Freiwette bei Sportwetten: zehn Anbieter, ein Einsatz, der nie zurückkommt
Datenstand: 30. Oktober 2026. Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in der Fassung vom 2. Oktober 2026 sowie gegen die veröffentlichten Bonusbedingungen der genannten Veranstalter.

Wer zum ersten Mal ein Konto bei einem deutschen Sportwetten-Veranstalter eröffnet, trifft selten auf einen ehrlichen Satz. Auf der einen Seite steht „bis zu 100 € in Wett-Credits“, auf der anderen Seite eine Bedingung, die in kleiner Schrift darunter steht und den Wert des Geschenks halbiert. Die Freiwette ist genau dieses Geschenk. Sie heißt bei manchen Anbietern Freebet, bei anderen Gratiswette, bei Bet365 Wett-Credit, und sie funktioniert überall nach derselben Mechanik: Der Veranstalter stellt einen Einsatz, der nicht aus der eigenen Tasche kommt. Gewinnt die Wette, zahlt er den Gewinn aus — aber abzüglich dieses Einsatzes. Bei MERKUR BETS steht das ausdrücklich in den Aktionsbedingungen: Bei einem Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt. Wer das einmal verstanden hat, liest jede Bonuswerbung anders.
Der zweite Satz, der in keine Werbung passt: In Deutschland darf Sportwetten im Internet nur anbieten, wer eine Erlaubnis der GGL hat, und jeder dieser Veranstalter unterliegt derselben Verordnung, die auch das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat vorsieht. Ein „Freiwette ohne Einzahlung“-Angebot von einer Seite mit Curaçao- oder Anjouan-Zertifikat ist keine Gelegenheit, sondern eine Wette ohne das Netz, das hier gespannt ist — ohne OASIS, ohne LUGAS, ohne deutsche Gerichte. Die Freiwette ist also kein Problem. Das Problem ist der Anbieter, bei dem man sie sucht.
Was eine Freiwette ist — und warum der Einsatz nicht mitkommt
Eine Freiwette ist ein von der Plattform gestellter Wetteinsatz. Der Betrag gehört dem Spieler nicht, bevor er ihn nicht in einer Wette platziert hat, und nach der Auswertung fließt er nicht mit dem Gewinn zurück auf das Konto. Das klingt nach Buchhaltung, ist aber die eigentliche Kostenfrage: Der Veranstalter schenkt den Einsatz, weil er ihn später wieder einbehält. Der Vorteil, den der Spieler erhält, ist das Verhältnis zwischen Gewinn und Einsatz, nicht der Einsatz selbst.

Greifen wir zu einem Beispiel, das die Mechanik zeigt und nicht eine bestimmte Quote zitiert. Angenommen, der Veranstalter stellt 25 € als Freiwette, die Wette wird zu einer Quote von 2,50 platziert, und der Einsatz soll 0 € vom Konto kosten. Der Bruttogewinn dieser Wette liegt dann bei 62,50 €. Ausgezahlt werden 37,50 €, weil der Einsatz als Freiwetten-Einsatz von der Auszahlung abgezogen wird. Der Fehlbetrag von 25 € ist exakt die Summe, die der Spieler nie in der Hand hielt. Wer stattdessen mit eigenem Geld zu 2,50 setzt, bekommt 62,50 € — aber nur, weil er die 25 € vorher selbst eingezahlt hat. Die beiden Wetten haben dasselbe Risiko und verschiedene Rechnungen.
Freiwette, Bonusgeld und Cash-Bonus: drei verschiedene Dinge
Diese drei Formen von Neukundenangeboten werden im Marketing wie Synonyme behandelt und sind es nicht. Bei einer Freiwette ist der Einsatz gestellt und wird bei einem Gewinn vom Auszahlungsbetrag abgezogen. Bei Bonusgeld ist die Gutschrift echtes Spielkapital, das im Konto steht, aber vor einer Auszahlung umgesetzt werden muss — bei Tipwin etwa 100 % der Einzahlung bis 100 €, mit einer siebenfachen Umsatzpflicht aus Einzahlung und Bonus zusammen. Bei einer Cash-Lösung gibt es überhaupt kein Guthaben, sondern eine Gutschrift nach einer verlorenen ersten Wette.
Der Unterschied wird an einer Zahl sichtbar, die auf der Seite oben schon steht. Bet365 beschreibt für Neukunden auf Bet365 „bis zu 100 € in Wett-Credits“, die nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben werden — und diese Credits sind Freiwetten: Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht. Sportwetten dagegen schreibt einen Einzahlungsbonus von 100 % der ersten Einzahlung bis maximal 100 € gut, sofort nach einer Ersteinzahlung von mindestens 10 €. Zwei Angebote, zwei völlig verschiedene Dinge, eine gemeinsame Werbesprache.
Wer rechnet, steht bei der Freiwette schlechter da, als die Zahl auf dem Banner suggeriert. Wer aber ohne eigenes Geld spielen will, steht bei der Freiwette überhaupt erst im Spiel. Der Bonusgeld-Kunde hat immer Geld eingezahlt.
Die zweiseitige Quote und der Anteil, der beim Veranstalter bleibt
Jede Antwort auf die Frage „Was bleibt von der Freiwette übrig“ hängt an einer Zahl, die in der Bewerbung nie steht: dem Quotenschlüssel. Der Quotenschlüssel eines Marktes gibt an, welchen Anteil aller Einsätze dieser Markt an die Spieler zurückzahlt. Für einen Markt mit zwei gleich wahrscheinlichen Ausgängen zu je 1,90 ergibt er sich aus 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte der beiden Quoten — hier also 95,0 %. Die übrigen 5,0 % sind die Marge des Veranstalters.
