt dafür einen Abschlag, der in der Funktion selbst steckt. Wichtig für den Zeitpunkt der Auszahlung ist etwas anderes: Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Wer darauf wartet, dass nach dem Schlusspfiff sofort Geld auf dem Konto liegt, wartet in der Regel noch etwas länger.
Eine gesetzliche Obergrenze für den Einsatz pro Wette kennt das Sportwettenrecht nicht. Die Grenzen, über die in Foren geredet wird, sind andere – eine monatliche Einzahlungsgrenze, ein Bonus, der eine bestimmte Einsatzhöhe verlangt, oder schlicht das Limitiermenü des Anbieters. Wer eine Zahl über Wetteinsätze sucht, die der Gesetzgeber vorgibt, sucht vergebens.
Was passiert, wenn ein Anbieter ohne Erlaubnis genommen hat
Die Antwort auf die Frage, wer das Risiko trägt, steht inzwischen vor dem Europäischen Gerichtshof. Der Bundesgerichtshof legte am 25. Juli 2024 in dem Verfahren I ZR 90/23 die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 hielt Generalanwalt Nicholas Emiliou in der Rechtssache C-530/24 eine Verpflichtung unlizenzierter Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze grundsätzlich für möglich – mit einer Ausnahme für Fälle, in denen Behörden zugesichert hatten, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Erstattung von Einsätzen verurteilt.
Was das für den einzelnen Spieler heißt, ist vorsichtig zu formulieren: Es heißt nicht, dass irgendwem eine Rückzahlung zusteht. Es heißt, dass das Argument „Ich war ohne Erlaubnis, also war der Vertrag unwirksam“ nicht mehr in jedem Fall verpufft. Ein Verfahren dauert Jahre, es kostet Geld und Nerven, und wer in der Zeit Erlaubnis und Verluste säuberlich dokumentiert hat, geht besser in eine solche Auseinandersetzung. Diese Papiere sammelt man am besten, bevor man sie braucht.
Ein Nebenaspekt, der bei Rückzahlungsphantasien gern untergeht: Die Sportwettensteuer trifft auch den unerlaubten Anbieter. Wer Steuern zahlt, hat damit noch keine Erlaubnis. Die Steuerzahlung ist kein Beweis für irgendetwas, was die Zulassung angeht.
Sportwettensteuer: der Posten, den niemand auf dem Wettschein sieht
Die Steuer auf Sportwetten steht in den §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes und beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die der Gesetzestext als den gezahlten Einsatz abzüglich der Steuer selbst beschreibt. Der Satz bezieht sich also nicht auf den Betrag, den der Spieler einzahlt, sondern auf die Quote daraus – umgerechnet sind das rund 5,03 % des eingezahlten Betrages. Diese Unterscheidung ist keine Haarspalterei: Wer „5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags)“ schreibt, rechnet gut fünf Prozent zu hoch.
Geschuldet wird die Steuer vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wettenden. Ob und wie er sie weitergibt, entscheidet jeder Anbieter für sich; wer wissen will, was tatsächlich ankommt, liest die Bedingungen des jeweiligen Anbieters und nicht die allgemeine Darstellung einer Steuerseite.
Der Effekt auf ein einzelnes Angebot lässt sich trotzdem benennen, ganz ohne Anbietername. Über Steuer und Marge zusammen wird der zurückfließende Anteil der Einsätze kleiner. Für 2024 nennt die GGL eine durchschnittliche Auszahlungsquote von 76 % bei Sportwetten mit deutscher Erlaubnis. Das heißt: Nur 76 Cent von jedem Euro, der 2024 in diesen Markt floss, kamen als Gewinn zurück. Ob ein Anbieter die Steuer in die Quote einkalkuliert oder sie als separaten Abzug führt, mag für die Buchhaltung einen Unterschied machen – für den Spieler ändert es nichts am Ergebnis. Der Topf, aus dem ausgezahlt wird, ist um Steuer und Marge kleiner als das, was hineinfließt.
Und so wird es ernst für die Kunden, die den Bonus als Hauptgrund für die Anmeldung nehmen. Denn die Steuer setzt am Umsatz an, und ein Bonus erzeugt Umsatz. Das ist der Punkt, an dem die Willkommensangebote ihren Preis offenlegen – und der nächste Abschnitt rechnet ihn aus.
