Roland Garros Wetten 2026 — was ein Sandplatz-Turnier auf dem Wettschein wirklich kostet

Updated Oktober 2026
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Stand: 30. Oktober 2026. Die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in der Fassung vom 2. Oktober 2026 geprüft.

Ein Sandplatz mit rötlichem Belag und gezogenen weißen Linien, ein einzelner Tennisball liegt neben der Linie, im Hintergrund eine leere Tribüne.
Die French Open (Roland Garros) werden im Stade Roland Garros im 16. Arrondissement von Paris auf Sand (Terre battue) ausgetragen; Veranstalter ist der Weltverband ITF.

Ein Grand-Slam-Turnier ist für den Sportwettenmarkt das, was der Weihnachtsmarkt für den Glühweinverkäufer ist: zwei Wochen lang Kundschaft, die sonst nie kommt. Wer in Deutschland auf die French Open setzen will, setzt auf ein Turnier, das 2026 bereits gespielt ist. Das Herreneinzel gewann Alexander Zverev gegen Flavio Cobolli, das Dameneinzel Mirra Andrejewa gegen die Qualifikantin Maja Chwalińska — beide Partien sind entschieden, die Wettscheine längst abgerechnet. Wer jetzt nach Roland-Garros-Wetten sucht, sucht also nicht ein Ergebnis, sondern eine Methode. Und genau hier liegt das eigentliche Thema: Was kostet es einen Spieler, auf Sand zu setzen, und wer darf ihm diese Wette überhaupt verkaufen?

Die ehrliche Antwort beginnt mit zwei Zahlen. Die erste ist 1.000 — der Betrag in Euro, den ein Spieler über alle Anbieter hinweg in einem Kalendermonat standardmäßig einzahlen darf. Die zweite ist 5,3 — der Satz der Sportwettensteuer, den der Veranstalter der Wette schuldet und dessen Weitergabe an den Kunden seine eigene Entscheidung ist. Wer die Quotenspanne zwischen zwei Buchmachern für ein einziges Match betrachtet, hält in Wahrheit diese beiden Zahlen in der Hand, dazu die Marge, die in jeder Quote steckt.

Zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis für Sportwetten stehen in dieser Übersicht. Alle zehn dürfen Tennis anbieten. Keiner von ihnen darf eine Wette auf den nächsten Punkt verkaufen.

Die Marge: der Preis, den jeder Wettschein zahlt, bevor ein Ball fliegt

Rechnen wir das an einem Beispiel durch, das ausdrücklich kein Zitat einer Preistafel ist, sondern eine illustrative Zwei-Weg-Partie bei Quoten von 1,90 und 1,90. Der Quotenschlüssel einer solchen Partie ergibt sich aus eins geteilt durch die Summe der Kehrwerte beider Quoten: 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90). Das ergibt eine Auszahlungsquote von 0,95, also 95 % — und eine Marge von 5 %. Anders ausgedrückt: Von jedem Euro, der auf diesen beiden Seiten zusammen liegt, behält der Veranstalter fünf Cent, bevor überhaupt ein Ballwechsel gespielt wird. Ein Spieler, der eine solche Partie mit 100 € Einsatz auf eine Seite setzt, spielt statistisch nicht um 190 €, sondern um einen Erwartungswert, der um diese fünf Cent je Euro bereinigt ist.

Ein Tennisschläger lehnt an einer dunkelgrünen Bande ohne Aufschrift auf einem Sandplatz, daneben liegt ein Handtuch.
Die French Open 2026 fanden vom 24. Mai bis 7. Juni 2026 in Paris auf Sand statt.

Es ist ein Beispiel, und mehr als ein Beispiel verdient es nicht zu sein. Die Spanne, in der sich die Marge bei einem Zwei-Weg-Tennismarkt tatsächlich bewegt, hängt an drei Dingen: wie ausgeglichen die Partie eingeschätzt wird, wie kurz vor dem Aufschlag man den Wettschein abschickt, und ob das Match in einem Turnier mit Riesenpublikum steht oder in der ersten Runde einer Nebenrunde. Bei einer Zwei-Weg-Partie auf einen klaren Favoriten liegt die Marge typischerweise niedriger als bei einem Duell, das die Buchmacher selbst für offen halten. Wer diese Bandbreite kennt, liest Quoten anders: Nicht die hohe Quote ist das gute Geschäft, sondern die Partie, in der die Summe der Kehrwerte am kleinsten ist.

Warum das auf einem Sandplatz mehr wiegt als auf einem Hallenbelag, hat einen handfesten Grund. Bei den French Open spielen die Herren auf drei Gewinnsätze und die Damen auf zwei Gewinnsätze; bei 6:6 im Satz gibt es einen Tiebreak bis 7, im Entscheidungssatz einen Match-Tiebreak bis 10 mit zwei Punkten Vorsprung. Auf diese Regelung haben sich alle vier Grand-Slam-Turniere im März 2022 verständigt. Drei Gewinnsätze heißt: Ein Satzrückstand ist keine Niederlage, ein Breakball im vierten Satz entscheidet nicht das Match. Wer eine Ausgangswette auf den Matchsieger platziert, hat bei den Herren also mehr Zeit, in der das Ergebnis noch offen ist — und der Buchmacher weiß das, wenn er den Zwei-Weg-Markt stellt.