Diese 95,0 % sind keine Eigenschaft dieses konkreten Marktes, sondern eine illustrative Annahme: Die Quoten 1,90 / 1,90 stehen hier als Beispiel, nicht als Preis, den ein bestimmter Anbieter für ein bestimmtes Spiel auslobt. Der Quotenschlüssel ist von Markt zu Markt und von Spiel zu Spiel verschieden, und er ist die Größe, mit der sich der Wert eines gestellten Einsatzes sauber rechnen lässt.
Was die Freiwette im Durchschnitt wert ist
Jetzt lässt sich die entscheidende Größe bestimmen. Der durchschnittliche Wert einer Freiwette, deren Einsatz nicht ausgezahlt wird, liegt beim Freiwettenbetrag mal dem um eins verringerten Quotenverhältnis, multipliziert mit dem Quotenschlüssel des Marktes. Ein Rechenbeispiel: Bei einer Freiwette von 25 €, einer ausgelobten Quote von 2,50 und einem Quotenschlüssel von 95,0 % ergibt sich ein Wert von ungefähr 14,25 €. Der Wert liegt also bei rund 57 % des Nominalbetrags.
Das ist eine Bandbreite, keine Zusage, und sie hat eine Bedingung. Je niedriger die Wette quotiert ist, desto geringer der Anteil, der übrig bleibt — bei einer Quote von 1,50 sinkt der Wert auf rund 7,92 €, also auf 32 % des Nominalbetrags. Je höher die Quote, desto größer der Anteil — bei einer Quote von 4,00 steigt der Wert auf 17,81 €, aber genau dort verliert die Wette auch an Wahrscheinlichkeit. Diese Rechnung ist ein Erwartungswert über viele gleichartige Wetten, kein Ergebnis für eine einzelne Wette. Keine Quote macht eine Freiwette zu einem Gewinn.
Wie viel eine Freiwette wert ist, hängt damit an einer Frage, die jeder selbst beantworten muss: Wie hoch muss die Quote sein, damit die Wette überhaupt eine Chance hat, und wie viel von dieser Quote frisst der Quotenschlüssel? Bei einem ungünstigen Markt mit einem Quotenschlüssel von 90 % und einer Quote von 1,90 bleiben von 25 € nur noch etwa 10,66 € übrig.
Bet365 bewirbt für Neukunden „bis zu 100 € in Wett-Credits“; Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht.
Was die Gratiswette von jedem Anbieter verlangt, bevor sie zählt
Wer ein Freiwettenangebot prüft, findet in den Bedingungen fast immer dieselben vier Bremsen: Mindestquote, Umsatzbedingung, Frist und Identifikation. Die erste kann den Wert halbieren, die zweite kann ihn ganz auffressen, die dritte macht ihn zu einem Verfallsdatum. Deshalb lohnt es, sie an den zehn Veranstaltern dieser Auswahl einzeln durchzugehen, statt sie in einer Zeile zu addieren — denn keine dieser Bedingungen gehört dem Nachbarn.
Winamax: verdoppelt ohne Umsatzbedingungen — bis auf eine
Das Willkommensangebot von Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, und für diese Freebets besteht keine Umsatzbedingung. Genau hier liegt der Reiz: Der Spieler kann den Gewinn einer Freebet-Wette abziehen, ohne vorher ein Vielfaches einzusetzen. Die Bedingung sitzt aber einen Schritt vorher, bei der Einzahlung selbst. Die muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze der Umsetzung von 100 € und einer Mindestquote von 1,05. Cashout-Wetten und stornierte Wetten zählen nicht zur Umsetzung; weitere zeitliche Bedingungen bestehen laut Winamax nicht.
Die Mindestquote von 1,05 ist so niedrig, dass sie kaum als Hürde taugt — sie schließt praktisch nur Wetten auf ein bereits entschiedenes Ereignis aus. Die interessantere Zahl ist die Obergrenze der Umsetzung: Wer mehr als 100 € einzahlt, muss nur 100 € umsetzen. Bei zwei Einzahlungen von 50 € und 100 € ist die Umsatzlast also dieselbe, obwohl die zweite Verdopplung größer ausfällt. Der Bonus gilt einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto — eine Formulierung, die den Vorteil auf einen Haushalt begrenzt, nicht auf eine Person.
Der Winamax-Cashout erlaubt die vollständige oder teilweise vorzeitige Beendigung einer Wette, bei Einzel-, Kombi- und MyMatch-Wetten. Der Betrag wird erst ausgezahlt, nachdem alle Auswahlen der Wette beendet sind. Bei Torschützenwetten, Systemwetten, Langzeitwetten und mit Freebets platzierten Wetten ist er nicht verfügbar.
Urteil: Der Verzicht auf Umsatzbedingungen für die Freebets ist der einzige Grund, warum dieses Angebot in einer Kostenbetrachtung weit vorne steht — die verbleibende Hürde ist eine Einzahlungsumsatzpflicht mit Obergrenze, nicht ein Wettumsatz. Das Angebot passt zu jemandem, der 100 € oder weniger in einem Zug einsetzt und den Spielraum zwischen Freebet und Auszahlung nicht mehrfach durchlaufen will.
Betway und die Zahlungswege: Skrill und Trustly qualifizieren unterschiedlich
Bei Betway hängt der Wert des Neukundenangebots an der Einzahlungsmethode, und das ist eine Eigenheit, die viele Kunden erst nach der Einzahlung bemerken. Die Mindesteinzahlung per Skrill beträgt 5 €, die Mindestauszahlung 10 €; Skrill-Auszahlungen sind gebührenfrei und werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden freigegeben. Der entscheidende Satz steht daneben: Einzahlungen per Skrill qualifizieren nur für die Willkommens-Freiwette, nicht für den Einzahlungsbonus. Wer also den Bonusgeld-Weg plant, muss diesen Weg anders einzahlen.