Spielerschutz: was die Erlaubnis vorschreibt – und wie wenig davon offshore gilt
Die Erlaubnis bindet den Anbieter an Regeln zugunsten des Spielers, und diese Regeln kommen unabhängig davon, ob der Anbieter sie mag. Wer bei einem Whitelist-Anbieter spielt, bekommt sieben Dinge, die er nicht verhandeln muss, weil sie ihm gehören.

Mitmachen darf nur, wer 18 ist. Pro Anbieter gibt es genau ein Konto, das vollständig verifiziert werden muss. Vor Abschluss dieser Prüfung darf der Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit einer Einzahlungsgrenze von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer sich in dieser Phase über fehlende Auszahlungen wundert, hat gerade die Regel gesehen und nicht die Willkür eines Anbieters.
Die Einzahlungsgrenze von 1.000 € pro Kalendermonat gilt anbieterübergreifend, also über alle Anbieter hinweg zusammen, und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Sie ist die Standardgrenze; ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für einen einzelnen Spieler eine höhere Grenze setzen, bis 10.000 € und für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler bis 30.000 €. Das aber setzt einen nachweisbaren Nachweis wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit voraus – eine Selbstauskunft genügt nicht. Herabsetzen wirkt sofort, Erhöhen erst nach sieben Tagen.
Diese Grenze ist die meistunterschätzte Zahl in der ganzen Diskussion über deutsche Erlaubnisse. Sie kostet den Spieler nichts im Sinne einer Gebühr, sie kostet ihn Bewegungsfreiheit – und sie ist genau das, wovor manche ausweichen wollen. Nur funktioniert das nicht wie gedacht: Offshore-Anbieter hängen weder an OASIS noch an LUGAS. Wer dort spielt, verliert die Grenze – und mit ihr die Kontrolle, die er nicht selbst gesetzt hat.
OASIS ist das bundesweite Sperrsystem, das beim Registrieren und bei jedem Login abgefragt wird. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt – sonst mindestens ein Jahr. Wer sich sperren lässt, ohne eine Frist zu nennen, sperrt sich für ein Jahr. Das steht nicht in den Sternen, sondern in den §§ 8 und 8a des GlüStV.
Dazu kommen zwei kleinere Werkzeuge, die in der Praxis nützlicher sind, als ihr Umfang vermuten lässt. Der Panikbutton blockiert sofort und für 24 Stunden. Das parallele Spielen bei mehreren Anbietern ist über die Aktivitätsdatei untersagt; für den Spieler bedeutet das, dass er nicht mehrere Konten derselben Person betreiben darf – und auch keinen Umweg über eine zweite Identität.
Bei Zahlungen gilt eine Regel, die manche Anbieterwahl im Stillen entscheidet: Einzahlungen sind nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut möglich, anonyme Mittel sind nicht zulässig. Damit fallen Kryptowährung und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Wettmarkt heraus – nicht weil den Anbietern daran gelegen wäre, sondern weil die Erlaubnis es so will. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter im Einzelnen akzeptiert, ist seine eigene Sache und folgt aus seinen Bedingungen.
Guthaben der Spieler liegen auf einem treuhänderischen Konto, das im Insolvenzfall geschützt ist. Schließt jemand sein Konto, wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Das ist die unspektakulärste Vorschrift des ganzen Katalogs und für einen Spieler mit ein paar hundert Euro auf der Seite die wichtigste: Es ist der Unterschied zwischen Guthaben und einem gewöhnlichen Gläubigeranspruch.
Nicht alles, was an Sponsoren und Werbung auf den Bildschirmen läuft, ist deshalb erlaubt. Nur Inhaber einer Erlaubnis dürfen überhaupt werben. Ein Werbeverbot von 6 bis 21 Uhr, das im Netz oft pauschal zitiert wird, betrifft Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele – nicht Sportwetten. Für Sportwetten gilt anderes: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während dessen Live-Übertragung in demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, kein Affiliate-Anteil an Umsatz, Einlage oder Einsatz. Und was das Werbeplakat mit dem Bonus verspricht, dazu hat der GlüStV überhaupt keine Vorschrift. Das Gesetz setzt keine Obergrenze und keine Bedingung für einen Sportwetten-Bonus. Höhe, Umsatz und Mindestquote stehen nur in den Bedingungen jedes einzelnen Anbieters – weshalb man sie dort liest und nicht in einem Vergleichstext.