Dieselbe Mechanik erklärt, warum Langzeitquoten auf den Turniersieger anders funktionieren als Matchquoten. Eine Quote auf den Gesamtsieger ist ein Preis auf ein Feld von 128 Spielern im Herreneinzel, der sich mit der Auslosung verschiebt: Wer im Achtelfinale auf den späteren Bezwinger trifft, verschwindet früh aus dem Feld, also sinkt die Quote für die anderen. Die Marge steckt in diesem Markt genauso wie in jedem Einzelmarkt, nur verteilt sie sich über ein größeres Set möglicher Ergebnisse. Rekordsieger im Herreneinzel ist Rafael Nadal mit 14 Titeln, im Dameneinzel Chris Evert mit 7 — Zahlen, die in jedem Vorschau-Text stehen und für die Marge herzlich wenig bedeuten.

Der Preis des Turniers liegt übrigens bei 61.723.000 € Gesamtpreisgeld, ein Anstieg um 9,35 % gegenüber dem Vorjahr, mit 2.800.000 € für jeden Einzelsieger im Profitennis. Das ist eine Zahl für die Spieler, nicht für den Markt. Für den Markt ist interessant, was sie nebenbei verrät: Ein Turnier dieser Größenordnung zieht so viel Wettvolumen, dass sich die Buchmacher gegenseitig unterbieten. Die Marge ist hier also tendenziell eng, gemessen an dem, was ein Handball-Zweitligaspiel an Marge trägt.

Was der Sand mit einem Wettschein macht

Sand ist der langsamste Belag im Profitennis. Er nimmt dem Aufschlag einen Teil seiner Wirkung, verlängert die Ballwechsel und verschiebt die Partie dorthin, wo die bessere Beinarbeit sitzt. Für die Quote auf den Matchsieger heißt das: Der Zwei-Weg-Markt wird auf Sand seltener von einem einzigen Aufschlagsspiel entschieden, die Einschätzung der Buchmacher nähert sich dem, was tatsächlich auf dem Platz passiert. Die berühmte Handicap-Wette, bei der der Favorit mit einem Spielvorsprung gerechnet wird, verliert auf diesem Belag an Schärfe — ein favorisierter Sandplatzspieler, der ein Match mit zwei Sätzen Abstand gewinnt, gewinnt es auf Sand ebenso oft knapp in drei Sätzen.

Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang regelmäßig auftaucht, ist die Value-Wette. Gemeint ist eine Wette, deren Quote nach eigener Einschätzung über der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit liegt — ein mathematisches Konzept, kein Trick. Ob eine Quote über der Wahrscheinlichkeit liegt, weiß man hinterher. Vorher ist es eine Annahme, und jede Annahme zahlt die Marge, das ist der Punkt.

Spielplan und Turnierverlauf: wann Quoten für ein Einzelmatch überhaupt entstehen

Ein Turnier, das vierzehn Tage dauert, hat keinen einzelnen Startzeitpunkt für seine Quoten. Es hat deren mehrere, und wer den Wettmarkt rund um die French Open verstehen will, muss diesen Ablauf kennen, weil er bestimmt, wann welcher Preis überhaupt existiert.

Vor dem ersten Aufschlag steht der Markt auf den Gesamtsieger. Er öffnet früh, oft Wochen vor dem Turnier, und er lebt von der Auslosung: Mit dem Draw, das wenige Tage vor Turnierbeginn steht, ändert sich das Feld, und aus einem Preis von 4,00 auf einen Spieler kann über Nacht 6,00 werden, weil ihm der Bezwinger aus dem Vorjahr in dieselbe Hälfte gesetzt wurde. Zu diesem Zeitpunkt gibt es noch keine Matchquoten, weil die Paarungen noch nicht existieren. Wer zu diesem Zeitpunkt auf den Turniersieger setzt, wettet also auf ein Feld, nicht auf ein Match.

Der Spielplan selbst beginnt mit der ersten Runde und führt über die zweite und dritte Runde ins Achtelfinale, dann ins Viertel-, Halb- und schließlich ins Finale auf Sand. Die erste Runde streckt sich über drei Tage, weil 64 Paarungen im Herreneinzel und ebenso viele im Dameneinzel untergebracht werden müssen. Matchquoten auf einzelne Begegnungen erscheinen erst, wenn die Paarung feststeht und das Spiel im Spielplan mit einer Uhrzeit steht. Das hat eine praktische Folge, die viele unterschätzen: Der Markt für die zweite Runde öffnet, während die erste noch läuft, aber die Quote einer Paarung bleibt dann stabil, wenn nur ein Spieler im Feld möglich ist. Überraschungen im ersten Durchgang schlagen also unmittelbar in die Preise der nächsten Runde durch.