Bei Trustly liest sich die Regel anders. Die Mindesteinzahlung beträgt dort ebenfalls 5 €, die Mindestauszahlung 10 €, und Trustly-Zahlungen sind gebührenfrei. Ausgezahlt wird nur Guthaben ohne offene Bonus-Umsatzbedingung, auf ein Bankkonto auf den Namen des Kunden und nach vorheriger Trustly-Einzahlung. Wer mit Trustly einzahlt und mit Skrill auszahlen will, muss die Verträglichkeit der beiden Wege also selbst prüfen.
Urteil: Zwei Zahlungswege mit zwei verschiedenen Folgen für den Bonus — wer die Freiwette will, zahlt mit Skrill ein; wer den Einzahlungsbonus will, wählt einen anderen Weg. Betway macht damit aus der Zahlungsmethode eine Produktentscheidung, und die Kosten dieser Entscheidung zeigen sich erst bei der Umsatzprüfung.
MERKUR BETS: zwei Angebote, zwei Uhren
MERKUR BETS bot Neukunden laut Mitteilung vom 14.10.2024 bei einer Ersteinzahlung ab 1 € eine Freebet über 25 €. Verliert die erste qualifizierende Kombiwette, wird der Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet, sofern vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde. Die Auszahlungsregel ist dieselbe wie überall in dieser Liste: Bei einem Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt.
Dazu kommt der MERKUR BETS CLUB, ein laufendes Programm statt eines einmaligen Geschenks. Er schüttet für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus; die Aktion lief vom 09.06.2025 bis 14.07.2025. Diese Freebet muss innerhalb von 3 Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb von 7 Tagen nach Erhalt genutzt wird. Sie gilt nur für Einzel- oder Kombinationswetten; System- und Mehrwegwetten sind nicht zulässig.
Die Uhr ist hier die eigentliche Hürde. Drei Tage zum Aktivieren, sieben Tage zum Verwetten, sonst ist der Betrag weg — das sind Fristen, die einen Spieler mit unregelmäßigem Wettverhalten härter treffen als jede Umsatzbedingung. Dazu: Bei einer mit Freebet platzierten Wette ist kein Cashout möglich, und die Freebet gilt nicht für Wetten mit Quotenboost. Wer den Kombi-Boost nutzt, kann die Freebet also nicht nebenher einsetzen.
Urteil: Zwei Freiwetten mit kurzen Verfallszeiten, dazu ein Boost-Programm, das ab fünf Auswahlen einen Prozentbonus auf den Gewinn von 5 % bis höchstens 30 % ab 30 Auswahlen zahlt — der Kalender, nicht die Umsatzregel, ist der teuerste Teil dieses Pakets.
Tipwin: der Bonus, der die Auszahlung blockiert
Der Sportwetten-Willkommensbonus von Tipwin beträgt 100 % der Einzahlung bis höchstens 100 €. Einzahlung und Bonus zusammen müssen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten eingesetzt werden, je Wettschein zählen höchstens 100 €, und nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80 zählen für den Umsatz. Der Fallstrick ist die Mindestquote: Wer die 1,80 reißt, hat die Wette platziert, aber nichts umgesetzt.
Dazu kommen zwei Bedingungen, die den Zeitpunkt des Auszahlens betreffen. Nur verifizierte Konten erhalten den Bonus; wer vor der Verifizierung einzahlt, kann ihn erst mit der nächsten Einzahlung beanspruchen. Bei Tipwin sind außerdem Auszahlungen erst nach Erfüllung der Umsatzbedingungen des Willkommensbonus möglich, wenn bei einer weiteren Einzahlung noch ein Restguthaben von mehr als 1 € auf dem Konto liegt; für die Auszahlung müssen alle gespielten Ereignisse abgeschlossen sein. Wetten mit angenommenem Ticketrückkauf zählen nicht zum Umsatz, und der Bonus gilt einmal je Person, Konto, Haushalt, Zahlungsmittel, Gerät und IP-Adresse.
Urteil: Siebenfacher Umsatz bei einer Mindestquote von 1,80 — das ist die schwerste Umsatzlast in dieser Auswahl, weil sie sich auch auf die Einzahlung erstreckt und nicht nur auf den Bonus. Wer einzahlt, ohne zu verifizieren, schiebt den Anspruch auf einen späteren Zeitpunkt und damit auf eine weitere Einzahlung.
Sportwetten.de: Bonusgeld mit sofortiger Gutschrift
Das Willkommensangebot von Sportwetten.de ist ein Einzahlungsbonus in Form von Bonusgeld: 100 % der ersten Einzahlung, maximal 100 €, sofort gutgeschrieben nach einer Ersteinzahlung von mindestens 10 €. Maßgeblich ist die erste online getätigte Einzahlung. Für einen Leser, der eine Freiwette sucht, ist der Unterschied wichtig: Bonusgeld steht als Guthaben im Konto und muss vor einer Auszahlung umgesetzt werden, während eine Freiwette den Einsatz stellt und den Gewinn um den Einsatz kürzt. Der Vorteil der sofortigen Gutschrift liegt im Zeitpunkt, nicht im Wert.
Urteil: Der niedrigste Einstieg in dieser Liste — 10 € genügen — und der schnellste Zugriff auf Guthaben, aber wer hier von „Gratiswette“ spricht, meint etwas anderes als der Rest der Auswahl.
bet365: Wett-Credits im Takt der Einzahlung
Bet365 bewirbt für Neukunden „bis zu 100 € in Wett-Credits“. Die Freischaltung hat einen eigenen Mechanismus: Die Credits werden nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben, und Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht. Die Formulierung „nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung“ ist keine Kleinigkeit — der Kunde muss also zunächst eigene Wetten im Umfang seiner Einzahlung abwickeln, bevor die Credits überhaupt verfügbar sind.