Die Auszahlungsquote und was sie über das Angebot verrät
Der Begriff, um den sich alles dreht, ist der Quotenschlüssel oder die Auszahlungsquote: der Anteil aller Einsätze eines Marktes, der über diesen Markt wieder ausgezahlt wird. Bei zwei sich ausschließenden Ausgängen mit den Quoten q₁ und q₂ ist er 1 ÷ (1/q₁ + 1/q₂). Die Marge ist 100 % minus diesem Wert. Der Markt, den man beim Anbieter sieht, ist immer schon nach dem Abzug gezeigt.
Nimm ein Beispiel ohne Anspruch auf einen echten Kurs: Im Durchschnitt liegt der Schlüssel bei deutschen Lizenzanbietern im Bereich von 92 bis 96 %, also einer Marge von 4 bis 8 %. Das ist ein Beispiel und keine quotierte Zahl eines bestimmten Anbieters. Es ist auch keine Anklage – die Marge ist das Entgelt für ein Produkt, das existiert, weil jemand es anbietet. Sie ist nur keine gute Nachricht, wenn ein Text mit „besten Quoten“ wirbt.
Ein wichtiger Hinweis: Quotenschlüssel und Auszahlungsquote sind Marktbegriffe, kein Gesetzestext. Die 76 %, die die GGL für 2024 nennt, sind aus einem anderen Zusammenhang: Sie beziehen sich auf den ganzen Markt aus Einsätzen und ausgezahlten Gewinnen – daher so viel niedriger als jeder einzelne Kurs. Die beiden Zahlen darf man nicht gegeneinander stellen; sie messen Unterschiedliches.
Bei den in „Überblick: Whitelist-Status, Erlaubnisinhaber und das Erstdatum“ genannten Anbietern liegen einzelne Kurse für bestimmte Spiele nicht vor – jede Woche ändern sie sich. Der Schlüssel liegt dennoch auf der Hand, und wer ihn schätzen will, braucht keine Formel zu lernen: Seiten mit Quotenvergleich und ein wenig Geduld genügen. Für einen Markt mit zwei Ausgängen liest man die höhere der beiden angebotenen Quoten, teilt sie durch die niedrigere und hat die Marge. Bei 2,05 und 1,90 sind das gut acht Prozent. Wer das an einem Anbieter zehnmal hintereinander macht, weiß mehr über dessen Preisniveau als aus jedem Bonusversprechen.
Was ein Bonus kostet: der 1.000-€-Szenario mit zwei Ausgängen
Jetzt rechnen wir, statt zu staunen. Angenommen, jemand zahlt 1.000 € ein – das ist die Standardgrenze, die nach § 6c Abs. 1 GlüStV monatlich anbieterübergreifend gilt – und setzt dieses Geld vollständig um. Angenommen weiter, er setzt in einem Markt mit zwei Ausgängen, der in beiden Richtungen zu 1,90 steht. Das ist ein Beispiel und kein Kurs eines konkreten Anbieters. Der Schlüssel in diesem Markt beträgt rund 95,2 % — die Marge also etwa 4,8 %.
Rechnung auf einer Seite: 1.000 € Einsatz einmal in diesem Markt umgesetzt, bei einer durchschnittlichen Marge von rund 4,8 % ergibt einen statistischen Verlust von etwa 48 €. Setzt man diesen Betrag über zehn Wetten statt in einer, bleibt die Erwartung dieselbe – rund 48 € –, nur die Ausschläge in beide Richtungen werden größer. Dazu kommt der Steueranteil, der bereits in der Quote steckt und deshalb auch in dieser Zahl enthalten ist.