Das Finalwochenende ist der Punkt, an dem sich das Angebot wieder ausdünnt. Aus einem Feld von 128 Spielern sind zwei geworden, es gibt also nur noch ein Einzelmatch pro Konkurrenz, auf das Quoten gesetzt werden können, plus die entsprechenden Sondermärkte, die ein Anbieter seinerseits führt. Wer über zwei Turnierwochen viele Einzelwetten spielen will, braucht also nicht nur Budget, sondern Zeit: Der Markt existiert abschnittsweise, nicht kontinuierlich.

Wer das Turnier verfolgt, um bei den French Open zu wetten, stößt schnell auf das Problem der zwei Wochen. Ein Buchmacher, der ein Angebot für das ganze Turnier bewirbt, bewirbt in Wahrheit drei verschiedene Produkte: eine Langzeitwette vor der Auslosung, Matchwetten ab dem Draw und — bei Anbietern, die das technisch führen — Live-Wetten während der Partien.

Das Angebot hinter dem Angebot

Die Einschätzung, welcher Anbieter für ein Sandplatz-Turnier der beste französische-Open-Veranstalter ist, fällt je nach Spielweise anders aus. Wer vor allem den Turniersieger vor dem ersten Ballwechsel setzen will, braucht einen Anbieter mit breitem Langzeitmarkt und dichter Quote auf einzelne Spieler. Wer während der zwei Wochen in Einzelmatches einsteigt, braucht Anbieter, die den Draw schnell abbilden — und einen Markt, der nicht bis zum Spieltag unvollständig bleibt. Wer live eingreifen möchte, braucht einen Anbieter mit dem gesetzlich erlaubten Live-Angebot, und das ist in Deutschland deutlich enger, als der Markt es suggeriert.

Ein Punkt, der beim Turnierstart für Verwirrung sorgt: Tennis wird in Deutschland von sehr vielen Anbietern beworben, aber ein französisches Grand-Slam-Turnier ist eine Veranstaltung, deren Name und deren Ruhm vollständig dem Veranstalter ITF gehören, der die French Open im Stade Roland Garros im 16. Arrondissement von Paris ausrichtet. Das erste Turnier dieses Namens fand 1891 als „Championnat de France international de Tennis“ statt. Die Buchmacher hängen sich an dieses Erbe; sie besitzen es nicht, und sie haben keinen Einfluss darauf, wann der Spielplan welche Paarung auswirft.

Zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis im Vergleich

Wer die französischen-Open-Quoten bei einem Anbieter vergleichen will, vergleicht zuerst, ob der Anbieter überhaupt ein deutscher Veranstalter ist. Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ist in dieser Frage die einzige Prüfung, die zählt — sie trägt keine Empfehlung, sondern eine Tatsache. Und weil die Erlaubnisbedingungen der Anbieter sich unterscheiden, sortiert die folgende Übersicht nach dem Alter der Erlaubnis, nicht nach vermeintlicher Qualität.

Anbieter Whitelist-Status und Inhaberin der Erlaubnis Sportwetten-Erlaubnis seit
Winamax Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin WINAMAX (Société anonyme) 29.06.2021
VBet Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin SCGO Limited 05.12.2023
Sportingbet Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
Tipico Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin Tipico Co. Limited 09.10.2020
Tiptorro Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin Torro Tec Limited 30.06.2021
LeoVegas Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin LVSports Limited 21.10.2024
NEO.bet Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin Greenvest Betting Limited 09.10.2020
bpremium Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020
Betano Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021
bwin Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020

Die Spanne reicht von einer Erlaubnis aus dem Oktober 2020 bis zu einer aus dem Oktober 2024, das ist ein Abstand von vier Jahren. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre; die Whitelist weist nur das Erteilungsdatum aus, sie nennt kein Enddatum, und aus einem frühen Erteilungsdatum lässt sich deshalb kein bevorstehendes Erlöschen ableiten. Ein Betrieb, der seit 2020 auf der Liste steht, hat mindestens eine Folgeerlaubnis erhalten — ein Vorgang, der von der Behörde geprüft wird und nicht von selbst passiert. Für den Spieler heißt das nichts über die Qualität des Wettprogramms. Es heißt etwas über die Beständigkeit, und die ist bei einem Anbieter, bei dem man sein Einzahlungslimit von 1.000 € reserviert, kein unwichtiges Kriterium.

Bemerkenswert ist, wie viele der zehn Erlaubnisinhaber ihren Sitz außerhalb Deutschlands haben: Ta’Xbiex und Gzira auf Malta, St. Julian’s auf Malta, dazu eine deutsche Limited. Das ist kein Makel, sondern die normale Struktur eines europaweit organisierten Marktes. Es erklärt aber, warum das deutsche Erlaubnisverfahren so viel Gewicht hat: Der Vertragspartner sitzt im Ausland, sein Veranstaltungsrecht für Deutschland steht auf einem Blatt in Halle (Saale). Wer prüfen will, ob das noch so ist, schlägt genau dort nach.