Wer diese Hürde genommen hat, findet bei bet365 ein vergleichsweise dichtes Funktionspaket. Im Hilfezentrum sind Wetten-Konfigurator, Gewinn-Boost, Cash Out, „Einwechslung+“ — eine Spielerwette läuft bei einer Auswechslung weiter — und „Wette teilen“ als Funktionen beschrieben. Dazu kommt ein Boost für den Wetten-Konfigurator bei 3 oder mehr Auswahlen und kombinierten Quoten von 2,00 oder höher sowie ein Gewinn-Boost für Kombiwetten, dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt.
Urteil: Der Freischaltungsmechanismus ist die eigentliche Bedingung dieses Angebots, nicht die Höhe — wer ohnehin regelmäßig in der Größenordnung seiner Einzahlung wettet, löst die Credits im normalen Betrieb ein. Für einen Gelegenheitswetter ist das die am wenigsten planbare der hier beschriebenen Freischaltungen.
bet-at-home: eine Gratiswette mit Ablaufdatum
Die 10-€-Gratiswette von bet-at-home auf „Sieger der FIFA WM 2026“ galt für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 09.06.2026 über den Promotion-Link registrierten. Entscheidend ist hier der Schluss: Diese Aktion ist zeitlich geschlossen. Die Wette musste bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr platziert werden, und für Gewinne daraus galten keine Umsatzbedingungen — ein selten sauberer Satz in dieser Kategorie.
Wer diese Seite heute liest, kann an dieser Aktion nicht mehr teilnehmen. Sie steht hier trotzdem, weil sie exemplarisch zeigt, wie sich die Kosten eines Events in eine Uhr verwandeln: Keine Umsatzbedingung, kein Mindestquotenfilter, dafür ein Zwölf-Tage-Fenster, in dem die Wette stehen musste. Ein Angebot ohne Umsatzauflage ist oft nur ein Angebot mit einer kürzeren Frist an anderer Stelle.
Urteil: Der sauberste Bedingungstext dieser Liste — und der nutzloseste für jeden, der nach dem 28.06.2026 von ihm erfährt. Für eine aktuelle WM-Aktion ist der Veranstalter selbst die einzige Auskunftsstelle.
DAZN Bet und Sportingbet: die Freiwette und der Cash-out
Zwei Anbieter dieser Auswahl teilen sich eine Einschränkung, die für den Wert einer Freiwette unmittelbar zählt. Bei DAZN Bet und Sportingbet ist Cash Out nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei als Freiwette platzierten Wetten. Der Betrag richtet sich bei beiden Anbietern nach den aktuellen Quoten.
Das ist eine Regel mit Preis. Cash Out ist für einen Freiwettennutzer die einzige Möglichkeit, eine Wette abzusichern, deren Ausgang sich ungünstig entwickelt — und genau diese Tür ist bei beiden Anbietern geschlossen, sobald die Wette mit gestelltem Einsatz läuft. Der Spieler trägt also den vollen Ausgang der Wette, ohne die Notbremse, die er mit eigenem Geld hätte. Dass die Verfügbarkeit von Cash Out bei DAZN Bet nicht zugesichert wird, kommt hinzu: Selbst außerhalb einer Freiwette ist die Funktion keine zugesagte Leistung.
Urteil: Bei beiden Anbietern bleibt dem Freiwettennutzer nur der Weg bis zum Ende — ein nachträglicher Ausstieg zu einem besseren Preis ist nicht vorgesehen, und wer eine Freiwette platziert, sollte den Ausgang also vorher akzeptieren.
VBet und Bet3000: Platzhalter mit Erlaubnis
Für VBet und Bet3000 trägt jede Zeile dieser Seite eine Besonderheit, die mit Bedingungen nichts zu tun hat: Die Liste erlaubter Veranstalter führt für beide Sportwetten-Erlaubnisse mit einem erstmaligen Datum, VBet seit dem 5. Dezember 2023, Bet3000 seit dem 22. April 2026. Über die Neukundenangebote der beiden ist damit nichts gesagt; die Erlaubnis ist die Voraussetzung, nicht das Produkt.
Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit und ist der wichtigste Satz für diese beiden Anbieter. Wer vergleicht, prüft bei VBet und Bet3000 zuerst den Bonusbereich auf der eigenen Seite — dort stehen Höhe, Mindestquote und Frist, und sie stehen dort verbindlich. Die Whitelist beantwortet eine andere Frage: ob ein Anbieter in Deutschland überhaupt tätig sein darf.
Urteil: Zwei erlaubte Veranstalter ohne veröffentlichte Neukundenofferte in dieser Übersicht, und beide damit für den Freiwettennutzer die schwächste Wahl dieser Zehn — nicht weil die Produkte schlecht wären, sondern weil ihre Angebote hier nicht überprüfbar sind.
Tipico: der Anbieter mit dem längsten Verfahren
Tipico wird in dieser Auswahl von genau der Frage eingeholt, die einen Freiwettennutzer nur indirekt betrifft und die trotzdem auf diese Seite gehört. Der Bundesgerichtshof legte dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou hielt es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.
Das Verfahren betrifft Altfälle, nicht die heutige Erlaubnislage, und kein Leser dieser Seite sollte daraus einen Rückzahlungsanspruch ableiten. Es gehört hierher, weil es zeigt, worum es bei der Frage nach dem erlaubten Anbieter im Kern geht: um Verträge, die vor deutschen Gerichten durchsetzbar sind, und um Einsätze, die auf einem Konto ohne Erlaubnis niemand zurückholt.