Über einen Monat mit den 1.000 € nicht einmal, sondern dreimal umgesetzt, landet die Erwartung bei rund 150 € statt bei 50 €. Und wer den Umsatz eines Bonus mit Faktor 10 abarbeitet, also 10.000 € bewegt, trägt entsprechend rund 480 € erwarteten Verlust.
Zugegeben, das ist ein Durchschnitt und kein Schicksal. Über ein paar Wetten kann man deutlich darüber oder darunter landen – nur über viele Wetten hinweg senkt sich der Wert auf die Größe zu, die in der Marge steht. Die Aussage bleibt klein und nüchtern: Was in der Marge steckt, zahlt der Spieler über die Umsätze, egal ob Endstand oder Ergebnis des umsatzträchtigen Bonus.
Und genau deshalb ist die Frage nach dem Umsatzfaktor keine Spitzfindigkeit, sondern die Kernfrage jedes Willkommensbonus. Ein Angebot mit hohem Faktor und einer niedrigen Mindestquote kann deutlich teurer werden als eines mit niedrigem Faktor und hoher Mindestquote – je höher die verlangte Mindestquote, desto näher liegt der Kurs an der Grenze von 1,90, desto geringer der Kursvorteil. Das schaue ich mir einzeln an.
Die Anbieter im Vergleich: von Bet3000 bis NEO.bet
Die Reihenfolge der folgenden Abschnitte ist die Reihenfolge der Erlaubnisdaten aus der Übersicht – vom jüngsten Erstdatum zum ältesten. Für Bet3000 als ersten Anbieter der Liste bedeutet das: Der Eintrag ist der jüngste im Feld. Wer zu kurz auf dem Markt ist, um eine eigene Vergleichsstatistik zu haben, ist damit auch der mit der kürzesten Aktenlage.
Die Maßstäbe sind bei allen gleich. Zuerst: Wer ist der Inhaber, und seit wann steht die Erlaubnis im Verzeichnis? Zweitens: was von dem Angebot, das den Sport betrifft, ist an die Erlaubnis gebunden? Und drittens, bei jedem Abschnitt der Punkt, der die Entscheidung trägt – was an diesem Angebot kostet den Spieler am Ende Geld oder Freiheit.
Bet3000: der Jüngste im Feld mit einer aktiven Erlaubnis seit April 2026
Bet3000 ist der Anbieter mit dem jüngsten Erstdatum der ganzen Gruppe: Die Erlaubnis für das Sportwetten-Angebot unter Bet3000 ist seit dem 22. April 2026 im Verzeichnis eingetragen. Als Inhaber führt die Whitelist die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema auf Malta. Wer sein Konto eröffnet, geschweige denn ein Problem klären möchte, sollte sich diesen Namen merken – die Domain ist bloß der Briefkasten, die Gesellschaft ist der Rechtsträger.
Was die Umsetzung anbelangt: Bet3000 ist im Fußballbereich aufgestellt, mit dem üblichen Grundprogramm für ein deutsches Sportwetten-Angebot, und hat den Erlaubniszeitpunkt noch frisch. Unter dem Strich steht ein Anbieter, der seit April 2026 überhaupt eine Erlaubnis hat. Wer dort spielt, spielt bei einem Neuling in diesem Feld – und das bewertet sich anders als die hundert Jahre Marktgeschichte, die ein Name allein suggeriert.
Winamax: Ereigniswetten mit Wurzeln in Frankreich seit Juni 2021
Winamax ist über die WINAMAX Société anonyme aufgestellt, die Sportwetten-Erlaubnis datiert vom 29. Juni 2021, die Folgeerlaubnis vom 8. Dezember 2022. Beaufsichtigt wird das Unternehmen von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Das ist eine klare Aufsichtslinie – ein Punkt, der bei einem Anbieter mit französischen Wurzeln mehr Gewicht hat, als man zunächst denkt.
Winamax hat sich früh einen Namen mit einer eigenen Wette und einigen Extras gemacht – eine Auszahlungsquote, die im Verhältnis langfristig stabil und nicht die schlechteste ist.