Wer die Marge im Vergleich zweier Anbieter sucht, muss übrigens nicht die ganze Liste vergleichen. Zwei Zwei-Weg-Quoten genügen, um zu sehen, wo der günstigere Preis steht, und das ist in wenigen Sekunden entschieden. Schwieriger ist die andere Frage: Wo endet die Vergleichbarkeit? Ein Anbieter mit sehr engen Quoten und strengen Umsatzbedingungen für Bonusgeld ist nicht derselbe Anbieter wie einer mit mittleren Quoten und ohne Bonus. Der Vergleich gehört auf die Quote, nicht auf die Botschaft.

Der Markt hinter dem Turnier: was die zehn Anbieter auszeichnet

Zwei Konkurrenzen, ein Spielplan, vierzehn Tage: Der französische-Open-Wettbewerb ist für die Anbieter ein Präzisionstest. Einige der zehn haben beim Tennis ein Profil, das über den Standard hinausgeht. Die Reihenfolge unten folgt dem Aufbau der Liste, sie ist keine Rangfolge.

Winamax — der Anbieter, der mit dem Quotenschnitt wirbt

Winamax hält die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 29.06.2021; Inhaberin ist die WINAMAX mit Sitz außerhalb Deutschlands. Im Fußbereich der eigenen Website wirbt das Unternehmen mit „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“ und stützt das auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball vom 1. April bis 30. August 2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Das sind beeindruckend klingende Zahlen, und die erste davon verdient eine zweite Betrachtung: Die Sportwettensteuer von 5,3 % schuldet der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler, und ob er sie in die Quote einrechnet oder aus seiner Marge zahlt, ist seine Entscheidung. „0 % Wettsteuer“ beschreibt also eine Kalkulationsentscheidung des Anbieters, nicht einen Vorteil, den der Gesetzgeber dem Spieler gewährt.

Die zweite Zahl ist interessanter, weil sie sich prüfen lässt. Eine Studie über 2.967 Spiele, die in 45 % der untersuchten Quoten einen ersten Platz ausweist, sagt nichts über die Höhe des Vorsprungs. Ein Anbieter kann einen Wettbewerb in 45 % der Stichproben knapp gewinnen. Für den Sandplatz relevant ist ohnehin etwas anderes: Das Tennisangebot von Winamax wird ergänzt durch Live-Streams von den vier Grand-Slam-Turnieren und allen ATP- und WTA-Turnieren im eigenen Kundenkonto, dazu Übertragungen aus La Liga, Serie A, Ligue 1, Primeira Liga, Eredivisie und MLS sowie NBA und NFL. Wer ein Grand-Slam-Turnier nicht nur bequoten, sondern auch sehen will, findet das hier im selben Konto. Die Absicht hinter einem so breiten Streaming-Angebot ist offensichtlich: Wer das Match im eigenen Fenster schaut, bleibt auf dem eigenen Wettschein.

VBet — der jüngste Jahrgang der Erlaubnis

VBet wird über die SCGO Limited mit Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, St. Julian’s auf Malta betrieben; die Behörde verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis für VBet seit dem 5. Dezember 2023. Das ist der jüngste Jahrgang im Feld, und der hat eine praktische Konsequenz: Ein Anbieter mit knapp drei Jahren am deutschen Markt hat weniger Zeit gehabt, sein Tennisprogramm an die Eigenheiten deutscher Erlaubnisbedingungen anzupassen als ein Haus, das seit 2020 dabei ist.

Wer VBet prüft, sollte deshalb nicht den Turniersieger-Markt zuerst anschauen, sondern den Umfang des laufenden Turnierangebots: Wie vollständig bildet VBet das Herren- und das Damenfeld ab, wie schnell steht die Paarung der nächsten Runde mit Quoten im Programm, und wie viele Sätze-bezogene Märkte sind an den Start gegangen. Ein junger Anbieter kann eine gute Quote auf ein einzelnes Finale haben und trotzdem in der ersten Runde des Turniers dünn sein. Der Vergleich muss also beim Umfang anfangen und erst dann beim Preis landen.

Sportingbet — Konfigurator und ein breites Sportartenspektrum

Sportingbet führt auf der deutschen Seite einen „Konfigurator+“ und Live-Wetten; zu den Sportarten zählen unter anderem Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. Inhaberin der Erlaubnis ist die Sportingbet (Deutschland) Limited, die Behörde führt den Anbieter seit dem 09.10.2020, mit einer Folgeerlaubnis vom 21.12.2022.

Ein Konfigurator ist im Kern ein Kombinationswerkzeug: Der Spieler stellt sich aus mehreren Märkten eine Kombiwette zusammen, und die Quoten der einzelnen Bestandteile multiplizieren sich zu einem Gesamtpreis. Bei einer Kombiwette aus zwei Teilen mit den Quoten 1,85 und 2,10 ergibt sich ein Gesamtpreis von 3,885 — und eine Auszahlung von 388,50 € bei 100 € Einsatz. Der Haken steckt nicht in der Multiplikation, sondern in der Marge: Sie ist in jeder der beiden Teilquoten bereits enthalten, und sie wird durch die Kombination nicht kleiner, sondern größer, weil sich die Buchmachermarge über die multiplizierten Preise vervielfacht. Ein Konfigurator, der das Zusammenstellen bequem macht, macht die Kombination populärer — nicht günstiger.