Urteil: Bei Tipico zählt weniger die einzelne Bonuszeile als die Tatsache, dass der Anbieter seit 2020 auf der Whitelist steht und Streitfragen dieser Größenordnung vor deutschen und europäischen Gerichten verhandelt werden — für den Spieler ist das die relevantere Sicherheit als jede Verdopplung.
bpremium und Wettstar: Umsatzregeln, die den Bonus einfrieren
Zwei Anbieter aus dem Umfeld dieser Auswahl zeigen, wie weit sich Umsatzbedingungen strecken lassen. Bei bpremium können Bonusgewinne aus Sportwetten laut Nutzungsbedingungen erst nach dem Fünffachen des Bonusbetrags und dem Fünffachen der zugehörigen Einzahlung bei Dezimalquoten ab 1,7 ausgezahlt werden; Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar. Der Umsatz bezieht sich also auf zwei Größen gleichzeitig.
Der Wettstar-Neukundenbonus beträgt insgesamt bis zu 40 €: 20 € werden nach der Anmeldung gutgeschrieben, dazu kommt ein Einzahlungsbonus von 100 % der Einzahlung bis höchstens 20 € bei einer Mindesteinzahlung von 1 €. Beide Bonusbeträge sind nicht auszahlbar. Der Bonus muss vor einer Auszahlung mindestens fünfmal für Wetten eingesetzt werden, und zwar innerhalb von 60 Tagen; danach verfällt der Bonusbetrag. Das Angebot gilt nur für Personen ohne bestehendes Wettstar-Konto.
Die 60-Tage-Frist ist im Vergleich zu den Drei-Tage- und Sieben-Tage-Fenstern bei MERKUR BETS großzügig, ändert aber nichts an der Grundregel: Ein Bonus, der nicht auszahlbar ist, wird erst zu Geld, wenn er den Umsatz vollständig durchlaufen hat.
Urteil: Bei beiden Anbietern liegt der eigentliche Preis des Angebots in der Auszahlungssperre, und bei Wettstar kommt die Frist hinzu — wer 60 Tage nicht durchhält, verliert einen Betrag, der ohnehin nie auszahlbar war.
Interwetten und der jederzeit widerrufbare Cash-out
Interwetten kann Cash-Out-Angebote laut Sportsbook-Regeln ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktivieren; für Freebets und Bonusgeld ist Cash-Out nicht verfügbar. Die zweite Hälfte des Satzes ist die Regel, die in dieser Liste mehrfach auftaucht. Die erste Hälfte ist die härtere: Eine Funktion, die der Anbieter ohne Ankündigung abschalten darf, ist keine zugesagte Leistung, sondern eine Kulisse — und wer eine Wette mit dem Gedanken an einen vorzeitigen Ausstieg platziert, sollte diese Möglichkeit nicht in seine Rechnung aufnehmen.
Urteil: Eine Regel, die für jede Wette gilt und nicht nur für Freiwetten — der Ausstieg ist hier ein Angebot auf Zeit, kein Bestandteil des Wettscheins.
Zehn Veranstalter im Vergleich: Erlaubnis, Veranstalter, Erlaubnis seit wann
Vergleichen lässt sich zuerst das, was sich prüfen lässt. Die folgende Übersicht nennt zu jedem Anbieter den Eintrag in der Liste der erlaubten Veranstalter, den Namen des Erlaubnisinhabers und das Erstdatum der Sportwetten-Erlaubnis. Die Liste weist ein Erstdatum aus, kein Enddatum — wer eine Laufzeit sucht, findet sie dort nicht, und eine erste Erlaubnis läuft nach den Regeln des GlüStV fünf Jahre.
| Anbieter | Eintrag in der GGL-Whitelist und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| Betway | Sportwetten-Erlaubnis für Betway; Inhaber Betway Limited | 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022 |
| Bet3000 | Sportwetten-Erlaubnis für Bet3000; Inhaber I.B.C. Sportsbetting Limited, Sliema, Malta | 22.04.2026 |
| MERKUR BETS | Sportwetten-Erlaubnis für MERKUR BETS; Inhaber Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| Tipico | Sportwetten-Erlaubnis für Tipico; Inhaber Tipico Co. Limited, Portomaso Business Tower, San Ġiljan, Malta | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022 |
| Tipwin | Sportwetten-Erlaubnis für Tipwin; Inhaber Tipwin Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 27.12.2022 und 09.01.2024 |
| DAZN Bet | Sportwetten-Erlaubnis für DAZN Bet; Inhaber DZBT Operations Limited | 22.08.2023 |
| Betano | Sportwetten-Erlaubnis für Betano; Inhaber Betkick Sportsbetting Limited, San Giljan, Malta | 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022 |
| VBet | Sportwetten-Erlaubnis für VBet; Inhaber SCGO Limited, St. Julian’s, Malta | 05.12.2023 |
| Sportwetten | Sportwetten-Erlaubnis für Sportwetten; Inhaber NetX Betting Limited | 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022 |
| bet365 | Sportwetten-Erlaubnis für Bet365.de; Inhaber Hillside (Europe) ENC, Ta’Xbiex, Malta | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022 |
Die Spanne in der letzten Spalte ist der eigentliche Befund dieser Tabelle. Zwischen dem 09.10.2020 und dem 22.04.2026 liegen fünfeinhalb Jahre, in denen die Erlaubnislage in Deutschland völlig unterschiedlich aussah. Wer heute vergleicht, sieht zehn Einträge mit demselben Status — und übersieht dabei, dass ein Veranstalter, der 2020 eingetragen wurde, ein anderes Betriebsjahr hinter sich hat als einer, der erst 2026 dazukam. Für den Spieler ist das kein Qualitätsurteil, sondern ein Hinweis darauf, wie lange ein Anbieter schon unter denselben deutschen Regeln arbeitet.