Interessant sind die Daten selbst. Zwischen dem Erstdatum 2021 und der Folgeerlaubnis von Dezember 2022 liegen eineinhalb Jahre – die Zeit, in der sich das neue Aufsichtsregime sortiert hat. Der Anbieter war da, bevor der Zulassungsstau zu Ende war, und er steht heute noch im Verzeichnis. Stabil und nüchtern betrachtet: keine erregende Adresse, eine brauchbare.
Tipico: das Haus mit dem ältesten Erstdatum und dem Gerichtsverfahren
Tipico ist Inhaber über die Tipico Co. Limited, die Sportwetten-Erlaubnis ist seit dem 9. Oktober 2020 verzeichnet, eine Folgeerlaubnis folgte am 9. Dezember 2022. Das Erstdatum fällt auf den ersten Stichtag der länderübergreifenden Erlaubnisse überhaupt – es konnte vorher keine geben, weil Gerichtsverfahren den Start bis Oktober 2020 blockierten. Die Fünf-Jahres-Frist einer ersten Erlaubnis führt dazu, dass nach dem Herbst 2020 die erste Verlängerungswelle ansteht. Wer einen Erlaubniseintrag von 2020 sieht, kann die Nachfolgenummer also in Kürze erwarten.
Tipico tauche in einem Verfahren auf, das über die Sportwelt hinaus Beachtung fand. Vor dem Bundesgerichtshof geht es um Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018, die ein Kläger zurückverlangt; die Forderung liegt bei über 3.700 €. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 hielt Generalanwalt Emiliou eine Rückzahlungspflicht für unlizenzierte Anbieter grundsätzlich für möglich.
Und damit zur Einordnung dieses Verfahrens, die der Anbieter nicht selbst liefert: Der Streit betrifft den Altbestand aus einer Phase, in der es noch keine Erlaubnisse gab. Er sagt nichts über die heutige Zulassung von Tipico; die steht mit Folgeerlaubnis im Verzeichnis. Er sagt aber etwas über die Richtung, in die europäische Gerichte beim Thema Rückzahlung denken – und wer heute bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis einzahlt, ist in einem Rechtsstreit nicht mehr sonderlich gut aufgestellt, weil das Argument „Der Vertrag war nichtig“ dort jetzt ein Gesicht bekommt. Die Kehrseite: Mit dem 09.10.2020 als Startdatum ist Tipico einer der wenigen Anbieter mit einer Erlaubnis, die älter ist als fast alles andere auf dieser Liste. Der Vorsprung betrifft die Dauer, nicht die Qualität.
Sportingbet: doppelte Erlaubnis für Sport und Automatenspiel
Sportingbet firmiert über die Sportingbet (Deutschland) Limited, die behördliche Erlaubnis zum Veranstalten von Sportwetten trägt das Datum 21.12.2022, die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele den 15.11.2022. Aufsichtsbehörde ist die GGL. Auffällig ist, dass die Automatenspiel-Erlaubnis gut einen Monat älter ist als die Sportwetten-Erlaubnis.
Dasselbe Haus betreibt also zwei Produkte mit zwei Regeln. Der Sportwetten-Bereich unterliegt dem Verbot von Live-Wetten auf den nächsten Punkt oder Korb, das im Abschnitt zur Rechtslage beschrieben ist; das Automatenspiel unter dem slots-Bereich hat eigene Regeln, einschließlich der Frage, wie das Spiel dort einzuschätzen ist. Es gibt in der Tat einen guten Grund, das auseinanderzuhalten.
Und noch etwas fällt an Sportingbet auf: der Umsatzfaktor. Genaue Konditionen für Neukunden stehen nur in den Bedingungen des jeweiligen Angebots. Was dort steht, entscheidet über den Wert der Sache; was im Sportwetten-Bereich auffällt, ist die Betonung von Live-Wetten und Kombiwetten – und bei Kombiwetten ist der Umsatzfaktor doppelt relevant, weil auch Kombinationen umsatzwirksam sind. Wer dort aktiv ist, sollte den Faktor vorher lesen, nicht danach. Nicht dramatisch, nur unangenehm teuer, wenn man es nicht tut.