Tipico — Cashout als Kontrollinstrument

Tipico hält die Erlaubnis seit dem 09.10.2020, Inhaberin ist die Tipico Co. Limited, eine Folgeerlaubnis datiert vom 09.12.2022. Die Tipico Sportwetten App wird im Apple App Store vom Entwickler Tipico B2B Ltd angeboten; in der Entwicklerbeschreibung wird „Tipico Cashout“ als Kontrolle über den Wettschein genannt, dazu Live-Wetten auch während des Fußballspiels.

Cash Out ist kein gesetzlich geregeltes Produkt. Es gibt in Deutschland keine Vorschrift und keine behördliche Regel, die es vorschreibt oder verbietet — es ist eine Funktion des jeweiligen Anbieters, und ihre Bedingungen stehen in dessen eigenen Bedingungen. Der Mechanismus ist einfach und teuer zugleich: Wer einen laufenden Wettschein vorzeitig schließt, verkauft ihn an den Anbieter zurück, und der Rückkaufpreis liegt unter dem, was der Schein im Erfolgsfall gebracht hätte. Was als Kontrolle beschrieben wird, ist also ein Preis, den man für das vorzeitige Aussteigen zahlt. Bei einem Drei-Satz-Match auf Sand mit langen Ballwechseln ist die Versuchung groß, mitten im vierten Satz auf den Knopf zu drücken. Der Buchmacher weiß das.

Tiptorro — die Erlaubnis als Verkaufsargument

Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited aus Malta angeboten; das Unternehmen beschreibt sich selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Die Behörde führt Tiptorro seit dem 30.06.2021, die Folgeerlaubnis datiert vom 27.12.2022.

Ein Anbieter, der die Aufsicht in seine eigene Beschreibung schreibt, macht etwas Richtiges: Die Whitelist ist der einzige Test, und wer dort steht, darf werben. Nur ist die Erlaubnis kein Merkmal, das einen Anbieter von den anderen neun unterscheidet — alle zehn stehen auf derselben Liste unter derselben Voraussetzung. Für einen Spieler, der die beiden Wochen auf Sand vor allem dazu nutzen will, in kurzer Folge Einzelwetten abzugeben, zählt deshalb anderes: die Geschwindigkeit des Wettscheins, die Übersicht des Tennisprogramms und die Frage, wie der Anbieter einen Satzmarkt bepreist, wenn die Partie im Entscheidungssatz steht.

LeoVegas — zwei Erlaubnisse, zwei Welten

LeoVegas ist auf der Whitelist mit der LVSports Limited als Betreiberin geführt, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. Das ist der zweitjüngste Sportwetten-Erlaubniseintrag im Feld, und die Kombination der beiden Daten ist die eigentliche Information: Zwischen der Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele und der für Sportwetten liegen knapp zwanzig Monate.

Wer sich auf einer solchen Plattform anmeldet, meldet sich bei zwei getrennten Erlaubnissen an. Die Regeln für Sportwetten und die Regeln für virtuelles Automatenspiel sind nicht dieselben: Die Einzahlungsgrenze von 1.000 € pro Kalendermonat gilt als Standard für Sportwetten über alle Anbieter, und ein Spieler, der einen Teil seines Monatslimits auf einem Spielautomaten verbraucht, hat ihn für Tenniswetten nicht mehr zur Verfügung. Die Trennung der Erlaubnisse in der Liste ist also kein Formalismus. Sie markiert einen Topf, in den beide Produkte greifen.

NEO.bet — eine Erlaubnis mit Vorgeschichte

Für NEO.bet ist auf der Whitelist die Greenvest Betting Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Das Muster — Ersterteilung am ersten Tag des deutschen Erlaubnisregimes im Oktober 2020, Folgeerlaubnis am Ende des Jahres 2022 — findet sich bei mehreren Anbietern der Liste, und es zeigt, dass die Whitelist kein statisches Dokument ist, sondern ein Register mit Bearbeitungsstand.

Was das für einen Spieler bedeutet, hat mit Vorsicht und nicht mit Misstrauen zu tun: Wer die Erlaubnis eines Anbieters zu einem bestimmten Zeitpunkt prüfen will, prüft sie auf der Whitelist zu diesem Zeitpunkt. Bei einem Anbieter, dessen letzter Eintrag eine Folgeerlaubnis aus 2022 ist, lohnt der Blick, ob der Tennisbereich inzwischen das Feld der zweiten Turnierwoche vollständig abbildet — ein Registerstand sagt nichts über die Tiefe eines Wettprogramms.

bpremium — der Name hinter der Marke

bpremium wird von der Ladbrokes (Deutschland) Limited betrieben, mit Sitz in Unit 6, St Business Centre, 120 The Strand, Gzira auf Malta, geführt unter der Registernummer C92799; die Fassung der Nutzungsbedingungen datiert vom 3. April 2023. Die Erlaubnis besteht seit dem 09.10.2020, eine Folgeerlaubnis datiert vom 21.12.2022.