Zwei Einträge in der Tabelle verdienen einen zweiten Blick, weil sie sich auf Sitz und Firmierung beziehen. Die Tipico Co. Ltd. hat ihren Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta und wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet. Die SCGO Limited, Veranstalterin der Sportwetten unter VBet, sitzt im Luxe Pavilion, Portomaso, St. Julian’s, Malta. Für den Freiwettennutzer entscheidet der Firmensitz nicht über die Erlaubnis — die gilt dem Bereich, für den sie erteilt ist. Sie entscheidet aber über den Weg, den eine Beschwerde nimmt.
Eine Warnung gehört neben diese Tabelle, weil sie genau diesen Status betrifft. Die GGL warnte am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten „wie etwa Platincasino“. Der Hinweis fällt in dieselbe Zeit wie die Whitelist-Prüfung: Ein gut gestaltetes Angebot mit einem Namen, den man kennt, kann trotzdem ohne Erlaubnis betrieben werden.
Die Liste der erlaubten Veranstalter ist dabei kein exklusiver Klub, sondern eine Momentaufnahme. Sie enthält 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, sowie drei Inhaber, die ausschließlich Pferdewetten anbieten. Jede dort gelistete Domain endet auf .de — was allein nichts beweist, denn eine .de-Domain kann jeder registrieren. Entscheidend ist der Eintrag unter der Sportwetten-Erlaubnis für den konkreten Bereich: Ein Anbieter, der daneben eine Erlaubnis für Spielautomaten, Poker oder Online-Casino hält, hat damit keine Aussage über sein Sportwettenangebot getroffen.
Die Rechtslage: Erlaubnis, Whitelist und die Grenze zwischen reguliert und offshore
Der entscheidende Satz für jede Freiwette steht nicht in den Bonusbedingungen, sondern in der Verordnung. Sportwetten im Internet darf in Deutschland nur veranstalten und vermitteln, wer die Erlaubnis dazu hat. Zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale), die auf Grundlage des GlüStV 2021 arbeitet — in Kraft seit dem 1. Juli 2021 — und die bundesweite Erlaubnis für Sportwetten im Internet erteilt. In der Rechtssprache heißt das nicht Lizenz, sondern Erlaubnis; das ist kein Wortspiel, sondern die richtige Vokabel für jeden Satz, den ein Leser gegenüber einem Veranstalter verwenden will.

Der einzige belastbare Test, ob ein Anbieter diese Erlaubnis hat, ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Sie listet die erlaubten Veranstalter und ihre Domains, und sie ist die Quelle, auf die sich jeder Satz der Übersicht oben stützt. Wer den Status eines Anbieters prüfen möchte, sucht dort nach dem Namen des Erlaubnisinhabers, nicht nach dem Markennamen — die Marke und der Erlaubnisinhaber sind zwei verschiedene Rechtssubjekte. Bei Bet365 etwa steht nicht das Wettportal in der Liste, sondern die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta, und ihr Eintrag ist mit dem 2. Oktober 2026 datiert.
Auf der Whitelist der GGL steht bet365 mit der Hillside (Europe) ENC, Sitz Ta’Xbiex, Malta; Stand der Liste: 2. Oktober 2026.
Was in Deutschland überhaupt bewettet werden darf
Die Erlaubnis ist keine Generalvollmacht. Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorkommnisse während des Ereignisses, als Einzel- oder Kombinationswette — und nur die Wettarten, die die GGL in ihrem Sportwettprogramm zugelassen hat. Das ist die Grenze, an der die meisten ausländischen Werbebotschaften scheitern.
Für Live-Wetten gilt eine Einschränkung, die viele nicht kennen: Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten gesetzt werden, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball ist erlaubt, der nächste Satz im Tennis auch. Der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball sind es nicht. Ausgeschlossen sind außerdem Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind — nach der Praxis der GGL gilt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich —, manipulationsträchtige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sport ist in Deutschland kein anerkannter Sport; die GGL stellt fest, dass Wetten darauf nicht möglich sind. Auszahlungen erfolgen erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses. Eine gesetzliche Obergrenze für den Einsatz pro Wette gibt es im Sportwettenrecht nicht.
Was der Spielerschutz kostet und was er verhindert
Der Schutzapparat in Deutschland ist der Preis für die Rechtssicherheit, und er ist nicht klein. Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt. Pro Anbieter ist ein Konto mit vollständiger Verifizierung vorgesehen; vor abgeschlossener Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spielraum geben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Danach greift das reguläre Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, verwaltet über die LUGAS-Limitdatei. Ein Veranstalter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für einen einzelnen Spieler ein höheres Limit setzen — bis 10.000 €, in einer weiteren Stufe bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler — und zwar nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit; eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Eine Absenkung wirkt sofort, eine Anhebung erst nach 7 Tagen. Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist untersagt und wird über die Aktivitätsdatei überwacht.
Das ist die Kehrseite jeder Freiwette: Ein Angebot, das zum Einzahlen lockt, trifft auf eine Infrastruktur, die das Einzahlen begrenzt. Wer im Monat bereits 1.000 € eingezahlt hat, kann an einem Neukundenangebot möglicherweise gar nicht mehr teilnehmen, ohne auf das nächste Kalenderjahr zu warten — denn die Verdopplung einer Einzahlung setzt eine Einzahlung voraus.
OASIS, Panikbutton und der Unterschied zu einem Anbieter ohne Erlaubnis
Das Spielersperrsystem OASIS ist das bundesweite Sperrregister, das bei der Registrierung und beim Login abgefragt wird. Wer sich dort sperrt und dabei einen Zeitraum angibt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Angabe mindestens ein Jahr. Der Panikbutton löst zusätzlich eine sofortige 24-stündige Blockierung aus. Diese Mechanismen sind an die Erlaubnis gebunden.