Sportwetten.de: die Domain als Marke und Namensvertrag
Bei Sportwetten.de führt die Whitelist die NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara auf Malta als Betreiberin. Die Erlaubnis reicht bis in den November 2020 zurück, das Erstdatum liegt auf dem 19. November des Jahres – nur Wochen nach dem Start des ländergreifenden Verfahrens. Eine Folgeerlaubnis datiert vom 16. Dezember 2022.
Bemerkenswert ist hier weniger ein Produktmerkmal als die Konstellation: Die Marke ist der Gattungsbegriff, den sonst alle benutzen. Der Anbieter hat sich also nicht nur einen Namen angeeignet, den Suchmaschinen häufig suchen, sondern auch einen, der unweigerlich mit „Whitelist“ und „GGL“ in einem Atemzug genannt wird. Markenrechtlich ist das nicht die feinste Lösung; praktisch verschafft es dem Haus Sichtbarkeit.
Dass die Whitelist den Inhaber klar benennt, ist hier besonders wichtig. Wer auf Sportwetten.de stößt und überzeugt ist, die Seite einer deutschen Institution vor sich zu haben, sollte am Inhabernamen nachsehen, wo die Erlaubnis tatsächlich liegt. Auch das ist wieder einer dieser Punkte, die mit „Ich habe eine .de-Domain gesehen“ nicht beantwortet sind. Auch hier gilt: Der Anbieter ist die NetX Betting Limited, nicht die Domain.
LeoVegas: seit Oktober 2024 im deutschen Sportwetten-Geschäft – aber nicht im Glücksspiel
LeoVegas ist ein besonderer Fall: Die Whitelist führt für das Sportwetten-Angebot die LVSports Limited, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 21.10.2024. Die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele datiert dagegen schon auf den 27.02.2023. Der Anbieter war also bereits mit Automatenspiel auf dem Markt, als er in den Sportwetten-Bereich einstieg.
Das ist für die Erwartungshaltung wichtig. Ein Haus, das im Casino bereits zu Hause ist, bringt andere Gewohnheiten mit – und eine Sportwetten-Erlaubnis, die noch kein Jahr alt ist, bedeutet, dass es keinen langen eigenen Datenschatz zu den Sport-Wettenden gibt. Für Wetten, die über den Durchschnittsgeschmack hinausgehen, sollte man das eigene Wettprogramm vorher prüfen und nicht nach dem ersten Testurteil vertrauen. Wer nach einem großen Buchmachererbe sucht, ist hier im falschen Haus; wer eine bekannte Marke mit einer Sportwetten-Sparte sucht, die noch jung ist und noch nicht eingefahren, wird nicht enttäuscht.
AdmiralBet: drei Daten, ein Inhaber und ein Slots-Bereich mit eigener Zulassung
AdmiralBet wird unter der Greentube Betting Malta Limited geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und vom 29. Juli 2024. Für das Angebot an virtuellen Automatenspielen besteht eine Erlaubnis seit dem 28. September 2022. Drei Daten in derselben Akte sind kein Zufall: Sie zeigen, dass die Erlaubnis fortlaufend gepflegt wird, und dass es neben dem Sportwetten-Bereich ein zweites Produkt gibt, das einen ganz anderen Regelsatz hat.
Wer sich bei AdmiralBet anmeldet, tut gut daran, zu prüfen, in welchem Bereich er sich bewegt. Die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele sagt über den Sportwetten-Bereich nichts aus, und umgekehrt. Was der Anbieter im Sportwetten-Bereich anbietet, hängt an seinem Wettprogramm – öffentlich einsehbar, aber nur dort. Wer aus einer Werbeseite liest, es gebe alles, hat nur erfahren, dass es eine Werbeseite war.
bet-at-home: alter Name, lückenlose Erlaubniskette seit 2020
bet-at-home firmiert unter Bet-at-home.com Internet Limited, die Sportwetten-Erlaubnis ist seit dem 2. November 2020 verzeichnet, eine Folgeerlaubnis folgte am 22. Dezember 2022, und für virtuelle Automatenspiele liegt eine Erlaubnis seit dem 28. Dezember 2022 vor.