Ein Markenname und eine Erlaubnisinhaberin sind zwei verschiedene Dinge, und bei bpremium fällt das auseinander: Hinter dem deutschen Auftritt steht eine maltesische Gesellschaft mit einer Registernummer, nicht das Haus, dessen Namen man aus britischen Wettbüros kennt. Für den Vertrag, den ein Spieler abschließt, ist die Gesellschaft maßgeblich, und mit ihr sitzt der Vertragspartner außerhalb Deutschlands. Wer seine Daten und sein Einzahlungslimit einer solchen Struktur anvertraut, sollte zumindest wissen, wen er vor sich hat, wenn er die Nutzungsbedingungen öffnet.

Betano — das breiteste Zusatzpaket im Feld

Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wird im Apple App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt Bet Builder, also das Kombinieren mehrerer Märkte eines Spiels, Cash Out und Live-Streaming unter anderem von Tennis-Grand-Slams, dazu LaLiga, FA Cup, NBA, EuroLeague und NFL. Die Erlaubnis für Betano hält die Betkick Sportsbetting Limited, geführt seit dem 19.02.2021, mit Folgeerlaubnis vom 16.12.2022.

Bet Builder ist die juristische Schwester der Kombiwette: mehrere Märkte desselben Spiels in einem Wettschein. Der Unterschied zur klassischen Kombination aus zwei verschiedenen Begegnungen ist nicht die Mathematik, sondern das Risiko — bei einem Bet Builder hängen alle Wetten am Ausgang eines einzigen Matches. Wer auf einen Spieler gleichzeitig Sieg, Satzgewinn ohne Verlust und eine bestimmte Anzahl gewonnener Spiele kombiniert, setzt auf eine Korrelation, die der Buchmacher einpreist. Anders formuliert: Der Spieler bekommt eine hohe Gesamtquote, weil die Ereignisse gemeinsam eintreten müssen, und nicht, weil der Preis großzügig ist.

Der Streaming-Teil dieser Beschreibung ist für ein Grand-Slam-Turnier der praktisch interessante. Ein Anbieter, in dessen App sich ein Tennismatch im eigenen Konto verfolgen lässt und der zugleich Live-Wetten führt, verkürzt den Weg zwischen Beobachtung und Wettschein auf einen Bildschirm. Bequem ist das allerdings nur für den Anbieter — wer im selben Fenster sieht und setzt, hat kürzere Zeit zum Nachdenken.

bwin — der frühe Eintrag mit dem bekannten Namen

Für bwin führt die Whitelist die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira auf Malta als Inhaberin der Sportwetten-Erlaubnis. bwin steht seit dem 09.10.2020 auf der Liste, mit einer Folgeerlaubnis vom 23.12.2022.

Ein Anbieter, der seit dem ersten Tag des deutschen Erlaubnisregimes dabei ist, hat die Regeln, die den Spieler betreffen, nicht als Zumutung kennengelernt, sondern als Ausgangsbedingung. Das ist wenig glamourös und für die Entscheidung trotzdem relevant: Von einem Anbieter mit dieser Erlaubnishistorie ist zu erwarten, dass die Verifizierung, das Einzahlungslimit und die Auszahlungswege eingespielt sind — ein Prozess, an dem junge Anbieter am Monatsende klemmen, wenn der Sperrbildschirm der Limitdatei erreicht ist.

Die Rechtslage: Wer die französischen-Open-Wetten in Deutschland überhaupt verkaufen darf

Der Markt für Sportwetten in Deutschland ist nicht frei, er ist erlaubnispflichtig. Zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale), die nach dem GlüStV 2021 arbeitet, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis, Sportwetten im Internet zu veranstalten und zu vermitteln, sie überwacht und sie ahndet Verstöße. Die Steuer dagegen ist Sache des Finanzamts und nicht der Behörde — ein Detail, das bei Diskussionen über die Abgabenlast regelmäßig durcheinandergeht.

Eine Messingwaage steht auf einer polierten Tischplatte vor einem Fenster, durch das gedämpftes Licht fällt.
Als Anbieter von bet365 führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Der einzige Test, ob ein Anbieter eine Erlaubnis hat, ist die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Sie enthielt im Stand vom 2. Oktober 2026 dreißig Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, und drei Inhaber, die ausschließlich Pferdewetten anbieten dürfen. Alle dort gelisteten Domains enden auf .de — was umgekehrt nichts beweist, denn eine deutsche Domain allein ist kein Nachweis irgendeiner Erlaubnis. Entscheidend ist der Eintrag: Nur die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis aufgeführt ist, darf Sportwetten veranstalten. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele, für Poker oder für Casinospiele ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln.

Was überhaupt gesetzt werden darf, regelt der GlüStV abschließend. Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Ereignisse während einer Begegnung, als Einzel- oder Kombiwette — und nur die Wettarten, die die Behörde im Sportwettprogramm zugelassen hat. Nicht erlaubt sind Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind, wobei in der Verwaltungspraxis der Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich gilt; dazu manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Eine gesetzliche Obergrenze für den Einsatz pro Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht.