Genau dort liegt die Grenze, die in Werbetexten für „Freiwetten ohne Einzahlung“ verschwindet. Anbieter ohne deutsche Erlaubnis sind weder an OASIS noch an die LUGAS-Limitdatei angeschlossen. Wer dort spielt, hat kein Einzahlungslimit aus der Limitdatei, keine Sperre, die bei jedem regulierten Anbieter zieht, und keinen Weg über deutsche Gerichte. Das ist kein moralisches Argument, sondern eine Frage der Durchsetzbarkeit: Eine Erlaubnis ist die Voraussetzung dafür, dass ein Anspruch überhaupt einen Adressaten hat.
Nach den Zahlungsregeln sind Einzahlungen nur von einem Zahlungskonto auf den Namen des Spielers bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut erlaubt; anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Das ist der Mechanismus, der Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwetten heraushält. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Entscheidung und steht nur in seinen Bedingungen. Spielergelder liegen auf einem treuhänderisch geführten, insolvenzgeschützten Konto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt.
Der Anbieter ohne Erlaubnis und was rechtlich daran hängt
Ein Sportwettenangebot an Personen in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis ist unerlaubtes Glücksspiel. Eine Erlaubnis aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat dafür keine Bedeutung — die GGL warnt Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten. Auf der Seite des Strafrechts steht für das Veranstalten eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe, für die Werbung bis zu einem Jahr, für die Teilnahme bis zu sechs Monate oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spieler sind nicht belegt; daraus folgt weder ein Freibrief noch ein Grund zur Dramatisierung. Die Behörde arbeitet mit Untersagungsverfügungen, Zahlungs- und Netz sperren. Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und die Frage liegt seit dem Vorlagebeschluss des Bundesgerichtshofs beim EuGH. Eine zugesicherte Rückzahlung ist das für niemanden.
Die ehrliche Gegenüberstellung lautet deshalb so: Ein Anbieter ohne Erlaubnis kann höhere Limits bieten und stellt keine OASIS-Abfrage. Er bietet dafür keine Limitdatei, kein Sperrsystem, das auch bei anderen Anbietern greift, und keinen deutschen Rechtsweg. Ein Anbieter auf der Whitelist bietet Rechtssicherheit und Spielerschutz — und verlangt im Gegenzug das Einzahlungslimit von 1.000 €, eingeschränkte Live-Märkte, vollständige Verifizierung und Zahlungen vom eigenen Konto. Das ist der Tausch, der hinter jeder Freiwette steht, und man kann ihn nicht halb eingehen.
Werbung und Bonus: was die Verordnung nicht regelt
Ein Punkt, an dem viele Leser eine Regel vermuten, die es nicht gibt: Das GlüStV setzt Sportwettenboni keine Obergrenze. Höhe, Umsatzbedingungen und Mindestquoten stammen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Wer als Spieler wissen will, was ein Bonus kostet, ist auf den Vertragstext angewiesen, den der Anbieter veröffentlicht.
Was die Verordnung regelt, ist die Werbung. Nur Erlaubnisinhaber dürfen werben. Die zeitliche Beschränkung von 6:00 bis 21:00 Uhr gilt für Spielautomaten, Online-Poker und Online-Casino — nicht für Sportwetten. Für Sportwetten gilt: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung im selben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz. Dass ein Angebot in einem seriösen Umfeld beworben wird, ist deshalb kein Hinweis auf seine Bedingungen.
Verantwortungsvolles Spielen mit Gratisangeboten
Das Gratisangebot ist der Punkt, an dem die meisten Spielerschutzregeln zum ersten Mal berührt werden — und der Punkt, an dem sie am wenigsten beachtet werden. Eine Freiwette erzeugt den Eindruck, als sei der Einsatz risikofrei, weil er nicht vom eigenen Konto kommt. Für das Konto stimmt das. Für die Gewohnheit nicht. Wer sich an einen gestellten Einsatz gewöhnt, einzahlt und den nächsten Einsatz aus eigener Tasche stellt, hat den Übergang oft schon hinter sich, bevor er ihn bemerkt.
Die Altersgrenze von 18 Jahren gilt auch für Gratisangebote, und sie gilt für die Person, nicht für das Konto. Die Verifizierungspflicht vor dem Spielen ist keine Formalität, sondern der Mechanismus, mit dem ein Anbieter prüft, wem er einen Einsatz stellt — ein nicht verifiziertes Konto erhält bei Tipwin keinen Bonus, und wer vor der Verifizierung einzahlt, kann ihn erst mit einer weiteren Einzahlung beanspruchen.
Wer sich selbst Grenzen setzen will, hat dafür zwei Werkzeuge, die an die Erlaubnis gebunden sind. Das Einzahlungslimit aus der Limitdatei begrenzt den monatlichen Gesamteinsatz über alle Anbieter; OASIS sperrt die Person bei allen erlaubten Anbietern, und der Panikbutton blockiert sofort für 24 Stunden. Diese Werkzeuge sind erheblich stärker als die Selbstbeschränkung bei einem einzelnen Anbieter, weil sie nicht beim Veranstalter, sondern bei der Aufsicht liegen.
Ein Freiwettenangebot ist damit kein Anlass für eine höhere Einzahlung. Wer 100 € einzahlt, um 100 € Bonus zu erhalten, hat 100 € eingezahlt. Wer 1.000 € einzahlt, um das Angebot vollständig zu nutzen, hat den gesetzlichen Monatsrahmen bereits ausgeschöpft — und trifft auf eine Umsatzbedingung, die den Bonus nicht zu Geld macht, sondern zu einem Gegenstand mit Bearbeitungszeit. Hinzu kommt die Steuer: Sportwetten unterliegen der Sportwettensteuer nach §§ 16–25 Rennwett- und Lotteriegesetz in Höhe von 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die den Einsatz abzüglich der Steuer selbst umfasst — das entspricht rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Spieler. Ob und wie ein Anbieter sie weitergibt, steht nur in seinen Bedingungen. Die Steuer fällt im Übrigen auch bei Anbietern ohne Erlaubnis an; eine gezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis.