Das Muster ist das eines Anbieters, der lange mit einem gewissen Bekanntheitsgrad im Markt steht – und damit auch einer, den Spieler seit Jahren mit dem Namen verknüpfen, ohne die Inhaberstruktur zu kennen, die die Whitelist ausweist. Wer sich über die Akte informiert, bevor er sich anmeldet, erfährt mehr über das Haus als aus jedem Werbetext. Wer das nicht tut, ist die Zielgruppe für jede Art von Werbung.
Betano: die österreichische Wurzel und die Schnellstraße in den deutschen Markt
Betano läuft über die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan auf Malta. Der Erlaubniseintrag liegt auf dem 19. Februar 2021, mit Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022. Betkick ist ein österreichisches Unternehmen im Besitz von Stoiximan, das die deutsche Sportwetten-Erlaubnis im Februar 2021 über das Regierungspräsidium Darmstadt erhielt.
Bemerkenswert ist daran zweierlei. Die Erlaubnis fällt in die Gruppe der ersten Welle – nicht die allererste Stunde im Oktober 2020, aber dicht danach. Und der Inhaber ist nicht die Marke, die auf der Seite steht: Betkick betreibt, Betano ist der Name. Wer eine Beschwerde richten will, richtet sie an die Gesellschaft, nicht an die Marke.
NEO.bet: ein sauberes Erlaubnisdatum und ein überschaubares Sport-Wettprogramm
NEO.bet gehört über die Greenvest Betting Limited, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022 – das ist das klassische Paar aus der ersten Runde und der Nachzulassung. NEO.bet ist ein junger Name, aber ein Erlaubnisdatenpaar, das in das Bild der Etablierten passt. Das ist der Punkt, an dem man genau hinsehen muss: Ein Erlaubnisdatum von 2020 klingt nach Erfahrung. Es kann auch heißen, dass eine Gesellschaft die Erlaubnis früher erhalten hat, als die Marke bekannt wurde. Das Datum gehört dem Haus, nicht dem Namen.
Wer unter den zehn Anbietern nach einem der kleineren suchen muss, wird bei NEO.bet fündig. Die Idee, dass klein ein Handicap ist, lässt sich hier nicht belegen. Die Kehrseite davon ist die andere: weniger Sichtbarkeit erfährt, wer sich für NEO.bet entscheidet – es gibt weniger unabhängige Stimmen.
Wie ein Vergleich mit deutscher Lizenz richtig gelesen wird
Eine Rangliste ist ein Instrument mit Eigenschaften. Verglichen wird heute zumeist in einem Raster aus Lizenzstatus, Kursen, Nebenbedingungen und Zahlungswegen. Das ist eine vernünftige Grundlage, sobald man die Reihenfolge kennt.
Die Zulassung ist die erste Kategorie und wird am besten gar nicht als Kategorie geführt. Weil sie nach § 9 Abs. 8 GlüStV eine binäre Frage beantwortet – steht der Anbieter auf der Whitelist oder nicht –, produziert sie als Vergleichskriterium zehnmal dasselbe Ergebnis, wenn man nur Whitelist-Anbieter vergleicht. Wichtiger ist die Angabe, woher sie stammt: Whitelist-Eintrag, Erlaubnisdatum, Inhaber. Ein Vergleich ohne diese drei Angaben sagt gar nichts über die Zulassung.
Die Kursqualität ist das zweite Element und das, worauf jeder Text seinen eigenen Vergleich bauen wird. Der Fehler liegt hier nicht im Kriterium, sondern in der Methode: Quoten ändern sich mehrfach am Tag. Ein Vergleich mit Kursen ist immer ein Standbild. Deshalb schaue ich mir lieber die Marge selbst an – sie ist stabiler und zeigt, was der Anbieter behält, statt was er gerade anbietet. Auf einen Markt mit zwei Ausgängen bezogen, trennt eine Marge von rund 5 % und eine von rund 10 % dieselben zwei Anbieter mehr als jeder Bonus.
Die Nebenbedingungen stehen an dritter Stelle, obwohl sie die teuersten sind. Das ist die Ironie dieser Angebote: Was ein Anbieter dem Neukunden schenkt, wird vom Kunden über Umsatzbedingungen abgetragen. Die Bedingungen sind eine Einladung, etwas zu bewegen – und jede Bewegung durch einen Markt kostet einen Anteil. Wer das verstanden hat, liest die Umsatzbedingungen vor dem Bonus und nicht danach.