Die Erlaubnispflicht endet nicht an der Grenze. Wer Sportwetten ohne deutsche Erlaubnis anbietet, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel. Eine Erlaubnis aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung, und die Behörde warnt Verbraucher ausdrücklich vor Angeboten außerhalb der Whitelist — im September 2026 hat sie das erneut getan und in diesem Zusammenhang namentlich einen Anbieter außerhalb des erlaubten Marktes genannt. Für den Spieler ist die Warnung die eine Hälfte der Medaille; die andere ist die fehlende Infrastruktur. Seiten ohne deutsche Erlaubnis sind weder an das Sperrsystem OASIS noch an die Limitdatei LUGAS angeschlossen. Es gibt dort keine Einschränkung der Einzahlungen über die Datei, keine Sperre, die über Landesgrenzen funktioniert, und im Konfliktfall keinen deutschen Weg. Dafür sind höhere Limits möglich — wer will, dass der Monat nicht bei 1.000 € endet, findet ihn dort. Nur ist der Preis dafür, dass niemand mehr nachschaut.

Live-Wetten: der engste Markt am Sandplatz

Live-Wetten sind in Deutschland zulässig, aber nicht in dem Umfang, den internationale Anbieter zeigen. Während einer laufenden Begegnung dürfen Wetten nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder ein ähnlich seltenes Ereignis abgeschlossen werden — und zwar in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Ein nächster Satz im Tennis gehört dazu. Der nächste Punkt gehört ausdrücklich nicht dazu, ebenso wenig der nächste Korb im Basketball. Ein Spieler, der eine Partie auf Sand Punkt für Punkt begleiten und auf jeden Punkt setzen möchte, findet diesen Markt bei einem deutschen Anbieter nicht, und zwar nicht, weil der Anbieter ihn nicht bepreisen könnte, sondern weil das Gesetz ihn nicht zulässt.

Diese Regel hat einen Nebeneffekt, den man beim Grand-Slam-Turnier deutlich sieht. Ein Match über drei Gewinnsätze mit langen Ballwechseln ist genau die Begegnung, bei der Punkt-für-Punkt-Wetten am attraktivsten wären. Genau dort greift die Einschränkung am stärksten. Was bleibt, ist der nächste Satz — in der Praxis der Übergang von einem Satz zum nächsten, wo ein neuer Markt geöffnet wird und bis zum ersten Aufschlag des folgenden Durchgangs Geld annimmt. Wer live setzen will, setzt also in Fenstern, nicht durchgehend.

Wie sich das auf die Marge auswirkt, ist eine Überlegung wert. Live-Märkte sind in der Regel teurer als Pre-Match-Märkte, weil der Buchmacher das Risiko einer schnellen Bewegung trägt. In Deutschland fällt dieser Effekt kleiner aus, weil das Angebot ohnehin eingeschränkt ist und der Markt langsamer läuft.

Rückforderungen: ein Verfahren, keine Zusage

Rund um Anbieter ohne deutsche Erlaubnis läuft seit Jahren eine juristische Auseinandersetzung, die für Spieler interessant und für Versprechen gefährlich ist. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; in dem Verfahren geht es um einen Kläger, der von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurückverlangt. Der Generalanwalt am Europäischen Gerichtshof hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich gehalten, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit einer Ausnahme: wenn eine Behörde zugesichert hat, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.

Wer das liest, sollte zwei Dinge auseinanderhalten. Erstens sind das Schlussanträge eines Generalanwalts, keine Entscheidung des Gerichtshofs. Zweitens ist eine Rückzahlung an niemanden zugesagt. Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und daraus entsteht leicht die Vorstellung, verlorenes Geld liege auf einem Konto und warte auf den Abruf. So funktioniert es nicht: Es ist ein Prozess, er kostet, er dauert, und er hat offenen Ausgang.

Auf der anderen Seite steht § 285 StGB, der die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel unter Strafe stellt, mit einer Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe; die Veranstaltung ist nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren bedroht, die Werbung mit bis zu einem Jahr. Ein Strafverfolgungsmuster gegen einzelne Spieler ist nicht feststellbar, und daraus folgt weder eine Erlaubnis noch ein Freibrief. Wer in einem unerlaubten Angebot spielt, hat keine deutsche Aufsicht im Rücken — das ist der Punkt, an dem sich das Risiko bewegt.

Verantwortung: die Regeln, die den Monat begrenzen

Zwei Turnierwochen mit zwei Einzelwettbewerben, dazu Tag für Tag Paarungen, die sich erst während des Spiels entscheiden — das ist die Konstellation, in der aus einer Wette eine Serie wird. Die Regeln, die hier greifen, sind nicht freiwillig, sondern Teil der Erlaubnis.

Die Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich. Ein Spieler führt ein Konto pro Anbieter und muss sich vollständig verifizieren; vor abgeschlossener Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel einschränken — mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Das ist keine Formalie, sondern die Frist, innerhalb derer ein ungeprüftes Konto überhaupt existiert.