Unsere Bewertung: Was die zehn Angebote unter dem Kostenstrich leisten
Wer die zehn Anbieter nach dem sortiert, was ein Freiwettennutzer tatsächlich bekommt, landet bei einer Reihenfolge, die sich von der Werbehierarchie unterscheidet. Gemessen wird hier, was der Spieler selbst beisteuern muss, bevor ein Betrag zu Geld wird: Einzahlung, Umsatzauflage, Mindestquote, Frist und der Umstand, ob der Einsatz mitausgezahlt wird.
Winamax steht vorn, weil der Freebet-Teil ohne Umsatzbedingung auskommt. Die verbleibende Einzahlungsumsatzpflicht ist eine Bedingung, aber eine, die sich an eine Obergrenze bindet. Kein anderes Angebot dieser Zehn kommt einem echten Geschenk so nahe.
Bet365 folgt dicht dahinter, weil die Freischaltung der Credits an den normalen Wettbetrieb anknüpft. Wer ohnehin in dieser Größenordnung setzt, erhält den Wert ohne Zusatzaufwand; wer nur einmal spielt, wartet.
Varus-Wetten — gemeint sind die Angebote mit Einzahlungsbonus statt Freiwette, die in dieser Liste bei Sportwetten.de und Tipwin stehen — sind die ehrlicheren Angebote für einen Spieler, der ausdauernd dabei bleibt, und die teureren für einen, der einmal testet.
MERKUR BETS verdient eine Sonderzeile, weil hier das Angebot mit dem größten Werbeetat auf die kürzeste Frist aller Anbieter trifft. Drei Tage zur Aktivierung sind kein Detail, sondern die zentrale Einschränkung.
Am unteren Rand stehen VBet und Bet3000, die in dieser Übersicht ohne überprüfbare Neukundenofferte bleiben, sowie die Angebote mit den längsten Umsatzstrecken. Das ist kein Urteil über die Plattformen. Es ist die nüchterne Feststellung, dass ein Besucher, der eine Freiwette sucht, bei ihnen zuerst den Bonusbereich selbst lesen muss.
Winamax’ Willkommensangebot verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets; die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze von 100 € und einer Mindestquote von 1,05.
Häufige Fragen zu Freiwetten und Gratiswetten
Was bedeutet Freiwette bei Sportwetten?
Eine Freiwette ist ein vom Veranstalter gestellter Wetteinsatz. Der Spieler zahlt dafür nichts, platziert damit aber eine reguläre Wette und erhält im Gewinnfall den Gewinn abzüglich des gestellten Einsatzes. Die Wette unterliegt denselben Regeln wie eine Wette mit eigenem Geld, häufig eingeschränkt durch Mindestquote, Frist oder eine Aktivierung im Kundenkonto.
Wird der Einsatz einer Freiwette zusammen mit dem Gewinn ausgezahlt?
Nein. Der Einsatz der Freiwette ist kein Guthaben des Spielers und fließt bei einem Gewinn nicht mit. Bei MERKUR BETS ist das ausdrücklich geregelt: Bei einem Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt. Bei Bet365 heißt es, die Gewinne enthielten den Einsatz der Wett-Credits nicht. Der Auszahlungsbetrag liegt damit unter dem Bruttogewinn.
Woran erkennt man, ob eine Freiwette an Mindestquote oder Frist gebunden ist?
Am Aktionsbedingungstext auf der Seite des Veranstalters, und dort stehen die Angaben verbindlich. Typische Auflagen sind eine Mindestquote je Wettschein — bei Tipwin 1,80, bei Winamax 1,05 für die Einzahlungsumsetzung —, ein Aktivierungsfenster wie drei Tage bei der MERKUR BETS CLUB-Freebet und eine Frist wie sieben Tage bis zur Nutzung. Fehlt eine Angabe, gilt sie nicht.
Wie prüft man auf der GGL-Whitelist, ob ein Anbieter eine Freiwette anbieten darf?
Man sucht in der Liste der erlaubten Veranstalter nach dem Erlaubnisinhaber, nicht nach der Marke, und achtet darauf, dass unter dem Bereich Sportwetten die konkrete Domain eingetragen ist. Die Erlaubnis gilt dem Bereich: Ein Casino-, Poker- oder Spielautomaten-Permit desselben Halters sagt nichts über das Sportwettenangebot. Eine .de-Domain allein beweist nichts.
Wie wirken sich Mindestquote und Umsatzbedingungen auf den Wert einer Freiwette aus?
Eine hohe Mindestquote zwingt zu riskanteren Wetten, ein hoher Umsatz zu mehr Einsätzen, und jeder dieser Einsätze zahlt die Marge des Marktes mit. Bei einer Freiwette von 25 € auf einen Markt mit 95,0 % Quotenschlüssel liegt der durchschnittliche Wert bei einer Quote von 2,50 bei rund 14,25 €, bei Quote 1,50 bei rund 7,92 €. Der Bonusbetrag allein sagt also wenig.
Wie berechnet sich der Gewinn einer Freiwette bei einer Quote von 2,50, wenn der Einsatz nicht mitgezahlt wird?
Angenommen, die Freiwette beträgt 25 € und die Quote 2,50. Der Bruttogewinn liegt dann bei 62,50 €. Ausgezahlt werden 37,50 €, weil der Einsatz von 25 € als Freiwetten-Einsatz abgezogen wird. Der Wert dieser einen Wette entspricht dem Risiko einer Wette mit eigenem Geld nur dann, wenn man den Einsatz tatsächlich gehabt hätte.
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Inhalt erstellt vom Team «Wettanbieter»