Die Zahlungswege schließlich sind das praktischste Kriterium und das am seltensten geprüfte. Seit die Einzahlung nur von einem Konto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut möglich ist, ist die Auswahl an Zahlungsmethoden kleiner, als man dem Namen nach erwartet: Kryptowährung und anonyme Prepaid-Karten sind aus dem Markt heraus. Umgekehrt gilt: Offshore-Seiten nehmen alles, weil niemand eine Prüfung verlangt. Genau daraus entsteht in Foren der Irrtum, eine Offshore-Seite sei „einfacher“. Leichter ist sie – nur nicht für den, der im Streitfall etwas durchsetzen will.
Und ein Wort zu den Noten, die überall vergeben werden. Sie sehen präzise aus, sind aber eine Gewichtung unter vielen möglichen. Wer den gleichen zehn Anbietern andere Gewichte gibt, bekommt eine andere Reihenfolge – der Anbieter, der bei hoher Gewichtung von Auszahlungsgeschwindigkeit vorne landet, liegt bei hoher Gewichtung von Umsatzbedingungen hinten. Die Note ist die Meinung des Prüfers; die einzelnen Zahlen sind die Fakten. Nimmt man die Zahlen, ist man von der Meinung unabhängig.
Die Reihenfolge, für die ich mich hier entscheide, ist die des Umsatzes und der Kosten. Wer den deutschen Sportwettenmarkt betritt, sollte wissen: 1.963 Mio. Euro Bruttospielerträge bei 8,2 Mrd. Euro Einsätzen im Jahr 2024 und eine durchschnittliche Auszahlungsquote von 76 % – es gibt keine Welt, in der der Durchschnitt aller Spieler gewinnt. Wer das weiß und trotzdem auf einen bestimmten Ausgang setzen will, spielt, was er ausgeben kann.
Häufig gestellte Fragen
Wie prüfe ich, ob ein Wettanbieter auf der GGL-Whitelist steht?
Über die amtliche Übersicht erlaubter Anbieter der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Dort werden der Betreiber und das Erlaubnisdatum genannt, nicht ein Logo oder eine Domain. Eine reine .de-Adresse beweist nichts. Wer die Seite nicht findet, öffnet die Domain der Behörde, nicht die des Anbieters.
Was bedeutet die deutsche Erlaubnis für das Einzahlungslimit von 1.000 € und OASIS?
Standardmäßig gilt eine Einzahlungsgrenze von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Eine Erhöhung ist nur bei nachgewiesener wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit möglich – eine Selbstauskunft genügt nicht. OASIS wird bei Anmeldung und Login abgefragt; eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, ohne genannte Frist mindestens ein Jahr.
Warum zählt eine Lizenz aus Curaçao oder Anjouan in Deutschland nicht?
Weil sie für Angebote an Menschen in Deutschland keine Wirkung entfaltet. Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis veranstaltet hier unerlaubtes Glücksspiel; die GGL warnt ausdrücklich davor. Der Spieler verliert dabei den Zugang zu OASIS, zur LUGAS-Grenze und zum Schutz des deutschen Rechts – nicht die Buchhaltung des Anbieters.
Wie hoch ist die Sportwettensteuer, und wen trifft sie?
Sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die der Gesetzestext als gezahlten Einsatz abzüglich der Steuer selbst beschreibt – umgerechnet rund 5,03 % des eingezahlten Betrages. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wettenden. Ob er sie weitergibt, steht in den Bedingungen des jeweiligen Anbieters.
Gilt die Sportwetten-Erlaubnis auch für Slots, Poker und Casinospiele?
Nein. Es handelt sich um getrennte Erlaubnisse mit getrennten Regeln. Ein Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis darf damit kein Online-Casino betreiben; entsprechende Zusätze sind eigene Erlaubnisse. Wer auf einem Anbieter-Portal unterwegs ist, prüft für jedes Produkt, auf das er zugreift, den passenden Eintrag in der Whitelist.
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Inhalt erstellt vom Team «Wettanbieter»