Die wichtigste Grenze ist der Standardwert von 1.000 € Einzahlung pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, abgewickelt über die LUGAS-Limitdatei. Dieser Betrag gilt nicht pro Anbieter, sondern als Summe über alle bei der Datei angeschlossenen Anbieter — wer sein Limit bei einem Buchmacher aufbraucht, kann es nicht beim zweiten neu auffüllen. Erhöhen lässt es sich nur auf ein individuelles Maß, und zwar dann, wenn ein Anbieter aufgrund seiner Erlaubnis dazu berechtigt ist und der Spieler seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisbar belegt; eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Einige Anbieter dürfen bis 10.000 € anheben, zwischen 10.000 € und 30.000 € bei höchstens einem Prozent ihrer aktiven Spieler. Senken wirkt sofort, eine Erhöhung wird erst nach sieben Tagen wirksam. Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist nach § 6h GlüStV untersagt, und die Aktivitätsdatei überwacht das.

Das Sperrsystem OASIS ist das bundesweite Sperrregister, das bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt wird. Wer sich selbst ausschließt und dabei einen konkreten Zeitraum nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Zeitraum gilt eine Sperre von mindestens einem Jahr. Der Panikbutton im Konto löst zusätzlich eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus.

Bei Geldbewegungen ist Deutschland strenger, als viele erwarten. Einzahlungen sind nur von einem Zahlungskonto möglich, das auf den Namen des Spielers lautet und bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut geführt wird. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht zugelassen, und das ist der Mechanismus, der Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwettenmarkt heraushält. Das Guthaben der Spieler liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird der Betrag innerhalb von fünf Arbeitstagen ohne Gebühren ausgezahlt.

Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ — das entspricht rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Schuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler. Ob und wie er sie weitergibt, entscheidet er selbst, und deshalb liest man Werbesätze über Steuerfreiheit für den Kunden: Sie beschreiben eine Kalkulationsentscheidung. Die Steuer trifft übrigens auch unerlaubte Anbieter; eine gezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis.

Für das Werbeverbot gilt eine Differenzierung, die oft falsch wiedergegeben wird. Das Verbot zwischen 06:00 und 21:00 Uhr betrifft Spielautomaten, Online-Poker und Online-Casinospiele — nicht das Sportwettenangebot. Für Sportwetten gilt anderes: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während dessen Live-Übertragung im selben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, und keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz. Das GlüStV enthält keine Vorschrift, die einen Sportwettenbonus festsetzt oder begrenzt. Höhe, Umsatzbedingungen und Mindestquote stammen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters — was die Prüfung dieser Bedingungen zur einzigen Kontrolle macht, die der Spieler selbst in der Hand hat.

Häufig gestellte Fragen

Nur bei einem Anbieter, der auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht. Dort ist die Domain unter der Sportwetten-Erlaubnis entscheidend, nicht die Marke. Nur diese Domain darf Sportwetten veranstalten; eine Erlaubnis für Automatenspiele oder Poker erlaubt keine Tenniswetten. Ohne deutschen Eintrag liegt unerlaubtes Glücksspiel vor.

Welche Wettarten sind bei einem Grand-Slam-Turnier üblich?

Gängig sind Wetten auf den Gesamtsieger des Turniers, auf den Sieger einer einzelnen Paarung, auf den Gewinn eines Satzes und Handicap-Wetten, bei denen ein Spielvorsprung eingerechnet wird. Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder Abschnitts sowie auf Ereignisse während einer Begegnung, als Einzel- und Kombiwette — aber nur im zugelassenen Sportwettprogramm.

Wie errechnet sich die Auszahlung einer Wette auf den Turniersieger?

Aus Einsatz mal Quote. Bei 50 € Einsatz und der Quote 4,00 ergibt das 200 € Rückzahlung, davon 150 € Nettogewinn. In der Quote steckt die Marge des Anbieters bereits: Bei zwei gleich hohen Quoten von 1,90 auf einen Zwei-Weg-Markt bleiben 95 % Auszahlungsquote und 5 % Marge. Die Marge sinkt nicht dadurch, dass eine Wette gewinnt.

Welche Live-Wetten sind während eines Matches erlaubt?

Während einer laufenden Begegnung nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder ein ähnlich seltenes Ereignis in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Ein nächster Satz im Tennis ist erlaubt, der nächste Punkt nicht. Deshalb findet sich bei deutschen Anbietern kein Markt auf jeden einzelnen Ballwechsel.

Wie wirken Einzahlungslimit und Sportwettensteuer auf das Turnier?

Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat gilt über alle Anbieter und wird über die LUGAS-Limitdatei gesteuert. Die Sportwettensteuer von 5,3 % auf die Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ schuldet der Veranstalter, nicht der Spieler; ob er sie in die Quote einrechnet, entscheidet er. Zwei Turnierwochen ändern an beiden Regeln nichts.

Spielt der Belag beim Setzen auf Sand überhaupt eine Rolle?

Er verändert die Einschätzung, nicht die Auszahlung. Auf Sand werden Ballwechsel länger, der Aufschlag verliert an Wirkung, und Favoritensiege fallen seltener in zwei klaren Sätzen aus. Für die Quote bedeutet das engere Zwei-Weg-Märkte. Ob eine Quote über der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit liegt, weiß man erst hinterher — nachträglich ist jede Quote erklärbar.

Inhalt erstellt vom Team «Wettanbieter»